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Industrie schöpft neue Hoffnung

Industrie schöpft neue Hoffnung
Die jüngste Verbesserung des Raiffeisen KMU PMI weckt erneut Hoffnung auf eine Erholung der Schweizer Industrie
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Der Raiffeisen KMU PMI ist im Juli wieder über die Wachstumsschwelle gestiegen. Vor allem exportorientierte Unternehmen melden eine bessere Auftragslage. Eine Sonderumfrage zeigt jedoch, dass die Reserven vieler KMU weiterhin knapp sind und die Erholung entsprechend fragil bleibt.

Text: pd/stz.

Der Raiffeisen KMU PMI ist im Juli von 49,4 auf 50,7 Punkte gestiegen. Damit liegt der Einkaufsmanagerindex nach zwei Monaten unter der Wachstumsschwelle wieder über der Marke von 50 Punkten. Die Erhebung fand nach dem erneuten Aufflammen der Kampfhandlungen im Nahen Osten statt. Trotzdem hellte sich die Geschäftslage auf.

Eine ähnliche Entwicklung zeigte sich in der Eurozone: Dort stieg der Einkaufsmanagerindex für die Industrie von 51,4 auf 52,0 Punkte. In der Schweiz wurde die Erholung vor allem von exportorientierten Unternehmen getragen, die im Juli einen höheren Auftragsbestand verzeichneten.

Auftragslage verbessert sich deutlich

Drei der fünf Komponenten des Raiffeisen KMU PMI entwickelten sich positiv. Der Auftragsbestand stieg von 48,5 auf 51,9 Punkte, die Produktion von 49,2 auf 49,9 Punkte und die Lieferfristen von 51,4 auf 55,0 Punkte.

Dagegen sank der Teilindex zur Beschäftigung leicht von 49,5 auf 49,4 Punkte. Deutlicher fiel der Rückgang bei den Einkaufslagern aus: Der entsprechende Wert verringerte sich von 49,9 auf 45,9 Punkte. Sowohl die Beschäftigung als auch die Einkaufslager und die Produktion blieben damit unter der Wachstumsschwelle.

Die bessere Auftragslage schlug sich im Juli somit noch nicht in einer höheren Produktion nieder. Gleichzeitig standen deutlich kleinere Einkaufslager einem spürbaren Anstieg der Lieferfristen gegenüber.

Der Rückgang der Lagerbestände könnte darauf hindeuten, dass die Unternehmen vorsichtiger geworden sind und mit einer schwächeren Nachfrage rechnen. Angesichts der klar verbesserten Auftragslage erscheint diese Erklärung laut Raiffeisen jedoch wenig wahrscheinlich.

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Längere Lieferzeiten erschweren Lageraufbau

Wahrscheinlicher ist, dass längere Lieferzeiten die Wiederauffüllung der Einkaufslager erschwert haben. Besonders ausgeprägt war der Anstieg der Lieferfristen bei exportorientierten KMU.

Anders als in früheren Umfragen liefern die qualitativen Rückmeldungen jedoch keine breit abgestützten Hinweise auf eine generelle Verschlechterung der Lieferketten. Die längeren Lieferfristen dürften deshalb zumindest teilweise auch auf die verbesserte Auftragslage bei den exportorientierten Unternehmen zurückzuführen sein.

Erholung bleibt anfällig

Die jüngste Verbesserung des Raiffeisen KMU PMI weckt erneut Hoffnung auf eine Erholung der Schweizer Industrie. Auf vergleichbare Erholungssignale folgten in den vergangenen Jahren allerdings wiederholt Rückschläge.

Höhere Energiepreise und mögliche Beeinträchtigungen wichtiger Transportwege könnten die Produktionskosten erneut steigen lassen und die Unsicherheit vergrössern. Solange die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten anhalten, bleibt deshalb offen, wie nachhaltig die industrielle Erholung ausfallen wird.

Jeder zweite Betrieb hat weniger als zwei Monate Reserve

Wie anfällig die Entwicklung weiterhin ist, zeigt eine Sonderumfrage von Raiffeisen. Bei rund der Hälfte der befragten Unternehmen reicht der aktuelle Auftragsbestand bei gleichbleibendem Produktionstempo für weniger als zwei Monate.

Exportorientierte Unternehmen verfügen zwar häufiger über ein Auftragspolster von zwei bis vier Monaten. Langfristige Auftragsbestände sind hingegen bei binnenorientierten Unternehmen verbreiteter. Eine erneute Eskalation im Nahen Osten könnte die Stimmung in der Schweizer Industrie deshalb rasch wieder spürbar eintrüben.

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