Thurgauer Schreiner haben neuen Präsidenten
Text: Christof Lampart
In seinem letzten Jahresrückblick als Präsident ging Fehlmann auf ein anspruchsvolles Branchenjahr 2025 ein. Die Schweizer Wirtschaft habe sich trotz geopolitischer Verwerfungen zwar insgesamt recht gut behauptet. Die leichte Abkühlung der Weltwirtschaft sei aber auch in der Schreinerbranche spürbar. Es gebe weniger offene Stellen, und die Arbeitslosigkeit sei leicht angestiegen. Dennoch sei die Auftragslage weiterhin «gut bis sehr gut». Offen bleibe allerdings, wie nachhaltig diese Entwicklung sei.
Fehlmann verwies insbesondere auf die hohe Nachfrage nach Umbauten, die auch mit der Abschaffung des Eigenmietwerts zusammenhänge. «Voraussichtlich haben wir noch bis 2028 Zeit, um der erhöhten Nachfrage nachzukommen. Spannend wird sein, was passiert, wenn man es steuerlich nicht mehr abziehen kann», sagte der scheidende Präsident.
Ein zentrales Thema blieb der Fachkräftemangel. Auf ausgeschriebene Stellen meldeten sich nur sehr wenige oder gar keine Schreiner EFZ, sagte Fehlmann. Zwar gebe es Bewerber aus dem Ausland mit geringer oder fehlender Schreinerausbildung, doch stelle sich für die Betriebe dann immer die Frage, ob diese auch wirklich eingesetzt werden könnten. «Darum ist es nach wie vor sehr wichtig, dass wir in die Schreinerbildung investieren», hielt Fehlmann fest.
Vor diesem Hintergrund kritisierte er die geplante Streichung der kantonalen Beiträge für überbetriebliche Kurse im Rahmen der Ausgaben- und Verzichtsplanung des Kantons Thurgau. Müssten die Beiträge erhöht werden, fehlten dem Verband rund 100’000 Franken. Für dieses Geld müssten am Ende die Mitgliedsfirmen geradestehen. Fehlmann nahm dabei auch die Politik in die Pflicht: «Hier sind die bürgerlichen Politiker gefragt. Sie sollen zu ihrem Wort stehen und für die Berufsbildung einstehen.»
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Regierungsrätin Denise Neuweiler ging auf diese Forderung nicht direkt ein. Die Chefin des Departements für Erziehung und Kultur würdigte den VSSM Thurgau jedoch als Verband, der vom Engagement seiner Mitglieder lebe. Der VSSM stehe seit über 100 Jahren für Fortschritt sowie eine hochstehende Grund- und Weiterbildung. Dies habe dazu beigetragen, dass die Schreiner bis heute eine stabile, regionale Branche seien. Umso wichtiger sei es, aktuelle Entwicklungen und Innovationen aufzunehmen, etwa neue Materialien oder den Einsatz von KI, und diese jungen Menschen zu vermitteln.
Mit Hampi Niederer übernimmt nun ein Mann das Präsidium, der dem Kantonalvorstand bereits angehörte. Niederer machte deutlich, dass er die erfolgreiche Arbeit seines Vorgängers fortsetzen will. «Heinz hat den VSSM mit grossem Einsatz und Umsicht geführt, er hinterlässt grosse Fussstapfen. Ich möchte mit euch den Verband weiter stärken, den Zusammenhalt pflegen und unser Schreinerhandwerk erfolgreich in die Zukunft führen», sagte der neue Präsident.
Neu in den Kantonalvorstand gewählt wurde Jörg Schmälzle von der Kaufmann Oberholzer AG. Er ersetzt Hampi Niederer im Vorstand. Die übrigen Vorstandsmitglieder wurden in ihren Ämtern bestätigt.