St.Gallen

Säntis Packaging macht Recyclingkunststoff lebensmitteltauglich

Säntis Packaging macht Recyclingkunststoff lebensmitteltauglich
VRP Bettina Fleisch und CEO Michael Thüler
Lesezeit: 2 Minuten

Die Säntis Packaging AG aus Rüthi hat nachgewiesen, dass recyceltes Polypropylen aus Haushaltsabfällen die Anforderungen für den direkten Kontakt mit Lebensmitteln erfüllen kann. Damit lässt sich der Kunststoff erneut für Becher, Schalen und weitere thermogeformte Verpackungen verwenden.

Bei Kunststoffverpackungen für Lebensmittel galt hochwertiges mechanisches Recycling lange als Domäne von PET. Säntis Packaging stellt diese Annahme nun infrage: Das Unternehmen aus Rüthi hat erfolgreich aufgezeigt, dass auch recyceltes Polypropylen, kurz rPP, aus sogenannten Post-Consumer-Sammelströmen die hohen Anforderungen für den direkten Lebensmittelkontakt erfüllen kann.

Nach Angaben des Verpackungsspezialisten wurden die vorgeschriebenen spezifischen Migrationsgrenzwerte eingehalten. Zudem erhielt das eingesetzte Verfahren eine entsprechende «Novel Technology Number». Diese bestätigt die Registrierung der neuen Recyclingtechnologie und bildet eine wichtige Voraussetzung für deren Einsatz im europäischen Markt.

Das recycelte Polypropylen kann für die Herstellung neuer Becher, Schalen und zahlreicher weiterer thermogeformter Lebensmittelverpackungen verwendet werden. Dadurch eröffnet sich die Möglichkeit, Polypropylen länger im Materialkreislauf zu halten und den Bedarf an neu produziertem Kunststoff zu reduzieren.

Die dafür benötigten PP-Folien stellt Säntis Packaging vollständig im eigenen Unternehmen her. Dadurch will der Verpackungsspezialist eine gleichbleibende Qualität, eine lückenlose Rückverfolgbarkeit und eine hohe Prozesssicherheit gewährleisten. Gleichzeitig soll der Einsatz des Recyclingmaterials die CO₂-Bilanz der Verpackungen verbessern.

Mit der zunehmenden Umsetzung der europäischen Verpackungsverordnung PPWR gewinnen kreislauffähige Materialien und geschlossene Stoffkreisläufe weiter an Bedeutung. Die Entwicklung aus dem Rheintal zeigt, dass sich auch bei Kunststoffarten, die bisher nur beschränkt für hochwertige Recyclinglösungen infrage kamen, neue Möglichkeiten eröffnen.

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