Velofachhandel geht gemeinsam online
23.10.2018

Velofachhandel geht gemeinsam online

Dank Kompetenz und Service haben sich die Schweizer Velofachhändler bislang gut gegen Günstigversender behauptet. Um der wachsenden Internetkonkurrenz auch künftig Paroli zu bieten, haben sie mit führenden Grossisten die eigene Plattform veloplace.com lanciert, welche die Stärken des stationären und des Onlinehandels vereint. Geschaffen hat die Plattform die St.Galler Komenda AG.

Ob Kleider oder Elektronik - Endverbraucher informieren sich heutzutage gerne erst mal online darüber, was der Markt für ihre Bedürfnisse bietet und wo diese Artikel verfügbar sind. Auch Velokunden sind längst online und wollen dort abgeholt werden. Eigentlich kommt heute kein Fahrradgeschäft mehr um einen Internetshop herum. Die allermeisten Fachhändler sind damit aber fachlich wie finanziell überfordert; rechnen tut sich ein Onlineshop ausser für die ganz Grossen nämlich überhaupt nicht.

Hier springt nun Veloplace in die Bresche: Die Komenda AG aus St.Gallen hat mit sechs weiteren führenden Grossisten sowie engagierten Händlern eine offene Plattform geschaffen, welche die digitale Transformation des Handels für Velofachgeschäfte zugänglich und erschwinglich macht. Mit von der Partie sind die Firmen Amsler Bikes & Parts, Fuchs-Movesa, Gecko Supply, Tour de Suisse Rad, TST Trading und Vitelli Velobedarf, die 160 Marken vertreten und 27‘000 Artikel anbieten. Angesichts der bisherigen Konkurrenz mutet dieser gemeinsame Auftritt als kleine Sensation an.

Gleicher Service – ob online oder stationär gekauft
Die Idee von veloplace.com ist bestechend einfach: Unter dem Slogan „Nebenan ist überall“ werden Velohändler mit ihren Lieferanten, den Kunden und untereinander vernetzt. Primär soll der Händler weiterhin die Kundschaft in seinem Fachgeschäft bedienen und seine Kompetenz in Beratung und Service unter Beweis stellen. Was nicht im Laden an Lager ist, kann sich der Kunde über einen Terminal im Shop zu sich nach Hause oder in den Laden schicken lassen, zum Beispiel für eine korrekte Anpassung. Dort besteht auch eine unkomplizierte Umtauschmöglichkeit. Die gleiche Dienstleistung wird dem Kunden geboten, wenn er direkt von zu Hause aus bestellt. Ebenso kommt er in den Genuss von Händlerleistungen wie Werkstattservice. Dieses duale System trägt dem modernen Crossover-Kunden Rechnung, der nach der Arbeit mal in seinem Geschäft um die Ecke, am Wochenende aber auch mal im Internet einkaufen will.

Nach einer Pilotphase erfolgte der Start mit 60 Schweizer Fachhändlern; viele weitere haben ihr Interesse bekundet. Mit dieser jetzt schon beträchtlichen Zahl von Abholstellen kann veloplace.com gegenüber internationalen Onlineversendern einen wichtigen Trumpf ausspielen. „Die grosse Auswahl, gute Information, schnelle Verfügbarkeit und Präsenz eines örtlichen Ansprechpartners geben dem Kunden jene Sicherheit, die ein reiner Internetanbieter nicht bieten kann“, betont Veloplace-Projektleiterin Clara Esteve. „Es ist wegweisend, wie der Händler mithilfe dieser Plattform seine Kernkompetenz mit den Vorteilen des Onlinegeschäfts verknüpfen kann – ohne Lagerrisiko und -kosten, aber gleichwohl mit höchster Lieferfähigkeit“, erklärt Esteve. Veloplace.com dürfte europa- wenn nicht weltweit einen Meilenstein darstellen.

Auch der Preis soll stimmen
Veloplace hat nicht den Anspruch, stets der billigste Anbieter zu sein – die Preise sollen marktgerecht sein. Schliesslich soll Veloplace für den Fachhandel keine Konkurrenz, sondern eine wertvolle Ergänzung sein. Die Preise orientieren sich etwa am Schweizer Onlinemarktführer – bieten aber den enormen Bonus, dass die Produkte bei jedem angeschlossenen Fachhändler umgetauscht und Serviceleistungen in Anspruch genommen werden können. Veloplace will den Fachhandel schnell und unkompliziert auf die Höhe der Zeit bringen. Erklärte Absicht der Initianten ist es jedenfalls, mit dieser Plattform die starke Position des Schweizer Velofachhandels langfristig zu sichern.

https://veloplace.com/