Über 134'000  Franken für China-Sammlung
23.05.2019

Über 134'000 Franken für China-Sammlung

Über 40‘000 Franken für einzelne Briefmarken und 134‘200 Franken für eine ganze Sammlung aus China: Am Mittwoch, 22. Mai, haben sich an der Versteigerung des Auktionshauses Rapp in Wil Chinesen regelrechte Bietergefechte geliefert. Aber auch andere extrem seltene oder alte und gut erhaltene Briefmarken trugen zum Millionenumsatz bei.

Das Auktionshaus Rapp in Wil erwartet vom 22. bis 25. Mai Liebhaber, Sammler und Investoren aus der ganzen Welt zur Versteigerung von Briefmarken, Münzen, Uhren, Schmuck und Luxushandtaschen. Viele bieten über das Internet mit, aber die stimmungsvolle Auktionsatmosphäre mit gediegenem Rahmenprogramm lockt Kauflustige aus aller Welt an. Die Briefmarkenversteigerung markierte einen fulminanten Auftakt mit internationalem Flair und einem Hauch Glamour.

Sammelleidenschaft entdeckt
Wohlhabende Chinesen haben die Sammelleidenschaft entdeckt. Nur damit lässt sich erklären, dass sie eigens in die Schweiz zur Auktion anreisen und Höchstpreise bieten, um Briefmarken ins eigene Land zurückzuholen. Einige wenige begehrte chinesische Briefmarken und eine ganze Sammlung liessen zudem bei vielen Online- und Telefonbietern das Herz höher schlagen und wurden zu einem Gesamtverkaufspreis von 279‘746 Franken verkauft. Einen Verkaufspreis von 41‘480 Franken erzielte die chinesische Marke, die anlässlich des 60. Geburtstags der «Kaiserinwitwe» Cixi im Jahr 1897 herausgegeben wurde und den Drachengott Long zeigt.

Eine Steuermarke aus China mit dem seltenen Aufdruck «5 Dollars» war deshalb so heiss begehrt und war einem Bieter ebenfalls 41‘480 Franken wert, weil der Stempel aus Versehen kopfüber angebracht wurde. Eine Überraschung war auch der ausserordentlich hohe Verkaufspreis von 134‘200 Franken für eine umfangreiche Briefmarkensammlung aus dem Kaiserreich China, die Marken von 1878 bis 1949 enthält.

Bietende und Marken aus aller Welt
Die Chinesen waren aber bei Weitem nicht die einzigen an der Rapp-Auktion, die um alte und seltene Briefmarken oder Abarten buhlten. Schon am ersten Auktionstag gaben sich Hunderte von Investoren und Sammlern aus der ganzen Welt ein Stelldichein. Immer wieder beliebt sind Altschweiz-Marken aus der Zeit der ersten Schweizer Briefmarken aus der Mitte des 19. Jahrhunderts – so zum Beispiel die bekannten «Basler Tauben», von denen diverse Einzelstücke zum Preis von mehreren Tausend Franken den Besitzer wechselten.

Eine gut ausgebaute Frankreichsammlung wurde für 39‘040 Schweizer Franken verkauft und war damit mehr als doppelt so teuer als geschätzt. Während eine prachtvolle Deutschlandsammlung aus altem Familienbesitz einem Bieter 56‘120 Franken wert war, entbrannte um eine Partie mit vielen seltenen Altdeutschlandmarken gar ein hitziges Bietergefecht. Schliesslich fand das Los für 73‘200 Schweizer Franken einen neuen Besitzer.

Ochsenköpfe sorgen für Aufsehen
Für eine Überraschung sorgte ein alter Rumänienbestand. Trotz des bescheidenen Startpreises von 2000 Franken wurde die Sammlung schliesslich für exorbitante 56‘120 Franken verkauft. Grund dafür ist der wiedererwachte Nationalstolz von Sammelnden aus Rumänien und von Personen, die auf der Jagd nach aussergewöhnlich raren Briefmarken sind: Sie boten sich Bietergefechte, weil die Sammlung diverse – zum Teil irrtümlich falsch gedruckte – Briefmarken mit Ochsenkopf-Sujets aus den Jahren 1858 bis 1864 enthält; diese wurden im damaligen Fürstentum Moldau verwendet, das erst 1862 in das Königreich Rumänien überging.

Die Ochsenkopf-Briefmarken sind einerseits die ersten des Landes, andererseits gehören sie aufgrund ihrer Seltenheit zu den «klassischen Raritäten der Weltphilatelie und den begehrtesten Briefmarken der Welt», erklärt Marianne Rapp Ohmann.

Münzen und Luxusgüter folgen
Am Donnerstagnachmittag, 23. Mai, kommen Münzen unter den Hammer. Im Fokus steht ein Schweizer Goldmünzenpaar, das gar nicht verausgabt wurde, aber trotzdem in Sammlerhände geriet, und deshalb sehr stark nachgefragt wird. Laut Geschäftsführerin Marianne Rapp Ohmann liegt ein Verkaufspreis von 50‘000 Franken im Bereich des Möglichen. Am Freitagnachmittag, 24. Mai 2019, werden Luxusgüter wie Uhren, Schmuck und Handtaschen versteigert: Gleich zu Beginn wird ein atemberaubendes, diamantenbestücktes Collier für prickelnde Stimmung sorgen, das ebenfalls um die 50‘000 Franken wert sein dürfte.

Für Auktions-Neulinge, die sich auch etwas Schönes gönnen wollen, bietet sich am Samstagnachmittag, 25. Mai 2019, die erste ausschliessliche Online-Auktion von Rapp an: Erschwingliche Schmuckstücke und preiswerte Luxusuhren buhlen dann um die Gunst der Internet-Community. Wer sich unsicher fühlt, online mitzubieten, kann unter fachlicher Begleitung im Auktionshaus Rapp in Wil In einem speziellen Bieterraum seine Gebote abgeben.