Raiffeisen beendet Ankerrolle bei Leonteq
Text: stz.
Raiffeisen Schweiz vollzieht den angekündigten Rückzug bei Leonteq: Insgesamt 22,71 Prozent der Aktien gehen an die H21 Macro Limited und vier private Investoren. Der Verkauf war am 2. März 2026 bekannt gegeben worden und ist nun abgeschlossen.
Hinter H21 Macro steht der Schweizer Investor Rainer-Marc Frey. Er hält über die Gesellschaft neu 4’313’340 Leonteq-Aktien. Dies entspricht 23,3 Prozent der ausstehenden Titel. Raiffeisen verbleiben 1’294’996 Aktien beziehungsweise rund 7,0 Prozent.
Die für den Abschluss der Transaktion gebildete Aktionärsgruppe aus H21 Macro und den vier privaten Investoren wurde nach dem Vollzug wieder aufgelöst. Angaben zu den einzelnen Beteiligungen der vier Investoren machte Leonteq nicht.
Kapitalmässige Entflechtung ohne operativen Bruch
Mit der deutlichen Reduktion ihrer Beteiligung beendet Raiffeisen ihre Rolle als Ankeraktionärin von Leonteq. Geschäftlich bleiben die beiden Unternehmen jedoch verbunden. Die bestehende operative Zusammenarbeit wird unverändert fortgeführt. Der Kooperationsvertrag läuft bis März 2030.
Raiffeisen und Leonteq arbeiten seit 2013 zusammen. Leonteq stellt der Bank unter anderem Technologie und Dienstleistungen für strukturierte Anlageprodukte zur Verfügung. Die kapitalmässige Entflechtung hat laut Raiffeisen keine Auswirkungen auf diese Kooperation.
Die Beteiligung galt als Teil der von Pierin Vincenz vorangetriebenen Diversifikationsstrategie. Unter dem damaligen Raiffeisen-CEO stieg die Raiffeisen-Tochter Notenstein 2013 zur grössten Einzelaktionärin von Leonteq auf. Vincenz gehörte anschliessend dem Leonteq-Verwaltungsrat an und präsidierte das Gremium von 2016 bis 2017. Mit dem weitgehenden Verkauf der Beteiligung beendet Raiffeisen nun ein weiteres Kapitel aus der Ära Vincenz.
Nach Abschluss des Aktienverkaufs will Leonteq am 21. September 2026 eine virtuelle ausserordentliche Generalversammlung durchführen. Die Einladung und die Traktanden sollen in Kürze veröffentlicht werden.