28.02.2018

Razzia bei Pierin Vincenz

Die St.Galler Bank Raiffeisen zeigt ihren ehemaligen CEO wegen «ungetreuer Geschäftsbesorgung» an. Gestern führten die Staatsanwaltschaften von Zürich und St.Gallen bei Pierin Vincenz eine Hausdurchsuchung durch.

Gestern sei die Polizei bei Pierin Vincenz vorgefahren und habe sein Haus durchsucht, berichtet blick.ch. Die Staatsanwaltschaft III für Wirtschaftsdelikte des Kantons Zürich hat gestützt auf eine Anzeige der Aduno Holding AG gegen Pierin Vincenz als ehemaligen Verwaltungsratspräsidenten sowie gegen ein weiteres ehemaliges Verwaltungsratsmitglied ein Strafverfahren wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung eröffnet. Vinzenz war erst im vergangenen Juni als Verwaltungsrat der Kreditkartengesellschaft ausgeschieden.

«Raiffeisen nimmt den Verdacht auf ungetreue Geschäftsbesorgung und die für uns neuen Indizien der Staatsanwaltschaft zum Anlass, auf eine juristische Aufklärung aller Vorgänge in der Vergangenheit zu drängen. Darum hat der Verwaltungsrat auf Antrag der Geschäftsleitung beschlossen, als Privatklägerin dem oben erwähnten Verfahren beizutreten und reicht darüber hinaus Strafanzeige gegen Vincenz und gegen weitere möglicherweise involvierten Personen ein», heisst es in einer Mitteilung der Bank.

«Als gestern Morgen früh die Polizei vor der Tür stand, war das für mich ein Schock. Ich bin von dieser Strafuntersuchung total überrascht und erstaunt», soll Vincenz dem Blick gesagt haben. «Ich bestreite die gegen mich erhobenen Vorwürfe vehement und werde mich mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen wehren.» Er habe die Interessen der Firmen, für die er gearbeitet habe, stets gewahrt. Im Moment wird der ehemalige Raiffeisen-CEO von der Staatsanwaltschaft Zürich befragt.

Total wurden die Häuser und Büros von fünf Beschuldigten (gemäss insideparadeplatz.ch Vincenz, sein Ex-Kompagnon Beat Stocker, dessen Anwalt Beat Barthold sowie die Ostschweizer Unternehmer Peter Wüst und Andreas Etter, die Vincenz als damaligem Raiffeisen-Chef ihre Investnet AG schmackhaft gemacht hatten) durchsucht. Dabei hat die Staatsanwalt «umfangreiches Beweismaterial» sichergestellt. 

insideparadeplatz.ch verdächtigt Vincenz' Nachfolger Patrik Gisel, von dessen Machenschaften gewusst und sie toleriert zu haben.