TKB: Netto-Neugeldzufluss von 590 Millionen
20.08.2019

TKB: Netto-Neugeldzufluss von 590 Millionen

Die TKB hat das erste Halbjahr 2019 gut gemeistert. Die Ausleihungen und Kundengelder sind je um über 500 Mio. Franken gewachsen. Das Zinsengeschäft entwickelte sich leicht rückläufig, während im indifferenten Geschäft ein Plus resultierte. Der Halbjahresgewinn von 72,2 Mio. Franken liegt 1 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Im Frühling treten Max Soller und Axel Vietze bei den Gesamterneuerungswahlen für den Bankrat nicht mehr an.

Im ersten Halbjahr 2019 hat sich der Geschäftsgang der TKB solide entwickelt. Die führende Universalbank im Thurgau ist in ihrem Kerngeschäft erneut gewachsen. Sie zeichnet sich durch ein starkes Eigenmittelpolster und ein nachhaltiges Geschäftsmodell aus.

Stattliches Bilanzwachstum
Die Bilanzsumme der Bank nahm um rund 680 Mio. auf 23,9 Mia. Franken zu. Auf der Aktivseite bilden die Kundenausleihungen mit über 20 Mia. Franken die bedeutendste Position. Deren Volumen nahm im ersten Semester um 566,8 Mio. Franken zu (+ 2,8 Prozent). Im Hypothekargeschäft betrug das Nettowachstum 487,8 Mio. Franken (+ 2,6 Prozent). Auf der Passivseite stiegen die Kundeneinlagen – die wichtigste Refinanzierungsquelle der Bank – um 556,5 Mio. (+ 3,8 Prozent) auf 15,1 Mia. Franken. Der gesamte Netto-Neugeldzufluss beläuft sich für das erste Halbjahr auf rund 590 Mio. Franken.

Anlagegeschäft läuft gut
Die seit Jahren anhaltende Tiefzinsphase hinterliess im ersten Semester Spuren beim Zinserfolg – trotz des stabilen Bilanzwachstums. Sowohl der Brutto- wie auch der Netto-Erfolg aus dem Zinsengeschäft liegen leicht unter der Vorjahres-Marke. Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft (netto) beträgt 120,9 Mio. Franken, was einem Minus von 1,9 Prozent entspricht. Weiterhin positiv entwickelte sich das indifferente Geschäft. Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft erhöhte sich um 1,8 Prozent auf 28,7 Mio. Franken. Der Ertrag aus dem Handelsgeschäft nahm um 2,4 Prozent auf 13,1 Mio. Franken zu. Die Ertragskomponenten ergeben in der Summe einen Geschäftsertrag von 166,8 Mio. Franken (- 1,9 Prozent).

Semestergewinn leicht tiefer
Kostenseitig steht die TKB auf gesunden Beinen. Sach- und Personalkosten liegen leicht unter dem Vorjahreswert und ergeben einen Geschäftsaufwand von 80,1 Mio. Franken. Dies entspricht einem Minus von 1,7 Prozent. Auch die Cost-Income-Ratio von 47,5 Prozent unterstreicht die Kosteneffizienz der Bank. Der Geschäftserfolg der TKB – Kennzahl für die operative Leistung – beträgt für das erste Halbjahr 80,2 Mio. Franken (- 0,5 Prozent). Der Halbjahresgewinn beläuft sich auf 72,2 Mio. Franken. Das ist 1 Prozent weniger als Mitte 2018.

Gedämpfte Erwartungen
Im zweiten Semester des laufenden Jahres erwartet die TKB einen soliden Geschäftsgang. Das Wirtschaftsumfeld ist intakt, obwohl sich die Konjunkturentwicklung etwas abschwächt. Eine anspruchsvolle Herausforderung ist jedoch der Margendruck im Zinsdifferenzgeschäft, der sich noch weiter verschärfen dürfte. Vor diesem Hintergrund rechnet die Bank im Hinblick auf das Jahresende mit einem tieferen operativen Ergebnis als 2018. Im Jahresverlauf prüft die TKB die strategische Ausrichtung für die kommenden drei Jahre, wobei die Thurgauer Marktführerin weiterhin auf ein nachhaltiges Geschäftsmodell und lokale Verankerung setzt.

Neue Dienstleistungen
Im ersten Semester hat die TKB neue Dienstleistungen auf den Markt gebracht. Unter anderem hat sie ihre Hypothekenpalette mit der «Immo-Rente» erweitert. Damit gewinnen Hausbesitzer ab 60 Jahren finanziellen Spielraum, ohne ihr Eigenheim aufgeben zu müssen. Neu lässt sich bei Abschluss einer Hypothek auch das Todesfallrisiko versichern. Bei der Digitalisierung kommt die TKB ebenfalls voran. Ein Beispiel ist der neue Prozess für die Eröffnung einer Kundenbeziehung. Dieser nimmt für den Kunden nur noch wenige Minuten in Anspruch und läuft papierlos ab. Im Herbst 2019 integriert die Bank ihr E-Banking in das elektronische Kundenportal «OLIVIA». Neu setzt die TKB zudem auf die E-Banking-Lösung des Software-Herstellers Avaloq, was Synergien eröffnet für die Weiterentwicklung der elektronischen Kanäle und Angebote der Bank.

150-Jahr-Jubiläum in Planung
2021 feiert die TKB ihr 150-jähriges Bestehen. Die Planung des Jubiläumsjahres ist bereits angelaufen. Unter anderem will die Bank im Kanton Thurgau fünf Bewegungsparks eröffnen, wo sich Alt und Jung im Freien spielerisch fit halten können. In Zusammenarbeit mit fünf Gemeinden wird diese Idee derzeit konkretisiert. Geplant ist ein Park pro Kantonsbezirk. Angepeilt wird je ein Standort in Weinfelden, Frauenfeld, Kreuzlingen, Sirnach und Arbon. Die Bewegungsparks sollen im Jahr 2021 eröffnet werden und der breiten Bevölkerung kostenlos zur Verfügung stehen.

Zwei Rücktritte aus dem Bankrat
Im kommenden Frühling gibt es im Bankrat der Thurgauer Kantonalbank (TKB) zwei Rücktritte. Max Soller (links im Bild) und Axel Vietze (rechts) treten bei den Gesamterneuerungswahlen für die Amtszeit 2020 bis 2024 nicht mehr an.

Max Soller wurde 2008 in den Bankrat der TKB gewählt. Der 64-jährige Ökonom und ehemalige Präsident der Thurgauer Gemeinde Berg ist seit 2017 Aktuar des Bankrates. Zuvor wirkte er viele Jahre lang im Risiko- und Prüfausschuss der Bank mit. Dr. Axel Vietze gehört dem strategischen Führungsgremium der Bank seit 2011 an. Der 49-jährige Frauenfelder Unternehmer ist Mitglied im Risiko- und Prüfausschuss, den er fünf Jahre lang präsidierte. Der Bankrat dankt Max Soller und Axel Vietze für ihr langjähriges Engagement.

Gesamterneuerungswahlen 2020
Die beiden Rücktritte erfolgen auf das Ende der vierjährigen Amtsperiode 2016 bis 2020, die bis Mai 2020 dauert. Die Evaluation geeigneter Kandidaten für die Nachfolge obliegt der Regierung. Die weiteren sechs Mitglieder des Bankrates sowie Präsident René Bock stellen sich für eine Wiederwahl zur Verfügung. Wahlgremium ist gemäss TKB-Gesetz der Thurgauer Grosse Rat.