TKB macht 3,7 Prozent mehr Gewinn
19.02.2019

TKB macht 3,7 Prozent mehr Gewinn

Die Thurgauer Kantonalbank hat 2018 wiederum gut gearbeitet. Die Ausleihungen überschritten dank solidem Wachstum bei den Hypotheken erstmals die 20-Milliarden-Marke. Trotz des enttäuschenden Börsenjahrs entwickelte sich das Anlagegeschäft positiv. Der Jahresgewinn von 134,2 Mio. Franken übertrifft den Vorjahreswert um 3,7 Prozent. Die Bank erhöht die Dividende für Partizipationsscheine um 5 Rappen auf 2,80 Franken pro Titel.

Bankpräsident René Bock und der neue Geschäftsleitungsvorsitzende Thomas Koller (Bild) unterstrichen an der heutigen Bilanz-Medienkonferenz die kontinuierliche Entwicklung und die Kundennähe der gut verankerten Universalbank.

Erneutes Bilanzwachstum
Im Hypothekargeschäft konnte die Bank das stetige Wachstum der letzten Jahre fortsetzen. Die Hypothekarforderungen stiegen um rund 600 Mio. Franken auf 18,8 Mia. Das Volumen der Kundenausleihungen übertrifft erstmals die Marke von 20 Mia. Franken. Die Kundengelder erhöhten sich um über 300 Mio. auf 14,6 Mia. Franken. Die Bilanzsumme nahm im Jahresverlauf um 900 Mio. auf 23,2 Mia. Franken zu. Der Netto-Neugeld-Zufluss von rund 814 Mio. Franken übertrifft den guten Wert des Vorjahres.

Ein Plus im Anlagegeschäft
Das stattliche Wachstum im Kerngeschäft spiegelt sich nicht im gleichen Umfang in der Erfolgsrechnung – insbesondere wegen des tiefen Zinsniveaus. Dennoch konnte sich die TKB im Zinsengeschäft behaupten. Der Brutto-Erfolg stieg um knapp ein Prozent auf 249,9 Mio. Franken. Weil die Bank netto betrachtet erneut Wertberichtigungen für Ausfallrisiken auflösen konnte, stieg der Erfolg aus dem Zinsengeschäft auf 253,8 Mio. (+ 1 Prozent). Ein starkes Jahr verzeichnete die TKB im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft, das 16 Prozent des Geschäftsertrags ausmacht. Der Erfolg kletterte um beachtliche 8 Prozent auf 55,6 Mio. Franken. Einen positiven Effekt hatte das Wachstum in der Vermögensverwaltung. Auf hohem Niveau eingependelt hat sich das Handelsgeschäft, wobei die TKB sich auf die Abwicklung von Handelsgeschäften ihrer Kunden konzentriert und keinen Handel auf eigene Rechnung betreibt. Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft beläuft sich auf 25,8 Mio. Franken (- 0,7 Prozent).

Kosten im Griff
Auch im vergangenen Jahr hat die TKB ihrer Kostenseite besondere Beachtung geschenkt. Der Geschäftsaufwand sank um 4,4 Prozent auf 160,6 Mio. Franken. Während Aktivitäten im Zuge der Strategieumsetzung den Sachaufwand um 4,5 Prozent erhöhten, entwickelte sich der Personalaufwand stabil. Weil diese Position aber im Vorjahr durch einen Zuschuss an die Pensionskasse belastet war, resultiert im Vergleich zu 2017 ein Minus von 8,7 Prozent. Die gute Ertragslage mündet in einer tiefen Kosten/Ertrags-Relation (Cost-Income-Ratio) von 47,4 Prozent.

Höherer Jahresgewinn
Die positive Geschäftsentwicklung führt beim Geschäftserfolg zu einem Plus von 6,7 Prozent. Dieser beläuft sich auf 169,4 Mio. Franken und ist Ausdruck der operativen Leistung. Zur Stärkung der Eigenmittel äufnet die Bank die Reserven für allgemeine Bankrisiken mit 20 Mio. Franken (Vorjahr 15 Mio.). Nach Berücksichtigung der Steuern resultiert ein Jahresgewinn von 134,2 Mio. Franken (+ 3,7 Prozent). Dieses gute Ergebnis kommt den Eigentümern zugute. Partizipationsschein-Inhaber erhalten erstmals seit dem Börsengang vor vier Jahren eine Dividende von 2,80 Franken pro Titel, das sind 5 Rappen mehr als bisher. Die Gewinnablieferung an den Kanton beläuft sich auf 41,2 Mio. Franken. Hinzu kommt die Abgeltung für die Staatsgarantie von 6,6 Mio. und jene für das Grundkapital von 3,6 Mio. Franken. Die anteilsberechtigten Gemeinden erhalten das gesetzliche Maximum von 3 Mio. Franken. Berücksichtigt man zusätzlich die Steuern, summieren sich die Abgaben an Kanton und Gemeinden auf über 69 Mio. Franken. Pro Thurgauer, Thurgauerin ergibt dies eine Summe von 250 Franken. Mit Eigenmitteln von über 2 Mia. Franken und einer Kapitalquote von 18,9 Prozent zählt die TKB weiterhin zu den bestkapitalisierten Banken in der Schweiz.

Kundenorientierung auf allen Ebenen
2018 hat die Bank einiges erreicht – unter anderem hat sie 5'000 neue Kunden gewonnen. Die vor einem Jahr lancierten Beratungslösungen für Anlagekunden sind im Markt gut aufgenommen worden. Weiterhin grosser Nachfrage erfreut sich die Vermögensverwaltung Basis, die ab einem Vermögen von 20'000 Franken gewählt werden kann. Seit Sommer 2018 betreibt die TKB das elektronische Kundenportal «Olivia.», das einen digitalen Finanzassistenten und weitere Dienstleistungen beinhaltet. Unter der Bezeichnung «Zielbasiert investieren» hat die Bank einen neuen IT-gestützten Beratungsansatz im Anlagegeschäft entwickelt, der im laufenden Jahr zum Tragen kommen soll. Über 10'000 Menschen haben im vergangenen Jahr die zahlreichen Veranstaltungen der TKB besucht – darunter waren auch die attraktiven Jubiläumsanlässe von vier Geschäftsstellen.

Ausblick 2019
Positive Treiber für den Geschäftsverlauf 2019 dürften das Konjunkturumfeld und der Immobilienmarkt sein, während die Börsenentwicklung angesichts globaler Brandherde ein Unsicherheitsfaktor bleibt. Eine anspruchsvolle Rahmenbedingung bleiben auch im laufenden Jahr die tiefen Zinsen. Strategische Projekte beeinflussen die Kosten. Vor diesem Hintergrund ist für 2019 ein tieferer Geschäftserfolg zu erwarten als 2018. Auch im laufenden Jahr will die Bank Prozesse effizienter gestalten, beispielsweise bei der Eröffnung von Kundenbeziehungen. Im Hypothekarbereich sind zwei neue Produkte geplant und im Herbst soll ein neues E-Banking eingeführt werden. Im Jahresverlauf überprüfen Bankrat und Geschäftsleitung zudem die Unternehmensstrategie, wobei in der Grundausrichtung keine fundamentalen Anpassungen geplant sind.