Ostschweiz

OST entwickelt Innovationen für die Industrie von morgen

OST entwickelt Innovationen für die Industrie von morgen
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Von digitalen Plattformen über intelligente Sensorsysteme bis hin zu nachhaltigen Lösungen für Rechenzentren: Studentinnen und Studenten des Bachelorstudiengangs Wirtschaftsingenieurwesen der OST haben gemeinsam mit Industriepartnern innovative Projekte entwickelt, die konkrete Herausforderungen aus der Praxis adressieren. Über vier Semester hinweg entstanden marktfähige Konzepte, Prototypen und neue Geschäftsmodelle, die Unternehmen aus der Ostschweiz wertvolle Impulse für ihre Zukunft liefern.

Text: pd

Die Industrieprojekte sind ein zentraler Bestandteil des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen an der OST. Studentinnen und Studenten arbeiten dabei in kleinen Teams direkt mit Unternehmen zusammen und entwickeln Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Ideenfindung bis zur Optimierung eines Prototyps. Ziel ist es, theoretisches Wissen mit realen Herausforderungen aus Industrie und Wirtschaft zu verbinden.

Gemeinsam mit der adec solutions GmbH (Arbon TG) entwickelte ein Studententeam einen modularen Verkaufscontainer für Festivals. Die mobile Lösung ermöglicht eine effiziente und teilautomatisierte Getränkeausgabe und schafft neue Einsatzmöglichkeiten für bestehende Infrastruktur. «Die Zusammenarbeit mit dem Projektteam war stets ideenreich, konstruktiv und strukturiert», sagt Daniel Aerne, Inhaber der adec solutions GmbH.

Für die Belimed Life Science AG (Sulgen TG) entstand ein ergonomischer Transferwagen, der Produktionsmitarbeitende körperlich entlastet und den Arbeitsalltag in hochregulierten Produktionsumgebungen verbessert. «Das Projekt hat neue Impulse gesetzt und bestätigt, wie wichtig praxisnahe Forschung für die Weiterentwicklung unserer Lösungen ist», erklärt Jochen Schlag, Head of Sustainability & Business Development bei Belimed Life Science AG.

Mit der Brand Engineering GmbH (Uzwil SG) entwickelten Studierende einen modularen Mobilkran für die Geländermontage. Die mobile Montagehilfe vereinfacht den vertikalen Transport schwerer Lasten und unterstützt sichere Arbeitsabläufe auf Baustellen. «Besonders fanden wir die strukturierte Herangehensweise und den frischen Blick auf unsere Fragestellungen», sagt Ralf Lehmann, stellvertretender Geschäftsführer und Vertriebsleiter von Brand Engineering GmbH.

Gemeinsam mit der Diethelm Aufzüge AG (Lachen SZ) entstand die sogenannte SmartBox – eine digitale Lösung zur Daten- und Sprachübermittlung in Aufzügen. Die SmartBox reduziert Installationsaufwand, verbessert die Vernetzung und macht den Lift zum digitalen Informationszentrum. «Die Studierenden haben praxisnahe Ansätze erarbeitet, und wir haben bereits begonnen, erste Ideen daraus umzusetzen», sagt Franz Diethelm, Leiter Verkauf bei Diethelm Aufzüge AG.

Für Entsorgung Stadt St.Gallen (St.Gallen SG) entwickelten Studierende ein digitales Check-in-System für Deponieanlieferungen. Die Plattform vereinfacht Buchungsprozesse, reduziert administrativen Aufwand und verbessert die Planbarkeit von Anlieferungen. «Junge Menschen betrachten unser Tun aus anderen Blickwinkeln und bringen wertvolle Optimierungsideen ein», erklärt Roman Breda, Leiter Abfall und Deponie bei Entsorgung St.Gallen.

Zusammen mit der Elma Electronic AG (Wetzikon ZH) entstand mit dem «Zense» ein neuartiges Eingabeelement, das die Vorteile eines klassischen Drehschalters mit moderner Sensortechnologie verbindet. Die berührungslose Lösung funktioniert ohne bewegliche Teile und eignet sich insbesondere für hygienische oder anspruchsvolle Umgebungen. «Die Studierenden überzeugten mit Kreativität, der intensive Austausch ermöglichte innovative Lösungen und machte den Prozess wertvoll», sagt André Lüscher, Direktor Engineering bei der Elma Electronic AG.

Die Huber+Suhner AG (Herisau AR) arbeitete mit Studenten an der Entwicklung einer Sensorfaser, die Glasfasern als hochpräzise Sensoren nutzbar macht. Die Technologie eröffnet neue Möglichkeiten in der Infrastrukturüberwachung und in sicherheitskritischen Anwendungen. «Das Projekt stellte reale Rahmenbedingungen statt reiner Theorie in den Fokus», sagt Björn Elström, Market Manager Strategy and Business Development bei Huber+Suhner AG.

Mit der Konvekta AG (St.Gallen SG) entwickelten Studierende ein modulares Kühlsystem für Rechenzentren. Die sogenannte Kühltüre nutzt entstehende Abwärme effizient weiter und trägt dazu bei, Energieverbrauch und Betriebskosten zu senken. «Wir sind mit einer Frage gestartet und mit deutlich mehr Antworten herausgegangen», sagt Jonas Keller, Innovation Manager bei Konvekta AG.

Für die Vosch Electronic AG (Goldach SG) entstand ein Sustainable Business Tool, das Elektronikprodukte anhand von Umwelt-, Wirtschafts- und Lieferkettenrisiken analysiert. Ziel ist es, Unternehmen eine fundierte Grundlage für nachhaltigere Entscheidungen zu bieten. «Gemeinsam mit den Studierenden wurde aus einer CO₂-Kalkulator-Idee die Grundlage zu einem Nachhaltigkeitstool für Lieferkettenbewertungen geschaffen», erklärt Aybars Atilla, COO der Vosch Electronic AG.

Gemeinsam mit der Werkhalle Schmid GmbH (Schwellbrunn AR) entwickelten Studenten eine Agentur für Metallkunst, die Gestaltung, Metallverarbeitung und Vermarktung verbindet. Das Projekt schafft neue Marktchancen für individualisierte Metallprodukte mit hohem gestalterischem Anspruch. «Die unkomplizierte Zusammenarbeit mit dem studentischen Team war enorm erfrischend», sagt Peter Ulmann, Betriebsleiter der Werkhalle Schmid GmbH.

Mit der WKK Kaltbrunn AG (Kaltbrunn SG) entstand schliesslich der «Collaboration Hub», eine digitale Plattform für die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Kunden. Die Lösung bündelt Projektdaten zentral und reduziert Informationsverluste entlang komplexer Entwicklungsprozesse. «Das Industrieprojekt zeigt: Im Team wird mehr erreicht», sagt Daniel Geu, Leiter Logistik & strategischer Einkauf sowie Mitglied der Geschäftsleitung der WKK Kaltbrunn AG.

Die Projekte zeigen exemplarisch, wie praxisnahes Lernen, interdisziplinäre Zusammenarbeit und Innovationskraft an der OST zusammenwirken. Gleichzeitig profitieren die Industriepartner von neuen Perspektiven, kreativen Lösungsansätzen und dem direkten Austausch mit zukünftigen Fachkräften.

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Abschluss vor grossem Publikum

Die Arbeiten des Bachelor-Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen werden am Donnerstag, 4. Juni 2026, ab 18 Uhr auf dem Campus St.Gallen der OST – Ostschweizer Fachhochschule vorgestellt. Die Studentinnen und Studenten präsentieren ihre Projekte in Kurz-Pitches.

Weitere Informationen zum Bachelorstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen und zu den Industrieprojekten unter: ost.ch/industrieprojekte.

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