Ostschweizer Roboter landen am Flughafen Zürich
Text: stz.
Was mit fünf mobilen Abfallrobotern als Versuch begann, wird deutlich ausgebaut: Die Flughafen Zürich AG hat der Altstätter Robonnement AG den Zuschlag für insgesamt 17 autonome Serviceroboter erteilt. Der Entscheid fiel nach einer erfolgreichen Testphase und einer öffentlichen Ausschreibung.
Der Auftrag hat einen Wert von 297’253 Franken. Vorgesehen sind 15 Roboter mit einem Modul zur Abfallentsorgung sowie zwei Roboter mit einer Servicestation für den Gastronomiebereich. Die Geräte sollen sich selbstständig durch die Terminals bewegen und den Passagieren die Möglichkeit bieten, ihren Abfall direkt bei den mobilen Sammelstellen zu entsorgen.
Die Flughafen Zürich AG mietet die Roboter zunächst für mindestens ein Jahr. Anschliessend besteht die Möglichkeit, die Geräte zu übernehmen.
Fünf Roboter überzeugten im Pilotbetrieb
Ende 2025 hatte der Flughafen Zürich fünf mobile Abfallroboter getestet. Die ungewöhnlichen Helfer bewegten sich autonom durch die Terminals und sorgten bei den Passagieren für Aufmerksamkeit. Nach dem erfolgreichen Versuch schrieb die Flughafen Zürich AG im Mai 2026 die Beschaffung von Service-Robotern öffentlich aus. Der Zuschlag an Robonnement erfolgte am 7. August.
Für das Altstätter Unternehmen ist der Auftrag ein wichtiger Meilenstein. Seine Robotiklösungen kommen künftig an einem der sichtbarsten und anspruchsvollsten Einsatzorte der Schweiz zum Zug.
«Das Projekt zeigt sehr konkret, wie Robotik bereits heute in der realen Welt funktioniert», sagt Robonnement-Gründer und CEO Nimrod Malinas. Die Roboter sollten keine Mitarbeiter ersetzen, sondern repetitive Aufgaben übernehmen. Dadurch werde Personal für Tätigkeiten frei, bei denen Menschen tatsächlich gebraucht würden.
Roboter kommen im Abonnement
Robonnement hat sich auf die Vermietung und Finanzierung robotischer Systeme spezialisiert. Das Geschäftsmodell «Robotics as a Service» ermöglicht Unternehmen, Roboter flexibel zu nutzen, ohne die Geräte selbst kaufen zu müssen. Die monatlichen Gebühren umfassen unter anderem Bereitstellung, Schulung, Wartung und technische Aktualisierungen.
Das Unternehmen mit Sitz an der Churerstrasse in Altstätten ging aus dem traditionsreichen Oberflächentechnik-Anbieter K. Lips AG hervor. Nimrod Malinas übernahm diesen 2020 und entwickelte daraus eine Plattform, die Unternehmen den Zugang zu Lackier-, Reinigungs-, Transport- und Servicerobotern erleichtert.
Mit dem Auftrag des Flughafens Zürich macht Robonnement nun den nächsten Schritt: Aus einem viel beachteten Test mit fünf Robotern wird ein langfristig angelegter Einsatz mit 17 Geräten.