St.Gallen

St.Galler Schreiner wollen Nachwuchs und Berufsbildung stärken

St.Galler Schreiner wollen Nachwuchs und Berufsbildung stärken
Verbandspräsident Urs Hungerbühler, der neu gewählte Finanzverantwortliche Markus Grüter, Regierungsrätin Bettina Surber und Vizepräsident Simon Schwitter
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Der Schreinerverband Kanton St.Gallen setzt weiter auf Nachwuchsförderung, moderne Berufsbildung und ein zentrales Kompetenzzentrum. An der 101. Generalversammlung im Hotel Säntispark in Abtwil standen das geplante Schreinerkompetenzzentrum in St.Margrethen, die Finanzierung der Nachwuchsarbeit sowie personelle Wechsel im Zentrum.

Text: pd/stz.

Präsident Urs Hungerbühler stellte in seiner Ansprache die Werte ins Zentrum, die den Verband prägen: «Weitsicht, Vertrauen, Vision und Konsequenz.» Gerade in einer Branche, die Tradition und Innovation verbindet, seien diese Werte von besonderer Bedeutung.

Regierungsrätin Bettina Surber, Vorsteherin des St.Galler Bildungsdepartements, rückte in ihrer Grussbotschaft den Nachwuchs ins Zentrum. Das Schreinerhandwerk verbinde Kreativität und Präzision, Tradition und Innovation sowie Kopf und Hand. Holz sei ein Werkstoff, der aktueller kaum sein könnte: nachhaltig, vielseitig und regional verfügbar. Gerade im Zeitalter der künstlichen Intelligenz gewinne gutes Handwerk weiter an Bedeutung. «Je digitaler vieles wird, desto sichtbarer wird gutes Handwerk», sagte Surber.

Besonders hob die Bildungsdirektorin das geplante Schreinerkompetenzzentrum in St.Margrethen hervor. Der künftige Standort sei zentral gelegen, direkt beim Bahnhof St.Margrethen, und für Lernende aus dem ganzen Kanton gut erreichbar. «Das Vorhaben, bei dem Ausbildung, Handwerk und Branchenentwicklung an einem Ort gebündelt werden, ist ein klares Bekenntnis zur Berufsbildung und zur Vorwärtsstrategie», betonte Surber.

Damit die Nachwuchsförderung und Nachwuchsgewinnung auch künftig im bisherigen Umfang weitergeführt werden können, stimmte die Versammlung einer Beitragserhöhung zu. Vizepräsident Simon Schwitter zeigte sich überzeugt, dass dieser Schritt notwendig ist: «Der Verband muss finanziell gut aufgestellt sein, um seine Aufgaben wahrnehmen und das Kompetenzzentrum in St.Margrethen realisieren zu können.» Ebenfalls angenommen wurde der Antrag, die Kurskosten künftig jährlich festzulegen.

Auch personell gab es eine wichtige Entscheidung

Neu in den Vorstand gewählt wurde Markus Grüter als Finanzverantwortlicher. Damit schliesst der Verband die Vakanz, die im vergangenen Jahr durch den Rücktritt von Patrick Bregenzer entstanden war.

Im Jahresrückblick würdigte Urs Hungerbühler den Erfolg von Laura Frick aus Balzers. Sie hatte an der Publikumsmesse Holz in Basel den Titel «Schreiner Nachwuchstalent 2025» gewonnen und damit die Sektion St.Gallen hervorragend vertreten. Der Erfolg zeige, wie wichtig eine konsequente Förderung junger Berufsleute sei und wie viel Potenzial im Schreinerhandwerk stecke.

Roman Süess, Mitglied des Zentralvorstands des Verbands Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten, zeigte auf, wie die Branche künftig national für sich werben will. Im Zentrum stehen die Vielfalt des Schreinerhandwerks und die Nachwuchsförderung. Dazu gehört auch ein Tiktok-Kanal, mit dem Jugendliche auf Augenhöhe angesprochen werden sollen.

Ein emotionaler Moment der Generalversammlung war die Verabschiedung von Thomas Vogler. Er verlässt den Verband nach über 30 Jahren als Lehrperson im Sommer in Richtung Pension. Vogler unterrichtete in Flawil und Buchs und setzte sich besonders für die EBA-Ausbildung ein. Ebenfalls verabschiedet wurde Damian Müller, der in den vergangenen Jahren als Kursleiter tätig war.

Mit dem geplanten Kompetenzzentrum in St.Margrethen, der gestärkten Nachwuchsförderung und der gesicherten Finanzierung stellt der Schreinerverband Kanton St.Gallen wichtige Weichen für die kommenden Jahre. Die Generalversammlung machte deutlich: Das St.Galler Schreinergewerbe will seine Tradition bewahren, zugleich aber aktiv in Ausbildung, Sichtbarkeit und Zukunftsfähigkeit investieren.

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