St.Gallen nutzt KI für Firmen und Ämter
Text: pd/stz.
Eine Unternehmenswebseite eingeben, einige Fragen beantworten und einen persönlichen Innovationsreport erhalten: Mit dem Innoguide macht der Kanton St.Gallen künstliche Intelligenz für KMU praktisch nutzbar. Der kostenlose digitale Innovationsassistent liefert einen Aussenblick auf das Unternehmen, zeigt Stärken und ungenutztes Potenzial auf und schlägt nächste Schritte vor.
Dazu gehören passende Förder- und Beratungsangebote aus der Region sowie mögliche Partner. Der Innoguide soll Firmen damit helfen, ihre Innovationschancen einzuschätzen und konkrete Vorhaben anzustossen.
Forschung trifft auf Unternehmergeist
Hinter dem digitalen Angebot steht ein Standort mit rund 540’000 Einwohnern, einer vielfältigen Wirtschaft und einer starken Forschungslandschaft. Zur Entwicklung KI-basierter Anwendungen tragen unter anderem die Empa, HOCH Health Ostschweiz, die Universität St.Gallen (HSG), die Ostschweizer Fachhochschule (OST), der Switzerland Innovation Park Ost (SIP Ost) und RhySearch bei.
Die Institutionen arbeiten eng mit der Wirtschaft zusammen. Interdisziplinäre Teams entwickeln Lösungen vom Proof of Concept bis zur industriellen Anwendung. Unternehmen erhalten dadurch Zugang zu Talenten, Testfeldern und Forschungspartnern. Kurze Wege und die Zusammenarbeit über Institutionsgrenzen hinweg sollen den Transfer in die Praxis erleichtern.
Auch die Verwaltung soll profitieren
Der Kanton betrachtet KI zugleich als Werkzeug für die Modernisierung seiner Verwaltung. Dabei setzt er auf ein Vorgehen, das ethische Prinzipien, Rechtssicherheit und den praktischen Nutzen verbindet. Fünf Pfeiler bilden die Grundlage.
Den strategischen Rahmen schaffen eine KI- und eine Datenstrategie sowie Leitlinien und Grundsätze zum Einsatz künstlicher Intelligenz. Sie sollen Orientierung geben und verbindliche Strukturen für die systematische Einführung schaffen.
Der zweite Pfeiler ist das gemeinsame KI-Programm von Kanton und Gemeinden, koordiniert durch die Staatskanzlei. Es verbindet konkrete Pilotprojekte mit Fragen zu Governance, Betriebsmodell, Datenschutz und Informationssicherheit. Die daraus entstehenden Lösungen sollen Kanton und Gemeinden gleichermassen nutzen können.
Drittens setzt St.Gallen auf die Zusammenarbeit über die Kantonsgrenzen hinaus. Grundlage ist eine im Juni 2026 im Rahmen der Ostschweizer Regierungskonferenz unterzeichnete Vereinbarung. Sie verbindet die Ostschweizer Kantone, den Kanton Zürich und das Fürstentum Liechtenstein beim Thema KI.
Der vierte Pfeiler betrifft die Mitarbeiter: Abgestimmte Weiterbildungsangebote für Kanton und Gemeinden sollen ihre Kompetenzen im täglichen Umgang mit KI stärken.
Fünftens entsteht ein Lösungsbaukasten mit praxistauglichen KI-Anwendungen. Diese werden entwickelt und beschafft, wo möglich standardisiert und wo nötig auf spezifische Anforderungen zugeschnitten.
Entscheidend ist, was KI tatsächlich bringt
Für den Kanton steht der Nutzen für Menschen, Wirtschaft und Verwaltung im Vordergrund. Das gemeinsame KI-Programm, die interkantonale Zusammenarbeit und der Innoguide sollen zeigen, wie sich künstliche Intelligenz verantwortungsvoll und praxisnah einsetzen lässt.
Dieses Engagement bringt St.Gallen auch als Platinpartner von east#KI ein. Der Anspruch: Unternehmen beim Erkennen neuer Möglichkeiten unterstützen, Wissen gemeinsam nutzen und die Verwaltung für die digitale Zukunft rüsten.