Was meinte er?
Das Feedback ist für interne Zwecke, wörtlich kann ich ihn nicht zitieren. Aber er war recht euphorisch und fand, meine Geschichte sei wie ein Krimi gewesen und gehöre unbedingt auf die grosse Bühne.
Worum ging es denn inhaltlich?
Krisenkommunikation und -management – also nichts, das alle 15 Sekunden für einen Lacher sorgt. Was mich ein bisschen besorgte, denn meistens werden die Lustigen besonders gut bewertet. Aber natürlich kann man mit dem Thema gut Spannung erzeugen – mein Alltag ist ja auch davon geprägt, dass man mit Situationen konfrontiert ist, in denen verschiedene Akteure handeln, aber man weiss nicht, wie.
Und wie macht man daraus eine Rede?
In der Vorausscheidung hatte ich den Fall des Eishockey-Nationaltrainers Patrick Fischer analysiert. Beziehungsweise, was in der Kommunikation und im Krisenmanagement schiefgelaufen war und wie man Fischer allenfalls hätte retten können.
Hätte man?
Das kommt darauf an, zu welchen Schlüssen ein professionelles Krisenmanagement gekommen wäre. Nur zwei Beispiele: Es hätte zwingend abgeklärt werden müssen, ob dem Team und Fischer durch die Untersuchung des Weltverbandes tatsächlich noch Ungemach drohen könnte, z.B. Sanktionen unmittelbar vor oder während der Heim-WM. Das hätte von den Sportjuristen abgeklärt werden müssen. Und dann wären natürlich auch Absprachen ganz wichtig gewesen: Der Dolchstoss durch das Statement von Swiss Olympic hätte zum Beispiel niemals passieren dürfen – solche Dissonanzen regelt man nicht in der Öffentlichkeit, sondern hinter den Kulissen. Und natürlich noch bevor der Fall öffentlich wird.