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Neue Zwischenstütze bringt «Säntis 2026» auf Kurs

Neue Zwischenstütze bringt «Säntis 2026» auf Kurs
Die neue Zwischenstütze ist 43 Meter hoch, 160 Tonnen schwer und verfügt über einen alpinen Zwischenausstieg auf 2267,25 m
Lesezeit: 4 Minuten

Die neue Zwischenstütze der Säntisbahn steht. In nur drei Wochen haben die Spezialisten die 43 Meter hohe und 160 Tonnen schwere Stahlkonstruktion über der Schwägalp errichtet. Damit erreicht das Grossprojekt «Säntis 2026» einen zentralen Meilenstein. Anfang August beginnt mit dem Einzug der neuen Tragseile bereits die nächste anspruchsvolle Bauphase.

Text: pd/stz.

Was vor mehreren Jahren mit Planungen, Berechnungen und Bewilligungsverfahren begann, ist inzwischen weithin sichtbar: Hoch über der Schwägalp ragt die neue Zwischenstütze der künftigen Säntisbahn in die Höhe. Wanderer auf dem Weg Richtung Säntis erhalten einen eindrücklichen Einblick in die Dimensionen der Baustelle und den Fortschritt des Neubauprojekts.

Alte Stützen weichen der neuen Anlage

Anfang Juni 2026 begannen die Rückbauarbeiten an den bisherigen Stützen 1 und 2. Innerhalb von rund zwei Wochen konnten beide Anlagen planmässig zurückgebaut werden.

Das erste Geschoss der ehemaligen Stütze 1 bleibt vorerst bestehen. Es übernimmt beim bevorstehenden Einzug der neuen Tragseile eine wichtige Funktion als temporäre Hilfskonstruktion. Umlenkrollen führen die Seile über das anspruchsvolle Gelände und halten sie während des Einzugs sicher vom Felsen fern.

Dank guter Wetterbedingungen verliefen die Arbeiten unter der Leitung von Thierry Burtscher von der Garaventa AG weitgehend nach Plan. Durchschnittlich waren sechs Monteure gleichzeitig auf der Stützenbaustelle im Einsatz. Eine besondere Herausforderung stellte der zeitweise starke Wind dar, da zahlreiche Arbeiten in Höhen von bis zu 45 Metern ausgeführt werden mussten.

«Auf einer Baustelle in dieser Höhenlage können Wind und Wetter den Arbeitsablauf innert kürzester Zeit verändern. Umso erfreulicher ist es, dass die Arbeiten bislang weitgehend nach Terminplan und unfallfrei verlaufen sind», sagt Thierry Burtscher.

Das erste Geschoss der ehemaligen Stütze 1 dient beim Einzug der neuen Tragseile als temporäre Hilfskonstruktion
Das erste Geschoss der ehemaligen Stütze 1 dient beim Einzug der neuen Tragseile als temporäre Hilfskonstruktion

Eine Zwischenstütze ersetzt zwei Bauwerke

Im Gegensatz zur bisherigen Bahn kommt die neue Säntisbahn mit nur noch einer Zwischenstütze aus. Umfangreiche Analysen haben gezeigt, dass diese Lösung trotz der anspruchsvollen Topografie technisch realisierbar ist.

Die neue Konstruktion wurde breiter und massiver ausgeführt als die bisherige Stütze 2. Im Bereich der Stütze beträgt der Abstand zwischen den beiden Kabinen 15,2 Meter. Stärkere Tragseile nehmen die rund doppelt so hohen Zugkräfte auf und leiten sie sicher ab. Zusätzliche Felsverankerungen erhöhen die Stabilität der gesamten Konstruktion.

Der Entscheid für eine einzige Zwischenstütze berücksichtigt auch das Landschaftsbild. Zwar fällt die neue Anlage etwas grösser aus als die bisherige Stütze 2. Durch den Wegfall der ehemaligen Stütze 1 reduziert sich jedoch die Zahl der Bauwerke im Gelände. Zudem kann auf zusätzliche Lawinenschutzbauten verzichtet werden.

Kermi  KMU-Tag 2026  

420 Kubikmeter Beton und 16 Felsanker

Die Fundamente der neuen Zwischenstütze wurden bereits im Sommer 2025 erstellt. Rund 420 Kubikmeter Beton verteilen sich auf vier massive Fundamentblöcke, welche die Stahlkonstruktion tragen.

Zusätzlich sichern 16 schräg in den Felsen gebohrte Anker die Stütze im karstigen Gelände. Je nach Lage sind sie für Zugkräfte von bis zu 75 beziehungsweise 100 Tonnen ausgelegt.

Für die Montage kam ein 55 Meter hoher Baukran zum Einsatz. Aufgrund des felsigen Geländes und der fehlenden ebenen Flächen erwies sich diese Lösung als effizienteste Methode.

«Im Vergleich zu alternativen Hebevorrichtungen oder Helikoptertransporten konnten mit dem Baukran die Montagezeiten reduziert und die Arbeitsabläufe optimiert werden», erklärt Burtscher.

Nach dem Aufbau der ersten Elemente wurde die Konstruktion durch einen Geometer vermessen und exakt auf die Bahnachse ausgerichtet. Diese Präzision ist entscheidend, damit die spätere Seilführung zuverlässig funktioniert.

Der Abbau des Baukrans mit einem AS332 Super Puma C1 ist bei geeigneter Witterung für den 5. August vorgesehen
Der Abbau des Baukrans mit einem AS332 Super Puma C1 ist bei geeigneter Witterung für den 5. August vorgesehen

Alpiner Zwischenausstieg bleibt bestehen

Innerhalb von drei Wochen wurden die Stahlkonstruktion, die Plattform und das hydraulisch betriebene Klapppodest vollständig montiert. Das Podest war zuvor am Boden zusammengesetzt und anschliessend mit dem Baukran an seine endgültige Position gehoben worden.

Das Klapppodest ermöglicht auch bei der neuen Säntisbahn einen Zwischenhalt mit Ein- und Ausstieg. Der alpine Zwischenausstieg befindet sich auf 2267,25 Metern über Meer. Rund 170 Treppenstufen führen zur Zwischenstütze hinauf. Von dort reicht der Blick über die Schwägalp hinaus bis zum Bodensee und zum Zürichsee.

Sommerkonzert  

Säntis-Team versorgt bis zu 25 Bauarbeiter

Die Logistik des Bauprojekts reicht bis auf den Säntisgipfel. Unter der Woche werden sämtliche Monteure, die an der Bergstation und an der Zwischenstütze arbeiten, auf dem Gipfel verpflegt.

Ein internes Team der Säntis-Schwebebahn aus Bahnmitarbeitern und Küchenhilfen kümmert sich während der Bauphase um Verpflegung, Unterkunft und Unterstützung von bis zu 25 Bauarbeitern.

Super Puma baut den Kran ab

Nach der Errichtung der Zwischenstütze folgen weitere Installationen, das Ausbetonieren der Stützenfüsse und verschiedene Kontrollen. Bei geeigneter Witterung soll der Baukran am 5. August 2026 abgebaut werden.

Dabei kommt erneut ein AS332 Super Puma C1 von Heliswiss zum Einsatz. Der Helikopter wird die einzelnen Kranelemente aus dem schwer zugänglichen Gelände ausfliegen. Die Arbeiten sind ab Mittag vorgesehen. Aktuelle Informationen zur Durchführung veröffentlicht die Säntis-Schwebebahn über ihren WhatsApp-Kanal.

Anschliessend beginnt der Einzug der neuen Tragseile. Für jedes einzelne Seil sind rund zwei Wochen Arbeitszeit eingeplant.

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