Thurgau

Stadler lässt Cybererpresser abblitzen

Stadler lässt Cybererpresser abblitzen
Der Stadler-Hauptsitz in Bussnang
Lesezeit: 2 Minuten

Cyberkriminelle haben über kompromittierte Zugangsdaten eines Zulieferers auf technische Informationen zugegriffen. Die IT-Systeme von Stadler blieben unversehrt, die Produktion läuft weltweit normal weiter. Auf die Lösegeldforderung von zehn Millionen Franken geht der Schienenfahrzeughersteller nicht ein.

Text: pd/stz.

Mitte Juli 2026 ist es Cyberkriminellen gelungen, sich Zugang zu einer Datenaustauschplattform zwischen Stadler und einem Zulieferbetrieb zu verschaffen. Nach Angaben des Thurgauer Schienenfahrzeugherstellers erfolgte der Zugriff über kompromittierte Zugangsdaten des Zulieferers. Die eigenen IT-Systeme seien weder angegriffen noch beeinträchtigt worden.

Stadler betont zudem, durch den Vorfall keine eigenen Daten verloren zu haben. Betroffen seien spezifische technische Informationen eines Zulieferbetriebs. Diese seien nicht sicherheitsrelevant. Auch relevante personenbezogene Daten seien nach bisherigen Erkenntnissen nicht entwendet worden.

Fahrzeuge und Produktion nicht betroffen

Die weltweit eingesetzten Schienenfahrzeuge von Stadler sind laut Unternehmen in keiner Weise vom Datendiebstahl betroffen. Auch auf den laufenden Betrieb hat der Cybervorfall keine Auswirkungen: Die Produktion wird an sämtlichen Standorten normal fortgeführt.

Damit unterscheidet sich der Vorfall von einem direkten Angriff auf die IT-Infrastruktur des Unternehmens. Der Fall zeigt jedoch, dass Cyberrisiken zunehmend entlang der gesamten Lieferkette entstehen und auch externe Plattformen sowie Zugangsdaten von Geschäftspartnern in den Fokus von Angreifern geraten.

Zehn Millionen Franken gefordert

In einem Bekennerschreiben übernimmt die cyberkriminelle "Everest Group" die Verantwortung für den Datendiebstahl. Sie fordert von Stadler ein Lösegeld von zehn Millionen Schweizer Franken.

Das Unternehmen schliesst eine Zahlung kategorisch aus. Stadler zahle unter keinen Umständen Lösegeld und lasse sich deshalb nicht erpressen, hält der Schienenfahrzeughersteller fest.

Stadler hat den Vorfall den Behörden gemeldet und bei der Kantonspolizei Thurgau Strafanzeige eingereicht. Die weiteren Ermittlungen liegen nun bei den zuständigen Strafverfolgungsbehörden.

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