St.Gallen

Qualitätsoffensive soll St.Galler Energiewende stärken

Qualitätsoffensive soll St.Galler Energiewende stärken
Die beiden Projektleiter der Energieagentur St.Gallen: Martin Krapf und Daniel Wittenwiler
Lesezeit: 2 Minuten

Der Kanton St.Gallen und die St.Galler Gemeinden verfügen neu über eine deutlich verbesserte und verlässliche Datengrundlage zu den Heizungstypen in Wohngebäuden. Im Rahmen einer umfassenden Qualitätsoffensive hat die Energieagentur St.Gallen im Auftrag von St.Galler Gemeinden die Einträge im Eidgenössischen Gebäude- und Wohnungsregister systematisch überprüft, korrigiert und ergänzt. Damit steht Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit erstmals ein nahezu vollständiges Bild der Wärmeversorgung im Gebäudepark zur Verfügung.

Text: pd/stz.

Das Gebäude- und Wohnungsregister bildet das datentechnische Rückgrat für Energieplanungen und Klimabilanzen auf Ebene der Gemeinden, Regionen und des Kantons. In den vergangenen Monaten hat das Projektteam die Heizungsdaten von zehntausenden Wohngebäuden im Kanton überprüft und mit zahlreichen zusätzlichen Quellen abgeglichen. Insgesamt flossen knapp 90’000 Datensätze aus 187 verschiedenen Datenquellen ein.

Massiver Qualitätssprung

Durch die systematische Überprüfung konnte der Anteil aktueller Heizungsinformationen kantonsweit von rund 30 auf 95 Prozent gesteigert werden. Gleichzeitig reduzierte sich der Anteil an «unbestimmt» klassifizierten Energiequellen nahezu auf null. Die aktualisierte Datengrundlage zeigt, dass der Wandel hin zu erneuerbaren Energien im St.Galler Gebäudepark bereits weit fortgeschritten ist. Dennoch werden weiterhin rund 50 Prozent der Wohngebäude mit fossilen Energieträgern beheizt.

«Mit der bereinigten Datenbasis liegt nun eine der schweizweit solidesten Grundlagen vor, um den Stand der Dekarbonisierung im Gebäudesektor präzise abzubilden und Fortschritte künftig messbar zu machen», sagt Daniel Wittenwiler, Projektleiter bei der Energieagentur St.Gallen.

Gemeinsamer Erfolg von Kanton und Gemeinden

An der Bereinigungsaktion beteiligten sich 53 Gemeinden, von Altstätten bis Zuzwil. Die Stadt St.Gallen führt ihre Einträge kontinuierlich nach, weshalb dort keine zusätzliche Bereinigung notwendig war. Der Kanton unterstützte das Projekt finanziell, da es eine fundierte Grundlage für strategische Entscheide schafft.

«Aktuelle GWR-Daten dienen als zentrale Ausgangsbasis für die Planung und Investition im Bereich der erneuerbaren Wärmeversorgung. Die Aktualisierung des GWR durch die Energieagentur St.Gallen erfolgte äusserst speditiv, unkompliziert und professionell. Dieses Vorgehen wurde von den beteiligten Gemeinden sehr geschätzt», sagt Bernhard Keller, Geschäftsführer des Verbands St.Galler Gemeindepräsidien.

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Ein dynamischer Prozess

Die Gesamterneuerung der Datengrundlage im Gebäude- und Wohnungsregister ist kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess. Die Führung des Registers sowie die Aktualisierung der Daten liegen bei den Gemeinden.

Auch die Bevölkerung kann zur Datenqualität beitragen, indem Änderungen an Heizsystemen der jeweiligen Gemeinde oder direkt dem Bundesamt für Statistik gemeldet werden. Denn nur mit aktuellen und präzisen Daten lassen sich Fernwärmenetze wirtschaftlich planen und Fördergelder dort einsetzen, wo sie für den Ersatz fossiler Systeme am dringendsten benötigt werden.

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