01.02.2018

Thurgauer Technologie für Indonesien

Architekturstudenten der Technischen Universität Berlin entwerfen Kleinspitäler für Indonesien. Das Projekt setzt auf Biogaskraftwerke der Renergon International AG aus Lengwil.

Ein gutes Dutzend junger Frauen und Männer aus Berlin besammelte sich jüngst in Tuttwil bei Wängi TG vor dem neuen Trutenmaststall der Familie Helfenberger. Im Rahmen eines zweitägigen Workshops besichtigten die Studenten des Fachgebiets „Architecture for Health“ der TU Berlin dort ein schweizweit neuartiges Biogaskraftwerk. Dieses produziert mithilfe der sogenannten Feststoffvergärung das nötige Gas, um in einem Blockheizkraftwerk Strom und Wärme zu generieren.

Genau diese Energiebedürfnisse haben auch die Kleinspitäler, die für den Inselstaat Indonesien geplant werden. Ein entsprechendes Projekt mit dem Namen „pocket clinic“ wurde vor gut zwei Jahren im Rahmen der Swiss Technology Impact Platform (STIP) lanciert. Die von der ETH Zürich getragene Organisation will es mittelständischen Unternehmen ermöglichen, mit ihren Technologien einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung in Asien zu leisten.

„Wir brauchen für die Kleinspitäler eine sichere, unterbruchsfreie Energieversorgung wie sie die Renergon-Anlagen anbieten können“, erklärt Magnus Nickl von Nickl & Partner Architekten Schweiz AG in Zürich. Er betreut das Projekt, das von universitären und privatwirtschaftlichen Partnern aus Indonesien und Europa getragen wird. Bereits im Februar soll aus den Studentenentwürfen der beste ausgewählt und weiterentwickelt werden. Die Finanzierung für einen Prototypen des Kleinspitals ist bereits gesichert, und gegen Ende 2018 könnte der Bau beginnen, sagt Nickl.

Die privatwirtschaftlichen Partner und damit auch die Renergon International AG bringen vor allem ihr Know-how mit ein. „Unser neuartiges Biogaskraftwerk macht gerade in Indonesien Sinn“, unterstreicht Renergon-Präsident Karl-Heinz Restle. Viele der 17'000 indonesischen Inseln lägen fernab von den Zentren, verfügten jedoch reichlich über Grüngutabfälle, um damit Energie zu produzieren. Bewährt sich der Prototyp der „pocket clinic“, so könnte es sein, dass vermehrt auch Thurgauer Biogastechnologie der lokalen Bevölkerung gute Dienste leistet.