Tinner und Bucher ziehen in die Pfalz ein
19.04.2020

Tinner und Bucher ziehen in die Pfalz ein

Beat Tinner und Laura Bucher heissen die beiden neuen St.Galler Regierungsräte. Die SVP ging mit Michael Götte einmal mehr leer aus und zeigt sich demzufolge enttäuscht - ebenso wie die IHK St.Gallen-Appenzell.

Die Bilder zum Anlass finden Sie hier.

Es hat wieder nicht gereicht: Auch 2020 schafft die SVP keinen zweiten Sitz in der St.Galler Regierung. Gewählt wurden mit 56 028 Stimmen Beat Tinner (FDP) und mit 54 328 Laura Bucher (SP). Michael Götte (SVP) kam mit 52 096 Stimmen auf den 3. Platz. Die Wahlbeteiligung lag bei 34.41 Prozent.

Götte lag in seinem zweiten Anlauf (er kandidierte 2012 schon einmal für den St.Galler Regierungsrat) lange Zeit vor Bucher - bis die Stadt St.Gallen auszählt wurde. Hier erhielt Bucher zwei Drittel aller rund 24'400 gültigen Stimmen, während Götte nur auf gut einen Drittel kam: wab.sg.ch

Freude bei der FDP
56'028 St.Galler wählen Beat Tinner in die Regierung: Der Freisinn könne damit nach der erfolgreichen Wahl von Bundesrätin Karin Keller-Sutter sowie der Wahl von Susanne Vincenz-Stauffacher in den Nationalrat und der glanzvollen Widerwahl von Regierungsrat Marc Mächler im ersten Wahlgang einen weiteren Erfolg verbuchen, so die Liberalen.

FDP-Fraktionspräsident Beat Tinner werde vom ersten Tag im Amt einen nachhaltigen Mehrwert für die Menschen sowie die Unternehmen im Kanton schaffen. Gerade die aktuelle Lage verlangt nach krisenerprobten und führungserfahrenden Persönlichkeiten.

«Ich bedanke mich herzlich bei allen Wählern für das entgegengebrachte Vertrauen. Ich möchte mich aber vor allem bei meiner Frau Aouatef und bei meinem engsten Umfeld bedanken. Sie haben mich durch diese Zeit getragen und in allen Lagen unterstützt. Ein herzliches Dankeschön geht auch an die Parteispitze der FDP, die Wahlkampfleitung unter Führung von Vizepräsident Dr. Sven Bradke, meinen persönlichen Wahlstab unter Führung von Christian Lippuner sowie meine Regionalpartei. In unzähligen freiwilligen Stunden haben diese Personen diesen Erfolg möglich gemacht», bedankt sich Beat Tinner – überwältigt vom hervorragenden Resultat.

«Ein besonderer Dank geht auch an die Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle unter Führung von Geschäftsführer Christoph Graf sowie selbstverständlich an alle Freisinnigen im Kanton, die den Wahlkampf mit Rat und Tat unterstützt haben», führt der frisch gewählte Regierungsrat weiter aus.

Enttäuschung bei SVP und IHK 
Die SVP Kanton St.Gallen ist enttäuscht über das Ergebnis des 2. Wahlgangs zu den Regierungswahlen: Es sei der SVP nicht gelungen, die St. Galler Bevölkerung zu überzeugen, dass es einen zweiten SVP-Vertreter in der Exekutive braucht.

Mit diesem Wahlergebnis widerspiegelt die Zusammensetzung der Regierung auch zukünftig nicht das Wahlverhalten der St.Galler Bevölkerung. Der Kanton steht vor grossen Herausforderungen. Gerade jetzt wäre es wichtig, dass das Zusammenspiel von Regierung und Parlament reibungslos funktioniert. Das kann nur gewährleistet werden, wenn beide Staatsgewalten das Wahlverhalten der Bevölkerung widerspiegeln.

Wieder scheitert die SVP nur sehr knapp. Michael Götte konnte auch im zweiten Wahlgang ein herausragendes Resultat erzielen. Das ist besonders bitter, denn falls die CVP zur bürgerlichen Politik gestanden wäre und beide bürgerlichen Kandidaten unterstützt hätte, würde die St.Galler Regierung ab Juni wohl anders aussehen.

Michael Götte bedankt sich ausdrücklich für das Wohlwollen und die Zustimmung, die er in den letzten Monaten erfahren durfte. Er bedankt sich bei seinen Wählern, bei seiner Familie, seinen Parteifreunden und den vielen Freunden und Bekannten, die ihn unterstützt haben.

Auch die IHK St.Gallen-Appenzell gratuliert den beiden Neugewählten und freut sich besonders über die Wahl von Beat Tinner. Die IHK ist überzeugt, mit ihm einen lösungsorientierten und dossiersicheren Politiker in der Pfalz zu wissen.

Hingegen bedauern Vorstand und Direktion der IHK, dass Michael Götte, Leiter kantonale Politik bei der IHK, den Sprung in die Regierung verpasst hat. Als Vertreter einer stark auf Eigenverantwortung basierenden Politik, der sich mit beispiellosem Engagement für die Zukunft der Region einsetzt, hätte er die Kantonsregierung wesentlich bereichert.

Die Mitglieder der Regierung für die Amtsdauer 2020 bis 2024 sind:

  • Fredy Fässler (SP) - bisher
  • Stefan Kölliker (SVP) - bisher
  • Bruno Damann (CVP) - bisher
  • Marc Mächler (FDP) - bisher
  • Susanne Hartmann (CVP) - neu
  • Laura Bucher (SP) - neu
  • Beat Tinner (FDP) - neu
  • Benedikt van Spyk (FDP, Staatssekretär) - bisher

Die Departementszuteilung wird die Regierung am 5. Mai vornehmen.