Tagungszentrum Kapplerhof wird verkauft
01.04.2019

Tagungszentrum Kapplerhof wird verkauft

Bewegung in der leidvollen Geschichte des seit sechs Jahren stillgelegten Hotels Kapplerhof in Ebnat-Kappel: Das ehemalige Tagungszentrum soll verkauft werden. Der Verkauf soll zu einem Befreiungsschlag für den Kapplerhof und die Gemeinde werden.

Auf dem Grundstück des Kapplerhofs wird neues Leben einkehren. Dafür sorgt Silvan Siegenthaler (rechts im Bild): Er ist Liegenschaftsexperte bei der Weinfelder Fleischmann Immobilien AG. Das Unternehmen wurde von der Besitzerin, der Di-Gallo-Gruppe, mit dem Verkauf beauftragt, um eine für alle Parteien gute Lösung herbeizuführen. Die Gruppe mit Hauptsitz in Grüningen ZH umfasst Hotel-, Heim- und Pflegebetriebe in der ganzen Schweiz.

Attraktives Bauland
Siegenthaler steht im engen Kontakt mit der Gemeinde Ebnat-Kappel, die sehr interessiert ist, dass das brachliegende Gebiet rund um den Kapplerhof gut genutzt wird. Deshalb werde das gesamte Grundstück von über 13‘000 Quadratmetern Fläche ganz bewusst in zwei Teilen auf den Markt gebracht: einerseits das Tagungszentrum mit über 7000 Quadratmeter Landanteil in der Wohn- und Gewerbezone, andererseits die nicht überbaute, fast 6000 Quadratmeter grosse Parzelle in der Wohn- und Gewerbe- beziehungsweise in der Industriezone.

Insgesamt, so Siegenthaler, sei dies eine Chance für eine attraktive Entwicklung am Ortseingang Ebnat-Kappels.

Schnelle Bewilligungsverfahren
Christian Spoerlé (links im Bild), Gemeindepräsident von Ebnat-Kappel, ist sehr zufrieden, dass sich mit dem Verkauf des Kapplerhofs Silberstreifen am Horizont abzeichnen, denn: «Die momentane Situation ist tragisch für Ebnat-Kappel.» Spoerlés liebste Variante wäre es, wenn das Hotel mit Gastrobetrieb weitergeführt werden könnte. Die Gemeinde habe aber keine Präferenzen. Wichtig sei, dass etwas Neues entstehe und dass das Gebäude nicht zu einer Bauruine verkomme.

Die Gemeinde biete auf alle Fälle Hand, um einem Vorhaben schnell zum Durchbruch zu verhelfen. Er denkt beispielsweise an Unterstützung im Zusammenhang mit der Zonierung oder an schnelle Entscheidungswege und Bewilligungsverfahren für die anstehenden Projekte.

Hotel geht an Meistbietenden
Das 1989 gebaute Tagungszentrum umfasst nebst einem Hotelbetrieb mit 52 Zimmern einen grossen Kongresssaal, Seminarräume, einen grosszügigen Restaurationsbetrieb mit lauschigem Aussenbereich sowie eine Wellnessanlage mit Hallenbad und Saunaanlagen, Kegelbahn und Tiefgarage. Silvan Siegenthaler macht keinen Hehl daraus: «Der Komplex muss renoviert werden, um als Hotel weitergeführt werden zu können. Leider sind bereits Stillstandschäden ersichtlich.» Damit erklärt er auch den relativ günstigen Angebotspreis von 1,8 Millionen Franken, wobei die Liegenschaft an den Meistbietenden veräussert werden soll.

Das separate Bauland soll ebenfalls den Interessenten mit dem besten Angebot verkauft werden. Siegenthaler geht von einem Preis von etwa 225 Franken pro Quadratmeter beziehungsweise von rund 1,3 Millionen Franken aus. «Ich rechne mit einem grossen Interesse, weil die unterschiedlichsten Nutzungsmöglichkeiten offen stehen.»

Mehrmals in Schieflage
Ein Blick zurück in die Wirren rund um den Kapplerhof: Die Liegenschaft steht seit gut sechs Jahren leer – und auch zuvor kämpften die Betreiber immer wieder um die Existenz: Der als kirchliches Tagungszentrum gebaute Gastrokomplex war zwar nach dem Konkurs des Betreiberverbandes jahrelang ein beliebtes Tagungs- und Ferienhotel mit Restaurationsbetrieb. Allerdings gerieten die neuen Betreiber ebenfalls in Schieflage, sodass die Di-Gallo-Gruppe die Liegenschaft im Jahr 2002 von der Raiffeisenbank mit dem Ziel übernahm, ein Hotel mit Arbeits- und Ausbildungsplätzen für Menschen mit Beeinträchtigungen zu betreiben. Dazu kam es jedoch nie.

Die Di-Gallo-Gruppe hatte den Betrieb bis Ende 2012 vermietet. Der Verkauf soll nun zu einem Befreiungsschlag für den Kapplerhof und die Gemeinde werden.