20.04.2018

Oehler schreibt Geschichte

Unternehmer Edgar Oehler, alt Nationalrat und ehemalige Chefredaktor der Zeitung „Die Ostschweiz“, hat eine Geschichte des Geschlechts der Oehler von Balgach und eine Chronik über seine Ahnen herausgegeben, die bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht.

Die Chronik umfasst zwei Bände, das sogenannte „Oehler-Buch“ und ein Buch mit den Stammtafeln der Oehler-Familien. Erschienen ist sie nach Ostern 2018 im Verlag Dr. Felix Wüst AG, Küsnacht ZH. Die beiden Bücher sind nicht nur für die Ortsgeschichte der im St.Galler Rheintal gelegenen Gemeinde Balgach, sondern darüber hinaus für eine weitere Region von Interesse. Die beiden Bände verfolgen und dokumentieren das älteste Geschlecht von Balgach, die Öler, Oehler, Öhler und Oehler, zurückgehend bis auf das Jahr 1376.

Die Idee entstand vor zwei Jahren
Im Januar 2016 entstand im Kreise der Familie Oehler die Idee, die eigene Familiengeschichte und ihr Umfeld zu dokumentieren. Ziel war es, die „Nachkommen von Johann Jakob Stephan (1868‒1930) und Anna Maria Karolina (1867‒1938) Oehler-Zünd von Balgach und ihre acht Kinder“ zu erforschen. Stammvater dieser katholischen Linie der Oehler von Balgach war Georg Öler (1604‒1674). Gleich zu Beginn der Arbeiten an diesem Projekt war es Edgar Oehler wichtig, dass neben den katholischen auch die evangelischen Oehler von Balgach erforscht und dokumentiert werden. Die Oehler-Stammtafeln wurden von der Genealogin Ursina Hug, Muttenz BL, erarbeitet.

Oehler-Buch „goes public“
Dank der frühen und umsichtigen Planung konnten die Arbeiten ohne Zeitdruck in Angriff genommen werden. Als Autoren beigezogen wurden der Historiker Karl Eschenmoser aus Mörschwil, der Balgacher Ortschronist Ernst Nüesch, die beiden amtierenden Geistlichen von Balgach, der katholische Diakon Dr. Carsten Wolfers und Pfarrer Jens Mayer von der evangelischen Kirchgemeinde. Das Geleitwort zum „Oehler-Buch“ hat die Gemeindepräsidentin von Balgach, Silvia Troxler-Gruber, beigesteuert. Etliche Beiträge stammen von Edgar Oehler, seinen Geschwistern und weiteren noch lebenden Verwandten, die ihre Erinnerungen festgehalten haben. Am 19. April wurden das Oehler-Buch und die Oehler-Stammtafeln der Öffentlichkeit vorgestellt. Schliesslich werden die beiden umfangreichen Werke anlässlich eines Familientreffens Ende Mai in Berneck gewürdigt.

Die „Geburt“ der beiden Oehler-Bücher
Nach Ostern 2018 erschienen im Verlag Dr. Felix Wüst AG, Küsnacht ZH, zwei Bücher, die nicht nur für die Ortsgeschichte der im St.Galler Rheintal gelegenen Gemeinde Balgach, sondern darüber hinaus für eine weitere Region von Interesse sind. Die beiden Bände verfolgen und dokumentieren das älteste Geschlecht von Balgach, die Öler, Oehler, Öhler und Oehler (fortan „Oehler“ geschrieben), zurückgehend bis auf das Jahr 1376.

2016 keimte die Idee ...
Die Idee für dieses Projekt geht zurück auf den Januar 2016. Sie entstand im Kreise der Geschwister von Edgar Oehler, dem Herausgeber der beiden Oehler-Bücher. Ziel war es, die „Nachkommen von Johann Jakob Stephan (1868-1930) und Anna Maria Karolina (1867-1938) Oehler-Zünd von Balgach und ihre acht Kinder“ zu erforschen. Stammvater dieser katholischen Linie der Oehler von Balgach war Georg Öler (1604-1674; siehe Stammtafeln-Faltblatt zwischen S. 11 und S. 19 im Oehler-Buch). Gleich zu Beginn der Arbeiten an diesem Projekt war es Edgar Oehler wichtig, dass neben den katholischen auch die evangelischen Oehler von Balgach erforscht und dokumentiert werden.

Es wurde beschlossen, die Arbeiten ohne Zeitdruck in Angriff zu nehmen und das Projekt am Sonntag, 27. Mai 2018 mit einem Familientreffen der Nachkommen von Ludwig und Rosa Oehler-Eschenmoser (Ast 7) im Gasthof „Ochsen“ in Berneck SG abzuschliessen.

Das „Oehler-Buch“ – Historische Beiträge und Porträts der Oehler-Familien
Das Oehler-Buch beinhaltet neben einigen einleitenden und historischen Beiträgen über Balgach im Schwerpunkt Porträts von Angehörigen jener vier Äste der Nachkommen von Johann Jakob Stephan und Anna Maria Karolina Oehler-Zünd, denen Nachkommen geschenkt waren. Das waren Johann Jakob Stephan Oehler-Kellenberger (1896‒1926; Ast 1), Joseph Jakob Stephan Oehler-Kern (1902-1983; Ast 5), Ludwig Oehler-Eschenmoser (1906-1989; Ast 7) und Maria Luisa Strässle-Oehler (1912-2002; Ast 8).

Die übrigen vier Nachkommen von Johann Jakob Stephan und Anna Maria Karolina Oehler-Zünd sind entweder im Kindesalter verstorben oder blieben ohne Nachkommen. Es sind dies: Eduard Oehler (1897-1898; Ast 2), Josef Eduard Oehler (1898-1899; Ast 3), Rosa Stamm-Oehler (1899-1980; Ast. 4) und Maria Karolina Lange-Oehler (1904-1983; Ast 6).

Ludwig und Rosa Oehler-Eschenmoser (Ast 7) waren die Eltern von Edgar Oehler und seiner sechs Schwestern.

Wie die „Oehler-Bücher“ entstanden
Die Angehörigen der Nachkommen von Johann Jakob Stephan und Maria Karolina Oehler-Zünd wurden eingeladen, über ihre Ast-Eltern, ihre Familien und ihre Kinder Porträts zu verfassen. Diese Porträts bilden den grössten Teil des Inhalts des Oehler-Buchs. Darüber hinaus wurden ausgewählte Autoren zu geeigneten Buchbeiträgen eingeladen. Eine Berufsgenealogin wurde mit der Erarbeitung der Stammtafeln der katholischen und evangelischen Oehler von Balgach beauftragt. Die Arbeiten von zwei der eingeladenen Autoren werden im Folgenden kurz zusammengefasst:

Zum Dorfbild von Balgach gehörte seit jeher die bis auf den heutigen Tag bestehende, ursprünglich unter dem Namen „Bäckerei u. Conditorei Eschenmoser“ firmierende Bäckerei an der Hauptstrasse 34. Der Geschichte dieser Bäckerei und ihrer Beziehungen zur Familie Oehler-Eschenmoser hat Karl Eschenmoser, pensionierter Gymnasiallehrer und Historiker, Mörschwil, eine familiengeschichtliche Dokumentation gewidmet, welche die enge Verknüpfung der Balgacher Geschlechter Oehler, Eschenmoser und Oesch darstellt. Der Autor hat seine Ausführungen wie folgt zusammengefasst:

„Was zu ‹Schniders›, ‹Fröschers›, ‹Flaschners› und ‹Schlossers› erzählt wird, ist eigentlich ein kleiner Spiegel der Balgacher Verhältnisse seit dem Ende des Ancien Régime. Es ist die Erinnerung an jene einfachen Leute, die Wege suchen mussten, ihren Lebensunterhalt in einer immer komplizierter werdenden Welt zu sichern. Der Bogen spannt sich vom Fröscher Johann Balthasar Oesch (1800–1860), der seine lebende Ware auf dem eigenen Rücken nach St.Gallen trägt, bis zu den Tätigkeiten von dessen 200 Jahre später lebenden Nachkommen in einer globalisierten Welt. Die seit 1902 bestehende Bäckerei im Unterdorf, der ‹Beck Eschenmoser›, war für die grosse, allmählich verstreute Familie stets ein bedeutender Bezugspunkt. Wie es den beiden jung verheirateten Schwestern Rosa Oehler-Eschenmoser (1910–1989) und Anna Wüst-Eschenmoser (1911–2006) gelungen ist, die Bäckerei Eschenmoser nach 1935, mitten in der Weltwirtschaftskrise also, zu erhalten, im Briefverkehr und im Zusammenspiel zwischen Balgach und Basel, ist ein verblüffender Aspekt dieser familiengeschichtlichen Darstellung.“

Geprägt vom Geist der Ökumene
Die Geschichte von Balgach wurde seit der Reformation vom Nebeneinander der katholischen und evangelischen Einwohner bestimmt. Als Ausklang des ersten Oehler-Buches und als Blick in die Zukunft haben die amtierenden Ortsgeistlichen, Diakon Dr. theol. Carsten Wolfers (katholisch) und Pfarrer Jens Mayer (evangelisch) mit ihrem Beitrag „Geschichte und Geschichten der beiden Balgacher Kirchgemeinden“ beschrieben, wie in Balgach aus einem Nebeneinander der beiden Konfessionen in jüngster Zeit ein vom Geist der Ökumene geprägtes Miteinander wurde.

Wissenschaftlich aufbereitete Stammtafeln
Das zweite Oehler-Buch, jenes mit den Oehler-Stammtafeln, vermittelt die von Frau Ursina Hug, Muttenz BL, einer Berufsgenealogin, erarbeiteten Stammtafeln der katholischen und evangelischen Oehler von Balgach. Zum Textteil des Stammtafeln-Buchs hat Ernst Nüesch, Ortschronist von Balgach, eine umfassende Geschichte des Geschlechts der Oehler von Balgach beigesteuert. Der Autor hat seine Ausführungen wie folgt zusammengefasst:

„Die Geschichte der Oehler mit Wohnsitz in Balgach beginnt im 14. Jahrhundert. Sie hinterlassen im Hof Balgach prägende Spuren und steigen zum meistgenannten Geschlecht in Balgach auf. 1376 taucht der Name Oeler erstmals in einer Urkunde auf. Das Frauenstift Lindau belehnt einen Oehler mit dem Kelnhof. Das ist ein grösseres Hofgut, das seit unbestimmter Zeit im Besitz des Frauenstiftes ist. In der Folge steigen die Nachkommen der Lehensträgerfamilie in die ländliche Oberschicht auf. Sie erwerben eigenen Grundbesitz u.a. Reben und grosse Teile des Eichholzes. Der Wein ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, und der Wald bringt Bauholz und Tiernahrung.

Dank ihrer Tätigkeit als Zeuge, Richter, Hofammann und Landvogtsammann hinterlassen die Oeler Spuren in vielen Urkunden, aus denen ihr bedeutsames Mitwirken in der Geschichte Balgachs hervorgeht. Beinahe lückenlos lässt sich die Geschichte des Hofes und der Gemeinde Balgach anhand der Aktivitäten von Oeler-Männern erzählen. Bis das Frauenkloster den Hof im Jahre 1510 an das Kloster St.Gallen verkauft, wirken mehrheitlich Vertreter aus dem Geschlecht der Oeler als Hofammänner. Sie handeln im Auftrag der Äbtissin von Lindau. Von dort stammen die Oeler ursprünglich. Sie sind als Lehensnehmer des Klosters Lindau nach Balgach gezogen. In der Hafenstadt Lindau haben sie sich im Handel betätigt. Zu ihren Handelsgütern gehören selbst gepresstes oder zugekauftes Öl. Ihre Tätigkeit als ‚Öler‘ führt zum Namen Oeler. Bis 1929 werden verschiedene Schreibweisen verwendet: Oeller, Öhler, Euler, Oeller u.a. Im genannten Jahr wird die Schreibweise der Balgacher Oeler auf Oehler vereinheitlicht.

Die Reformation bringt das Rheintal in Aufruhr. Balgach schafft 1528 den katholischen Gottesdienst ab. Der 1531 geschlossene 2. Landfrieden gibt Gruppen oder Einzelnen das Recht auf Rückkehr zum katholischen Glauben. Ein Teil der Balgacher macht das. Seitdem gibt es im Dorf zwei Konfessionen, welche die Kirche bis 1826 paritätisch benutzen. Einige Geschlechter treten geschlossen zum katholischen Glauben zurück, während andere sich zum evangelischen Glauben bekennen. Sowohl katholische wie evangelische Familienzweige gibt es bei den Oehler und Tanner. Und dies bis heute.“

Bibliografische Angaben

Das Oehler-Buch
Oehler, Edgar (Hrsg.), Johann Jakob Stephan (1868-1930) und Anna Maria Karolina (1867-1938) Oehler-Zünd von Balgach und ihre acht Kinder. Mit Hinweisen zu den historischen Wurzeln der Öler, Oeler, Öhler und Oehler von Balgach SG von 1376 bis in die Gegenwart, 560 S., Küsnacht ZH 2018, ISBN 978-3.033-06022-7, CHF/EUR 100

Die Oehler-Stammtafeln
Oehler, Edgar (Hrsg.), Stammtafeln Öler, Oeler, Öhler und Oehler von Balgach SG. Mit Hinweisen zu den historischen Wurzeln der Öler, Oeler, Öhler und Oehler von Balgach SG von 1376 bis in die Gegenwart, 128 S., Historische Einführung; Urstämme und Stammtafeln der katholischen (17 Stammtafeln) und der evangelischen (10 Stammtafeln) Oehler von Balgach, Küsnacht ZH 2018, ISBN 978-3-033-06203-0, CHF/EUR 100

www.verlag-dr-felix-wuest.ch