Neue Zwischenstütze bringt «Säntis 2026» auf Kurs
Text: pd/stz.
Was vor mehreren Jahren mit Planungen, Berechnungen und Bewilligungsverfahren begann, ist inzwischen weithin sichtbar: Hoch über der Schwägalp ragt die neue Zwischenstütze der künftigen Säntisbahn in die Höhe. Wanderer auf dem Weg Richtung Säntis erhalten einen eindrücklichen Einblick in die Dimensionen der Baustelle und den Fortschritt des Neubauprojekts.
Alte Stützen weichen der neuen Anlage
Anfang Juni 2026 begannen die Rückbauarbeiten an den bisherigen Stützen 1 und 2. Innerhalb von rund zwei Wochen konnten beide Anlagen planmässig zurückgebaut werden.
Das erste Geschoss der ehemaligen Stütze 1 bleibt vorerst bestehen. Es übernimmt beim bevorstehenden Einzug der neuen Tragseile eine wichtige Funktion als temporäre Hilfskonstruktion. Umlenkrollen führen die Seile über das anspruchsvolle Gelände und halten sie während des Einzugs sicher vom Felsen fern.
Dank guter Wetterbedingungen verliefen die Arbeiten unter der Leitung von Thierry Burtscher von der Garaventa AG weitgehend nach Plan. Durchschnittlich waren sechs Monteure gleichzeitig auf der Stützenbaustelle im Einsatz. Eine besondere Herausforderung stellte der zeitweise starke Wind dar, da zahlreiche Arbeiten in Höhen von bis zu 45 Metern ausgeführt werden mussten.
«Auf einer Baustelle in dieser Höhenlage können Wind und Wetter den Arbeitsablauf innert kürzester Zeit verändern. Umso erfreulicher ist es, dass die Arbeiten bislang weitgehend nach Terminplan und unfallfrei verlaufen sind», sagt Thierry Burtscher.
Eine Zwischenstütze ersetzt zwei Bauwerke
Im Gegensatz zur bisherigen Bahn kommt die neue Säntisbahn mit nur noch einer Zwischenstütze aus. Umfangreiche Analysen haben gezeigt, dass diese Lösung trotz der anspruchsvollen Topografie technisch realisierbar ist.
Die neue Konstruktion wurde breiter und massiver ausgeführt als die bisherige Stütze 2. Im Bereich der Stütze beträgt der Abstand zwischen den beiden Kabinen 15,2 Meter. Stärkere Tragseile nehmen die rund doppelt so hohen Zugkräfte auf und leiten sie sicher ab. Zusätzliche Felsverankerungen erhöhen die Stabilität der gesamten Konstruktion.
Der Entscheid für eine einzige Zwischenstütze berücksichtigt auch das Landschaftsbild. Zwar fällt die neue Anlage etwas grösser aus als die bisherige Stütze 2. Durch den Wegfall der ehemaligen Stütze 1 reduziert sich jedoch die Zahl der Bauwerke im Gelände. Zudem kann auf zusätzliche Lawinenschutzbauten verzichtet werden.
420 Kubikmeter Beton und 16 Felsanker
Die Fundamente der neuen Zwischenstütze wurden bereits im Sommer 2025 erstellt. Rund 420 Kubikmeter Beton verteilen sich auf vier massive Fundamentblöcke, welche die Stahlkonstruktion tragen.
Zusätzlich sichern 16 schräg in den Felsen gebohrte Anker die Stütze im karstigen Gelände. Je nach Lage sind sie für Zugkräfte von bis zu 75 beziehungsweise 100 Tonnen ausgelegt.
Für die Montage kam ein 55 Meter hoher Baukran zum Einsatz. Aufgrund des felsigen Geländes und der fehlenden ebenen Flächen erwies sich diese Lösung als effizienteste Methode.
«Im Vergleich zu alternativen Hebevorrichtungen oder Helikoptertransporten konnten mit dem Baukran die Montagezeiten reduziert und die Arbeitsabläufe optimiert werden», erklärt Burtscher.
Nach dem Aufbau der ersten Elemente wurde die Konstruktion durch einen Geometer vermessen und exakt auf die Bahnachse ausgerichtet. Diese Präzision ist entscheidend, damit die spätere Seilführung zuverlässig funktioniert.
Alpiner Zwischenausstieg bleibt bestehen
Innerhalb von drei Wochen wurden die Stahlkonstruktion, die Plattform und das hydraulisch betriebene Klapppodest vollständig montiert. Das Podest war zuvor am Boden zusammengesetzt und anschliessend mit dem Baukran an seine endgültige Position gehoben worden.
Das Klapppodest ermöglicht auch bei der neuen Säntisbahn einen Zwischenhalt mit Ein- und Ausstieg. Der alpine Zwischenausstieg befindet sich auf 2267,25 Metern über Meer. Rund 170 Treppenstufen führen zur Zwischenstütze hinauf. Von dort reicht der Blick über die Schwägalp hinaus bis zum Bodensee und zum Zürichsee.
Säntis-Team versorgt bis zu 25 Bauarbeiter
Die Logistik des Bauprojekts reicht bis auf den Säntisgipfel. Unter der Woche werden sämtliche Monteure, die an der Bergstation und an der Zwischenstütze arbeiten, auf dem Gipfel verpflegt.
Ein internes Team der Säntis-Schwebebahn aus Bahnmitarbeitern und Küchenhilfen kümmert sich während der Bauphase um Verpflegung, Unterkunft und Unterstützung von bis zu 25 Bauarbeitern.