Inspiration schafft neue Perspektiven
Text: pd/stz.
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Beim Inspiration-Day OST bestimmten die Besucher selbst, welche Themen sie vertiefen wollten. Aus neun parallel angebotenen Referaten stellten sie ihr individuelles Programm mit drei Beiträgen zusammen. Zwischen den Sessions und beim abschliessenden Networking-Apéro blieb Zeit, um Gedanken weiterzuführen, Erfahrungen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.
Einen eindrücklichen Einblick in die Welt des Spitzensports gab Dario Cologna. Der erfolgreichste Schweizer Wintersportler berichtete in seinem Referat «90 Tage» von Erfolgen, aber auch von Rückschlägen, Leistungsdruck und schwierigen Phasen seiner Karriere. «Erfolg entsteht nicht nur in den guten Momenten. Entscheidend ist, wie wir mit Rückschlägen umgehen und ob es uns gelingt, danach wieder konsequent weiterzuarbeiten», sagte Cologna.
Neue Wege in der Pflege und KI am Arbeitsplatz
Alessia Schrepfer nahm das Publikum mit auf ihren Weg von der Pflegefachfrau zur Unternehmerin. Die OST-Alumna schilderte, weshalb sie die Probleme im Gesundheitswesen nicht einfach hinnehmen wollte und den Schritt in die Selbstständigkeit wagte. Dabei sprach sie offen über Erfolge, Zweifel und Widerstände. «Wer etwas verändern will, muss bereit sein, Verantwortung zu übernehmen. Gerade in der Pflege brauchen wir Menschen, die neue Wege ausprobieren und den Mitarbeitern mehr Mitsprache ermöglichen», erklärte Schrepfer.
Wie künstliche Intelligenz die tägliche Arbeit verändert, zeigte Antonia Zahner. Die KI-Expertin und OST-Alumna erklärte anhand konkreter Beispiele, wie KI-Agenten beim Verfassen von E-Mails, bei Recherchen oder bei der Vorbereitung von Sitzungen unterstützen können. «KI-Agenten nehmen uns nicht einfach die Arbeit ab. Richtig eingesetzt, schaffen sie Freiräume, damit wir uns stärker auf kreative, strategische und zwischenmenschliche Aufgaben konzentrieren können», sagte Zahner.
Wer regiert die Schweiz?
Einen Blick hinter die Kulissen des politischen Betriebs ermöglichte Markus Häfliger. Der langjährige Bundeshausjournalist berichtete, wie Entscheidungen in Bundesbern entstehen und welchen Einfluss Parteien, Medien und Interessenvertretungen ausüben. Seine Erfahrungen machten komplexe politische Abläufe anschaulich. «Politik besteht nicht nur aus öffentlichen Debatten und Abstimmungen. Viele entscheidende Gespräche finden vorher und abseits der Kameras statt», erklärte Häfliger.
Interaktiv wurde es bei Christian Thiel. Der Professor für Wirtschaftsinformatik an der OST führte das Publikum mit seiner «Darknet Gameshow» durch die Welt von Hackerangriffen, gestohlenen Daten und digitalen Betrugsversuchen. «Cyberkriminalität ist kein abstraktes Problem, das nur grosse Unternehmen betrifft. Wir alle hinterlassen digitale Spuren und können zum Ziel eines Angriffs werden», betonte Thiel.
Longevity und Kommunikation im Alltag
Mit dem Trendthema Longevity beschäftigte sich Simone Eicher, Leiterin des Kompetenzzentrums Technologische Innovationen im Alter am Institut für Altersforschung der OST. Sie erklärte, was ein langes und zugleich gesundes Leben begünstigt. Im Mittelpunkt standen nicht teure Wundermittel, sondern soziale Beziehungen, Bewegung, sinnvolle Tätigkeiten und Lebensfreude. «Beim guten Älterwerden geht es nicht nur um zusätzliche Lebensjahre, sondern vor allem um Lebensqualität, Selbstständigkeit und soziale Teilhabe», sagte Eicher.
Simon Gutknecht, OST-Professor für Kommunikation und Interkulturelle Kompetenz, beleuchtete die Frage, was inspirierende Führung ausmacht. «Gute Führung gibt Orientierung und schafft Vertrauen. Sie ermutigt Menschen, ihre Fähigkeiten einzubringen und Verantwortung zu übernehmen», fasste Gutknecht zusammen.
Kathrin Loppacher, Leiterin Academy und Office Management der IHK St.Gallen-Appenzell, widmete sich den Tücken der zwischenmenschlichen Kommunikation. Sie veranschaulichte, weshalb Botschaften häufig anders ankommen als beabsichtigt. «Entscheidend ist nicht nur, was wir sagen, sondern auch, was unser Gegenüber versteht. Gute Kommunikation beginnt deshalb mit aufmerksamem Zuhören», erklärte Loppacher.
KI für Wirtschaft, Arbeitswelt und Gesellschaft
Den Blick weit in die technologische Zukunft richtete Martin Weis, CEO von Capgemini. Er erläuterte die Chancen und Risiken einer Artificial General Intelligence, kurz AGI, für Wirtschaft, Arbeitswelt und Gesellschaft. «Die Schweiz verfügt über hervorragende Voraussetzungen, um die Entwicklung von KI aktiv mitzugestalten. Dafür braucht es neben technologischem Wissen auch klare Werte und den Mut, Verantwortung zu übernehmen», sagte Weis.
Der Inspiration-Day OST wurde von alumniOST, der Ehemaligenorganisation der OST – Ostschweizer Fachhochschule, organisiert. Der öffentliche Anlass fand 2026 zum dritten Mal statt. Mit seiner Mischung aus Wissen, persönlichen Geschichten und Begegnungen bot er dem Publikum neue Perspektiven und zahlreiche Impulse, die über den Abend hinauswirkten. «Alte Kontakte aufleben lassen und neue Gesichter kennenlernen», sei das Motto, sagte Michael Federer, Geschäftsführer der Ehemaligenorganisation alumniOST.