Thurgauer RAV belegen Spitzenplatz
13.06.2019

Thurgauer RAV belegen Spitzenplatz

Die Thurgauer Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) arbeiten überdurchschnittlich gut. Dies zeigen die Ergebnisse der Wirkungsmessung 2018 im Vollzug der Arbeitslosenversicherung. Mit Wirkungsindex 105 erreicht der Thurgau im Gesamtvergleich aller Kantone den zweiten Rang. Das gute Resultat nimmt Daniel Wessner, Leiter Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Thurgau, mit Freude zur Kenntnis.

Bereits 2017 erreichten die drei Thurgauer RAV Amriswil, Frauenfeld und Kreuzlingen 105 Punkte in der Wirkungsmessung des SECO. Für das vergangene Jahr 2018 liegt der Wirkungsindex für den Thurgau wiederum bei 105 – und damit deutlich über dem Schweizer Benchmark von 100.

Hohe Leistungsbereitschaft
„Es braucht ein grosses Engagement aller beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um eine so gute Leistung zu erbringen,“ betont Daniel Wessner (Bild), Leiter Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) des Kantons Thurgau. Wichtig ist für ihn auch die optimale Zusammenarbeit der verschiedenen AWA-Abteilungen. „Die drei Thurgauer RAV sind zwar hauptsächlich für den Vollzug der Arbeitslosenversicherung zuständig, relevant sind aber auch die Arbeitslosenkasse und unsere Abteilung ‚Arbeitsmarktliche Massnahmen’ mit ihren Weiterbildungsprogrammen.“

Mediale Angriffe
Auch wenn die Regionalen Arbeitsvermittlungsstellen RAV schweizweit immer wieder medienwirksam angegriffen werden, so ist es eine Tatsache, dass die Thurgauer RAV mit einer hervorragenden Leistung punkten können. Die Leistung ist so gut, dass Bundesrat Guy Parmelin mit einem Schreiben an die Regierung zu diesem Resultat gratuliert hat. Für AWA-Amtsleiter Daniel Wessner ist klar: „Wir sind bestrebt, kundenorientierte Arbeit zu leisten und uns stets weiter zu verbessern.“ Was ihn aber ärgert, sind falsche und anonyme Anschuldigungen, die immer wieder in verschiedenen Medien auftauchen.

Insbesondere im Zusammenhang mit der Stellenmeldepflicht SMP kommt es oft zu undifferenzierten Aussagen. Die SMP wurde vom nationalen Parlament zur Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative eingeführt. Die RAV mussten in Zusammenarbeit mit dem SECO innert kürzester Zeit den Vollzug übernehmen. „Die eigentliche Aufgabe der SMP oder des „Inländer-Vorrangs“ wird allerdings oft verkannt. Ziel ist nicht die möglichst schnelle Vermittlung von Versicherten an Arbeitgeber, sondern die nachhaltige Besetzung einer Stelle mit einer in der Schweiz ansässigen Person,“ stellt Wessner klar. Diesbezüglich pflegt der Arbeitgeberservice der RAV Thurgau gemäss RAV-Leiter Heinz Erb einen ausserordentlich guten und direkten Kontakt zu den Thurgauer Unternehmen.

Tiefe Arbeitslosigkeit im Thurgau
Erfreulicherweise weist der Thurgau eine tiefe Arbeitslosenquote auf. Per 31. Mai 2019 lag sie bei 1.8 %, gesamtschweizerisch bei 2.3 %. „Die aktuelle Wirtschaftslage im Thurgau ist gut, dennoch bedeutet die Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz für stellensuchende Personen immer eine grosse Herausforderung,“ gibt Heinz Erb, Leiter RAV Thurgau, zu bedenken. „Die Beratung der unterschiedlichen Personen ist anspruchsvoll und muss stets unter einem gewissen Zeitdruck erfolgen.“

Aufgrund des steigenden Anteils an Beratungen von Flüchtlingen, vorläufig aufgenommenen Personen, beeinträchtigten Leuten, Sozialhilfeempfängerinnen und -empfänger ist die Integration in die Arbeitswelt äusserst anspruchsvoll. Entsprechend hat sich die Kundenbetreuung laut Erb nicht parallel zur sinkenden Arbeitslosigkeit verringert.