Ostschweiz

Thurbo fährt weiter auf hohem Niveau

Thurbo fährt weiter auf hohem Niveau
Regierungsrat Walter Schönholzer tauft am Tag der offenen Tür in der Thurbo-Serviceanlage in Weinfelden den ersten Flirt Evo auf den Namen «Thurgau»
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Die Regionalbahn Thurbo blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück. Zum dritten Mal in Folge transportierte das Unternehmen rund 35 Millionen Fahrgäste, verbesserte die Pünktlichkeit auf 96,6 Prozent und erreichte mit 1,2 Millionen Franken ein positives Jahresergebnis. Wichtige Meilensteine waren zudem die Eröffnung der neuen Serviceanlage in Weinfelden und die Betriebsbewilligung für den vierteiligen Flirt Evo.

Text: pd/stz.

Die Ostschweizer Regionalbahn bleibt für Pendler, Ausflügler und Schüler ein zentraler Bestandteil des öffentlichen Verkehrs. 2025 legten die Reisenden mit Thurbo insgesamt 501,2 Millionen Kilometer zurück, so viel wie noch nie. Die Zahl der Fahrgäste lag mit 34,9 Millionen nur leicht unter dem Vorjahreswert von 35,2 Millionen und pendelte sich damit zum dritten Mal hintereinander bei der 35-Millionenmarke ein.

Bemerkenswert ist diese Entwicklung auch deshalb, weil der neue Halbstundentakt des IR13 zwischen St.Gallen und Chur zu tieferen Frequenzen auf den Thurbo-Linien zwischen St.Gallen und dem Rheintal geführt hat. Insgesamt konnte Thurbo das Nachfrageniveau dennoch auf dem Rekordstand von 2024 halten.

Auch bei der Pünktlichkeit konnte die Regionalbahn zulegen. Sie verbesserte sich um 1,0 Prozentpunkte auf 96,6 Prozent. «Die Pünktlichkeit ist unsere wichtigste Währung», sagt Unternehmensleiterin Claudia Bossert. Grundlage für die Verbesserung war unter anderem eine umfassende Analyse von Fahrplan, Infrastruktursteuerung und Fahrweise auf der Seelinie S1 zwischen Schaffhausen und Wil. Durch Optimierungen im Zusammenspiel verschiedener Faktoren konnten wertvolle Sekunden gewonnen werden. Auf einer weitgehend einspurigen Linie mit zahlreichen Kreuzungen ist dies entscheidend, weil sich Verspätungen rasch auf weitere Linien übertragen können.

Die neue Thurbo Serviceanlage in Weinfelden von  oben. Sowohl ein Flirt Evo (links) als auch zwei GTW stehen vor der Anlage
Die neue Thurbo Serviceanlage in Weinfelden von oben. Sowohl ein Flirt Evo (links) als auch zwei GTW stehen vor der Anlage

Einen grossen Schritt machte Thurbo 2025 auch bei der Infrastruktur. Im November eröffnete das Unternehmen die neue Serviceanlage in Weinfelden. Rund 4000 Besucher kamen zum Tag der offenen Tür. Thurbo investierte 18,4 Millionen Franken in die Modernisierung der Anlage, entstanden ist ein moderner und nachhaltiger Holzbau. Die Photovoltaikanlage an Fassade und Dach produziert knapp 400’000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Das entspricht dem Jahresverbrauch von rund 150 Haushalten. In der Anlage unterhält die SBB im Auftrag von Thurbo die Züge der Regionalbahn.

In Weinfelden werden auch die neuen Thurbo-Züge des Typs Flirt Evo für ihren Einsatz vorbereitet. Neben der Taufe des ersten Flirt Evo auf den Namen «Thurgau» durch Regierungsrat Walter Schönholzer erhielt Thurbo 2025 die Betriebsbewilligung für die längeren vierteiligen Züge. Diese sind 75 Meter lang, während die Dreiteiler 60 Meter messen. Die ersten vierteiligen Flirt Evo sind bereits fertigproduziert und werden derzeit auf der Linie S9 zwischen Wil und Wattwil unter realen Bedingungen getestet. Im Verlauf der zweiten Jahreshälfte sollen die ersten Flirt Evo auf der Linie S26 im Tösstal regulär eingesetzt werden.

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Thurbo-Unternehmensleiterin Claudia Bossert im  Flirt Evo.
Thurbo-Unternehmensleiterin Claudia Bossert im Flirt Evo.

Finanziell schloss Thurbo das Geschäftsjahr 2025 mit einem Ergebnis von 1,2 Millionen Franken ab. Das entspricht 0,6 Prozent des Umsatzes und liegt nahe bei der im subventionierten Regionalverkehr angestrebten schwarzen Null. Weil die Nachfrage bei anderen Eisenbahnverkehrsunternehmen im Tarifverbund Ostwind stärker gewachsen ist, verringerte sich der Anteil von Thurbo an den Verbunderlösen. Dadurch fielen die Einnahmen aus Fahrausweisverkäufen geringer aus als geplant. Das positive Jahresergebnis erreichte Thurbo vor allem dank hoher Kostensensibilität. Einsparungen wurden unter anderem in der Fahrzeuginstandhaltung und in der Administration erzielt.

Auch operativ blieb das Unternehmen stark gefordert. Thurbo war 2025 auf einem Streckennetz von 658 Kilometern unterwegs und bediente 180 Bahnhöfe und Haltestellen, rund ein Drittel davon im Kanton Thurgau. Täglich wurden 1120 Züge disponiert. Im Durchschnitt musste die Disposition 28-mal pro Tag operativ in das Betriebsgeschehen eingreifen, etwa bei technischen Pannen, Infrastrukturproblemen oder personellen Ausfällen.

Gegenwart und Zukunft in einem Bild: Der Flirt Evo (links)  und der GTW kreuzen sich beim Bahnhof Bütschwil
Gegenwart und Zukunft in einem Bild: Der Flirt Evo (links) und der GTW kreuzen sich beim Bahnhof Bütschwil

Die Kundennähe bleibt für Thurbo ein zentrales Anliegen. 2025 gingen beim Kundenservice-Center 3348 schriftliche Anliegen ein, 94,1 Prozent davon wurden innerhalb von vier Arbeitstagen erledigt. Zudem nahm das Kundenservice-Center 8151 Anrufe entgegen. Im Zug führten die Thurbo-Kundenbegleiter pro Tag durchschnittlich 3834 Kontrollen durch. Damit sichert Thurbo nicht nur die Einnahmen des öffentlichen Verkehrs, sondern auch das Fairnessprinzip unter den Reisenden.

Mit hoher Nachfrage, besserer Pünktlichkeit, neuer Infrastruktur und einem positiven Jahresergebnis sieht sich Thurbo für die kommenden Jahre gut aufgestellt. Die Regionalbahn bleibt damit ein wichtiger Pfeiler des öffentlichen Verkehrs in der Ostschweiz und darüber hinaus.

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