Späte Karriereformen von Frauen über 45 Jahren
11.03.2019

Späte Karriereformen von Frauen über 45 Jahren

Expertinnen und Führungskräfte, die eine mehrjährige Berufserfahrung innerhalb des eigenen Unternehmens mitbringen, sind Schlüsselpersonen für Unternehmen. Mehr und mehr stehen Unternehmen bei einigen Funktionen vor dem Problem, vakante Positionen mit fachlich versierten Personen besetzen zu können. Am Donnerstag, 28. März, findet ab 17 Uhr an der FHS St.Gallen eine Veranstaltung zum Thema statt.

Interessant ist ein Blick auf die Altersgruppe von Frauen über 45 Jahren. Ihre vorausgehende Karriere haben sie meist anders als Männer bestritten oder bestreiten müssen. Sie waren seltener in den «Führungspipelines» der Unternehmen vertreten und haben für Familie oft ihr berufliches Engagement reduziert. Bisweilen finden sie sich heute in Arbeitssituationen wieder, die die Ausschöpfung ihres Potenzials qualifikatorisch sowie vom zeitlichen Umfang her nur anteilig zulassen. Frauen über 45 Jahren erfahren geringere Berücksichtigung z. B. im Zuge von Personalentwicklungs- oder Recruiting-Aktivitäten von Unternehmen.

Massnahmen zur Karriereförderung in Unternehmen – Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt
Entscheidend sind spezifische Strategien in der Rekrutierung und Personalentwicklung, um Frauen 45+ zu fördern, die z. B. indem sie durch geeignete Stellenausschreibungen stärker zu einer Bewerbung ermutigt fühlen, ihre mittel- und langfristigen beruflichen Vorstellungen abgeholt und ihnen individuelle Entwicklungsmöglichkeiten aktiv angeboten werden. Für die meisten Beschäftigten in dieser Altersgruppe stellt sich die Sinnfrage – sie möchten Gestaltungsspielräume erhalten und etwas bewegen. Kann ein Unternehmen seinen erfahrenen Angestellten dies ermöglichen, sind sie meist gern bereit, bis zur Pensionierung oder darüber hinaus zu bleiben und wirksam zu sein.

In einem vom Eidg. Büro für Gleichstellung geförderten Forschungsprojekt haben wir die Karriereentwicklung von Frauen über 45 Jahre untersucht und konkrete Massnahmen zu ihrer Förderung entwickelt. Darunter sind z. B.
- ein Screening, mit dem die bestehende Personalförderung bezogen auf Alter und Geschlecht hinterfragt werden kann,
- eine Gruppenveranstaltung zur Entwicklung des gemeinsamen Zielbildes für die Personalentwicklung im Unternehmen insgesamt sowie
- Gespräche zur individuellen Karriereplanung nach Life-Design-Ansatz unter Einsatz von Design-Thinking.

Abendveranstaltung an der FHS St.Gallen
Am Donnerstag, 28. März, findet ab 17 Uhr an der FHS St.Gallen eine Veranstaltung zum Thema statt. Dieser Anlass bietet Einblicke in die Ergebnisse des Forschungsprojektes und die Möglichkeit zur aktiven Diskussion mit Experten aus Wissenschaft und Praxis über Möglichkeiten und Hindernisse von Frauenkarrieren. Die Veranstaltung ist öffentlich und gratis. Hier geht es zur Anmeldung.

Kontakt & Beteiligte Forschungspartner der FHS St.Gallen, Hochschule für Angewandte Wissenschaften:
Kompetenzzentrum Leadership und Personalmanagement, Institut IQB-FHS
Prof. Dr. Sibylle Olbert-Bock, Leitung – sibylle.olbert@fhsg.ch
Dr. Nicole Bischof – nicole.bischof@fhsg.ch
Abdullah Redzepi – abdullah.redzepi@fhsg.ch
HR-Panel «New Work»
Prof. Dr. Alexandra Cloots – alexandra.cloots@fhsg.ch
Fachstelle Gender & Diversity
Ursula Graf – ursula.graf@fhsg.ch