OST will Batterien aus dem Schrott holen
Text: pd/fam
Das Forschungsprojekt «BatZink» wurde vom Umtec Institut für Umwelt- und Verfahrenstechnik der OST gemeinsam mit Partnern aus Behörden, Verbänden und Unternehmen durchgeführt. Die Ergebnisse wurden am 4. September an der Fachtagung «Wastevision» 2026 in Rapperswil erstmals öffentlich vorgestellt.
In der Schweiz werden rund 70 Prozent der verkauften Gerätebatterien separat gesammelt und recycelt. Die übrigen Batterien gelangen teilweise in den Haushaltskehricht und damit in Kehrichtverwertungsanlagen. Viele überstehen die Verbrennung weitgehend unbeschädigt und werden bei der Aufbereitung der Schlacke zusammen mit dem Eisenschrott aussortiert.
Untersuchungen im Rahmen von «BatZink» zeigen, dass dadurch jährlich Batterien mit einem Gesamtgewicht von rund 360 Tonnen in den KVA-Eisenschrott gelangen. Gleichzeitig werden grosse Mengen an Schlackenresten sowie bis zu 110 Tonnen Zink pro Jahr in Stahlwerke transportiert und eingeschmolzen.
Schrott gezielter aufbereiten
Im Projekt wurden verschiedene Verfahren getestet, um Batterien und Schlackenreste vor dem Stahlrecycling auszusortieren. Dadurch kann die Qualität des zurückgewonnenen Eisenschrotts verbessert werden.
Die ausgesonderten Batterien sollen möglichst dem Batterierecycling zugeführt werden. Zudem untersuchte das Projekt Verfahren, mit denen Stahlhülsen zurückgewonnen und Bestandteile wie Zink und Mangan weiterverarbeitet werden können.
Laut der im Projekt erstellten Ökobilanz können die untersuchten Verfahren die Umweltbelastung gegenüber dem Export und Einschmelzen von unbehandeltem KVA-Eisenschrott je nach Variante um rund 23 bis 30 Prozent reduzieren.
Die Projektverantwortlichen beurteilen die zusätzliche Aufbereitung als technisch umsetzbar. Für die aufwendigste untersuchte Variante werden Kosten von rund 100 bis 200 Franken pro Tonne KVA-Eisenschrott veranschlagt.