Stadler bringt Besucher zum Cristo Redentor
24.10.2019

Stadler bringt Besucher zum Cristo Redentor

Der Schienenfahrzeugbauer Stadler Rail hat eine Zahnradbahn für den Berg Corcovado in Rio de Janeiro entwickelt, gebaut und geliefert. Damit können Fahrgäste nun die berühmte Christusstatue „Cristo Redentor“ besuchen.

Eine nagelneue Zahnradbahn, die fristgerecht geliefert wurde und dann auch noch funktioniert: Für Rio de Janeiro sei dies eine „Art Wunder“, schreibt die „Neue Zürcher Zeitung“. Der Schienenfahrzeugbauer ist weltweit der einzige Anbieter solcher Zahnradbahnen, nachdem er „1998 den Zahnradbahnbereich der ehemaligen Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) von Sulzer übernommen“ hatte, so die NZZ. Die SLM hatte 1979 bereits die Zahnradbahn für den Corcovado gebaut. 2005 hat sich der Betreiber an Stadler Rail gewandt, da die Bahn modernisiert werden musste.

Die Verhandlungen haben sich dann zehn Jahre hingezogen, was insbesondere an der schwierigen Finanzierung gelegen hat. Nach der Auftragsvergabe hat sich Stadler an die technische Entwicklung gemacht, eine „herausfordernde“ Aufgabe, wie es in dem Artikel unter Berufung auf Projektleiter Dirk Vogt heisst.

Ein schmaler Schienenstrang durch den Regenwald, unter Denkmalschutz stehende Bahnhöfe und eine Steigung von bis zu 30 Prozent: Stadler hat die neuen Züge daher massgeschneidert für den Corcovado angefertigt, nahezu ausschliesslich in Bussnang. Und dabei einerseits die Geschwindigkeit gesteigert, so dass jetzt in derselben Zeit mehr Passagiere transportiert werden können. Und andererseits den Stromverbrauch um 75 Prozent reduziert, da die Bremsenergie bei der Abfahrt eingespeist wird.

Der Auftragswert hat 25 Millionen Franken betragen, so dass die Marge „nicht astronomisch“ gewesen sei, wie die NZZ Vogt zitiert. Doch für Stadler handelt es sich um ein wichtiges Prestigeprojekt. Zumal auch in China an der Zahnradtechnik getüftelt wird, so die NZZ.