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Huber+Suhner rüstet sich für Wachstum

Huber+Suhner rüstet sich für Wachstum
Für das Gesamtjahr bleibt Huber+Suhner zuversichtlich
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Huber+Suhner steigert im ersten Halbjahr 2026 den Auftragseingang um 5,1 Prozent und den Umsatz um 2,6 Prozent. Hohe Vorinvestitionen in das Geschäft mit Optical Circuit Switches drücken vorübergehend auf die Profitabilität. Für das Gesamtjahr hält der Herisauer Verbindungstechnikspezialist dennoch an seinen ambitionierten Wachstumszielen fest.

Text: pd/stz.

Der Auftragseingang von Huber+Suhner erhöhte sich im ersten Halbjahr 2026 auf 542,8 Millionen Franken. Das entspricht einem Plus von 5,1 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. Der Nettoumsatz wuchs um 2,6 Prozent auf 457,4 Millionen. Bereinigt um Währungs-, Kupferpreis- und Portfolioeffekte resultierte ein organisches Wachstum von 6,0 Prozent.

Ende Juni verfügte Huber+Suhner über einen hohen Auftragsbestand von 516,7 Millionen Franken. Das Verhältnis zwischen Auftragseingang und Umsatz, die sogenannte Book-to-Bill-Ratio, verbesserte sich von 1,16 auf 1,19.

Europa, der Nahe Osten und Afrika gewannen für Huber+Suhner weiter an Bedeutung: Die EMEA-Region steuerte 60 Prozent zum Umsatz bei, nach 54 Prozent im Vorjahr. Auf Amerika entfielen 21 Prozent und auf die Region Asien-Pazifik 19 Prozent.

Investitionen drücken vorübergehend auf den Gewinn

Die umfangreichen Vorinvestitionen in den Ausbau der Entwicklungs- und Produktionskapazitäten für Optical Circuit Switches belasteten das Ergebnis. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern sank um 8,4 Prozent auf 41,2 Millionen Franken. Die EBIT-Marge ging von 10,1 auf 9,0 Prozent zurück.

Unter dem Strich erwirtschaftete Huber+Suhner einen Konzerngewinn von 34,9 Millionen Franken. Das sind 4,6 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025. Der freie operative Cashflow fiel aufgrund des tieferen Gewinns und der hohen Investitionen mit minus 25,2 Millionen negativ aus. Die Nettoliquidität belief sich Ende Juni auf 146,1 Millionen.

Parallel zum Kapazitätsausbau erhöhte Huber+Suhner den Personalbestand deutlich. Ende Juni beschäftigte das Unternehmen weltweit 4488 Personen, gegenüber 4058 vor einem Jahr. Der grösste Teil des Anstiegs steht im Zusammenhang mit dem Ausbau des OCS-Geschäfts. In der Schweiz stieg die Zahl der Beschäftigten von 1173 auf 1204.

Personaltag 26  

Industriesegment wächst kräftig

Wachstumsmotor war das Segment Industrie. Der Auftragseingang sprang um 41,7 Prozent auf 241,8 Millionen Franken, der Umsatz nahm um 22,1 Prozent auf 189,4 Millionen zu. Die EBIT-Marge verbesserte sich deutlich von 16,9 auf 19,6 Prozent.

Für die starke Entwicklung sorgten insbesondere die Bereiche Luft-, Raumfahrt und Wehrtechnik sowie Prüf- und Messtechnik. Auch weitere Nischenmärkte trugen zum Wachstum bei. Bei den Schnellladesystemen für Elektrofahrzeuge stagnierten die Umsätze hingegen.

Weniger erfreulich entwickelte sich das Segment Kommunikation. Der Auftragseingang sank um 30,0 Prozent auf 140,0 Millionen Franken, der Umsatz um 14,1 Prozent auf 132,4 Millionen. Die anhaltend schwache Nachfrage im Mobilfunk und bei Kommunikationsausrüstern sowie die hohen Vorleistungen für das OCS-Geschäft führten zu einem Betriebsverlust von einer Million. Die EBIT-Marge fiel von 8,0 auf minus 0,8 Prozent.

Die 2025 gewonnenen OCS-Grossaufträge eines Betreibers von Hyperscale-Infrastrukturen steuerten im ersten Halbjahr erste Umsätze bei. Ab der zweiten Jahreshälfte erwartet Huber+Suhner aus diesem Geschäft einen deutlich stärkeren Beitrag.

Im Segment Transport erhöhte sich der Auftragseingang um 10,4 Prozent auf 161,0 Millionen Franken. Der Umsatz blieb mit 135,6 Millionen praktisch stabil. Die EBIT-Marge stieg von 8,4 auf 9,0 Prozent. Positive Impulse kamen insbesondere aus dem Automobilgeschäft und aus Kommunikationslösungen für den Schienenverkehr.

Ingun soll das Prüfgeschäft stärken

Nach Ende der Berichtsperiode vereinbarte Huber+Suhner die Übernahme des deutschen Prüftechnikspezialisten Ingun. Das Unternehmen entwickelt hochpräzise Prüf- und Kontaktierungslösungen und erzielte 2025 einen Umsatz im hohen zweistelligen Millionenbereich.

Mit der Akquisition erweitert Huber+Suhner sein Angebot in der Prüf- und Messtechnik und will künftig durchgängige Testlösungen für Hochfrequenz-, Digital- und Energieanwendungen anbieten. Der Abschluss der Transaktion ist bis Ende des dritten Quartals 2026 vorgesehen.

ZbW  

Jahresziele bestätigt

Für das Gesamtjahr bleibt Huber+Suhner zuversichtlich. Das Unternehmen erwartet weiterhin ein organisches Umsatzwachstum von mindestens 10 Prozent und eine EBIT-Marge zwischen 10,5 und 12,0 Prozent. Voraussetzung dafür ist ein wie erwartet deutlich stärkeres zweites Halbjahr.

Als Wachstumstreiber nennt Huber+Suhner die Megatrends künstliche Intelligenz, Elektrifizierung und Sicherheit. Neben dem Ausbau des Rechenzentrumsgeschäfts rechnet das Unternehmen mit einer robusten Nachfrage in der Luft-, Raumfahrt und Wehrtechnik sowie in der Prüf- und Messtechnik. Auch die leichte Erholung bei Elektrofahrzeugen und neue Kommunikationslösungen für den Schienenverkehr sollen zusätzliche Impulse liefern.

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