Privatkonkurse erreichen neuen Höchstwert
04.01.2019

Privatkonkurse erreichen neuen Höchstwert

Nur zweithöchster Wert bei den Neueintragungen, weniger Nettowachstum wegen mehr Löschungen von Firmen, deutliche Zunahme bei den Firmenpleiten und Privatkonkurse mit neuem Höchstwert: Das vergangene Jahr in der Analyse der Creditreform Egeli St.Gallen AG.

Nach den ersten sechs Monaten des soeben zu Ende gegangenen Jahres rechnete der Schweizerische Gläubigerverband Creditreform mit einem neuen Rekordwert bei den Neueintragungen. Knapp 44 000 neue Unternehmen waren damals in Reichweite. Nachdem das Jahr nun vorbei ist, können die effektiven Zahlen analysiert werden. Immerhin noch deutlich über 43 000 neue Unternehmen wurden im Handelsregister eingetragen, nach dem Rekordwert von 2017 der zweithöchste je gemessene Wert. Dass der Zuwachs unter dem Strich um über 1200 Unternehmen geringer ausfiel, ist auf einen Rekordwert bei den Löschungen zurückzuführen. Gut 1 000 Unternehmen mehr als 2017 wurden aus den Registern gelöscht. Ein Minus von 8.4 % beim Nettowachstum ist beträchtlich, der absolute Wert von 13 562 ist aber ebenfalls der zweithöchste Wert, der je gemessen wurde.

Vergleicht man die einzelnen Monatswerte der Neueintragungen, so stellt man fest, dass insbesondere in der zweiten Jahreshälfte weniger Neueintragungen gemacht wurden als im Vorjahr. Vertieft man die Analyse auf die Kantone, fällt auf, dass die beiden Kantone, welche am meisten Neueintragungen auf sich vereinen (Zürich und Waadt), weniger resp. knapp gleich viele Neueintragungen wie im Vorjahr aufweisen und gleichzeitig bei den Löschungen deutlich zugelegt haben. Details zu den einzelnen Kantonen werden auf Wunsch gerne bereitgestellt.

Firmen- und Privatkonkurse
Bei den Firmenkonkursen war die Prognose der Creditreform nach sechs Monaten pessimistischer, als dies nun herausgekommen ist. Das St.Galler Unternehmen rechnete mit rund 5 100 Insolvenzen, was ein Plus von satten 7 % gegenüber dem Vorjahr gewesen wäre. Am Schluss sind es 4 952 Firmen, über welche der Richter wegen Zahlungsunfähigkeit den Konkurs eröffnen musste; 3.9 % mehr als 2017.

Die Konkurspublikationen aufgrund von Mängeln gemäss OR 731b blieben im abgelaufenen Jahr stabil. Firmen welche bspw. kein rechtliches Domizil mehr haben oder weitere gesetzliche Anforderungen nicht mehr erfüllen, können seit 2008 über den Weg einer Konkurspublikation gelöscht werden. Die Creditreform geht davon aus, dass es sich dabei um Unternehmen handelt, die in der Regel keine wirtschaftlichen Aktivitäten mehr erbracht hatten und darum kaum Gläubiger zu Schaden kommen.

Die Zahl der Insolvenzen des vergangenen Jahres stellt beinahe einen neuen Rekordwert dar, denn nur im Jahr 2004 gingen mit einem hauchdünnen Vorsprung mehr Firmen Pleite als 2017, nämlich 4 955.

Alle Zahlen finden Sie unter https://www.creditreform.ch/fileadmin/user_upload/CR-International/local_documents/ch/Dateiablage/40_News/15_Presse/Presseletter_012019.pdf