Stadler: Brunner folgt auf Bernsteiner
Text: pd/stz.
Der Verwaltungsrat von Stadler hat Philipp Brunner zum neuen Group CEO ernannt. Brunner arbeitet seit über 16 Jahren für das Unternehmen, gehört seit 2021 der Konzernleitung an und führt heute die Division Zentraleuropa sowie seit Januar 2026 interimistisch die Division Deutschland. Mit seiner Berufung setzt Stadler auf Kontinuität und internationale Führungserfahrung.
Der Wechsel an der Spitze ist nach Angaben des Unternehmens von langer Hand geplant. Markus Bernsteiner, der die Stadler-Gruppe seit Anfang 2023 operativ führt, will sich mit 60 Jahren künftig strategischen Aufgaben in Verwaltungsräten widmen und seine Erfahrung in anderen Unternehmen einbringen.
«Ich danke Peter Spuhler und Stadler für 27 Jahre hervorragende Zusammenarbeit. Stadler wird immer ein Teil von mir sein. Nun möchte ich meine operative Erfahrung als Verwaltungsrat in anderen Unternehmen weitergeben», sagt Bernsteiner.
Seine Laufbahn verbindet Werkhalle und Konzernführung: Bernsteiner begann als Maschinenmechaniker, wurde Betriebstechniker HF und bildete sich an der Universität St.Gallen weiter, wo er das KMU-HSG und den Executive MBA abschloss. 1999 kam er zu Stadler. Von 2006 bis 2011 führte er die Stadler Bussnang AG als CEO. Später leitete er die Division Schweiz sowie die Werke in Bussnang und St.Margrethen.
Zudem führte Bernsteiner acht internationale Zulieferwerke zur Division Components zusammen, die er während sieben Jahren leitete. Vor seiner Ernennung zum Group CEO amtete er auch als dessen Stellvertreter.
Als Konzernchef musste Bernsteiner Stadler durch eine anspruchsvolle Phase führen. Die Nachwirkungen der Pandemie, der Ukrainekrieg, unterbrochene Lieferketten und drei Überschwemmungen im Jahr 2024 belasteten das Geschäft. Gemeinsam mit der Konzernleitung und den Mitarbeitern stärkte er nach Angaben von Stadler die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens und schuf die Grundlage für eine höhere Profitabilität.
Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Umsatz um 40 Prozent auf 2 Milliarden Franken. Für das Gesamtjahr erwartet Stadler erstmals einen Umsatz von deutlich über 5 Milliarden Franken und eine EBIT-Marge von über 5 Prozent.
Verwaltungsratspräsident Peter Spuhler würdigt Bernsteiners Beitrag: «Die Zusammenarbeit mit Markus Bernsteiner über ein Vierteljahrhundert lang war exzellent. Er hat sich den operativen Herausforderungen erfolgreich gestellt, auch als es stürmisch wurde.» Dass Stadler wieder auf die Erfolgsschiene zurückgekehrt sei, verdanke das Unternehmen auch dem grossen Einsatz seines Group CEO. «Für seine umsichtige Führung sowie seine grosse Verbundenheit zu Stadler danke ich ihm von Herzen, im Namen des ganzen Verwaltungsrats.»
Mit Philipp Brunner übernimmt ein Nachfolger, der wesentliche Teile seiner Karriere im internationalen Geschäft von Stadler verbracht hat. Er studierte Betriebswirtschaft an der Universität St.Gallen und ergänzte seine Ausbildung mit einem MBA der ETH Zürich. Erste Berufserfahrung sammelte er bei der UBS und in der Konsumgüterbranche.
Peter Spuhler stellte Brunner 2010 am Hauptsitz in Bussnang ein. Seine erste Aufgabe führte ihn als Projektleiter nach Indien, wo er direkt an Spuhler rapportierte. 2011 übernahm er eine schwierige Ausgangslage in Algerien und baute dort den Wartungsstandort von Stadler auf.
Ab 2012 verantwortete Brunner als Projektleiter den Aufbau des Werkes in Minsk auf der grünen Wiese. Anschliessend leitete er den Standort als Chief Operating Officer und ab 2016 als CEO. Unter seiner Führung entwickelte sich Stadler Minsk mit gegen 2000 Mitarbeitern zu einem der erfolgreichsten Unternehmen innerhalb der Gruppe und erzielte bedeutende Exporterfolge in Ost- und Zentraleuropa. Aufgrund der Sanktionen musste Stadler das Werk inzwischen stark verkleinern.
Als Leiter der Division Zentraleuropa baute Brunner das Geschäft mit drei Standorten und mehr als 2600 Mitarbeitern aus und machte es profitabel. Im Berliner Werk leitete er Massnahmen zur Effizienzsteigerung ein. Aus seinen bisherigen Aufgaben bringt er Kenntnisse der Schienenfahrzeugproduktion, der weltweiten Zulieferindustrie und der Märkte in Europa, Asien und Nordafrika mit.
Spuhler verweist auf die langjährige Zusammenarbeit mit dem künftigen Konzernchef: «Er hat sich in zahlreichen wichtigen Funktionen innerhalb der Stadler-Gruppe hochgearbeitet und mehrfach auch international bewiesen, dass er im operativen Geschäft exzellente Resultate erzielt.» Er freue sich sehr auf die Zusammenarbeit mit Brunner als neuem Group CEO und gratuliere ihm herzlich zu dieser Aufgabe.
Brunner wird die operative Verantwortung am 1. Januar 2027 übernehmen. Die Nachfolgeplanung für die Führung der Divisionen Zentraleuropa und Deutschland ist laut Stadler weit fortgeschritten. Die neuen Divisionsleiter sollen zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden.
Der designierte Group CEO freut sich auf die Zusammenarbeit mit Spuhler, dem Verwaltungsrat, der Konzernleitung und den 18’000 Mitarbeitern. «Stadler ist für mich eine Herzensangelegenheit und es ist mir eine grosse Ehre und Freude, Stadler nachhaltig auf diesem Erfolgskurs zu leiten.»