Moderne Gebäude denken mit
25.10.2019

Moderne Gebäude denken mit

Die Baubranche steckt mitten in der Digitalisierung: Am Forum «Digitales Bauen» von Bühler+Scherler zeigten namhafte Referenten auf, was heute schon möglich ist und was bald möglich sein wird.

Selbstabdunkelndes Glas, automatisiertes Raumklima und smarte Arbeitsplätze: Der Innovations-Campus Cubic auf dem Areal der Bühler Group in Uzwil bildete am Donnerstag, 24. Oktober 2019, den idealen Schauplatz für das Forum «Digitales Bauen» von Bühler+Scherler, einem führenden Unternehmen für Elektroplanung und Gebäudeautomation mit Hauptsitz in St.Gallen. «Wir befinden uns mitten auf der Digitalisierungswelle», betonte Geschäftsführer Thomas Bischofberger (rechts im Bild) zur Begrüssung der rund 150 anwesenden Fachleute und Investoren.

BIM ist die Zukunft
«Und die Digitalisierungswelle wächst stetig», ergänzte Innovationsprofessor Thomas Utz (Mitte) von der Fachhochschule St.Gallen. Er referierte über die Digitalisierung in der Gebäudeplanung. Hier laute der Zauberbegriff «Building Information Modeling», kurz BIM oder zu Deutsch Gebäudedatenmodellierung. «BIM fasst alle Gebäudedaten in einem einzigen Modell zusammen und erleichtert die Zusammenarbeit.»

Auch wenn BIM noch am Anfang stehe, sei absehbar, dass es in den nächsten Jahren die Baubranche prägen wird. Schon heute zeigten Untersuchungen, dass sich durch BIM Kosten einsparen lassen: Konkret nannte Utz das Beispiel der Feuerwehr, die mittels detaillierter BIM-Pläne die Sicherheitsplanung für ein Gebäude vornimmt. In Zukunft dürften die Systeme gar so ausgereift sein, dass Gebäude dank unzähliger Sensoren optimierte Pläne für ihre eigene Sanierung entwickeln.

Menschen bleiben das Fundament
«Der grosse Vorteil am BIM ist, dass die Daten zentral abgespeichert sind», betonte Oliver Werren, Leiter Elektroplanung bei Bühler+Scherler. Bei einer späteren Sanierung müsse also beispielsweise nicht mehr ein Stapel Dokumente durchwühlt werden, um beispielsweise die Feuerfestigkeit einer bestimmten Wand abzuklären.

Er stellte in Aussicht, dass Baupläne bald sogar direkt auf der Baustelle eingesehen werden können – mittels Augmented Reality. Das heisst: Die Planer können via digitaler Brillen die virtuellen Bauelemente direkt vor Ort betrachten und bei Bedarf optimieren. Trotz aller digitalen Hilfsmittel seien auch in Zukunft die Menschen mit ihren Fachkenntnissen das Fundament der Baubranche, betonte Oliver Werren.

Gebäude fördert Innovation
Johannes Wick, Verwaltungsratspräsident von Bühler+Scherler, ging auf den Austragungsort ein: «Im Cubic werden nachhaltige Lösungen für die Lebensmittel- und Mobilitätsprobleme auf der ganzen Welt entwickelt.» Architekt Carlos Martinez (rechts) und sein Team waren dafür verantwortlich, ein möglichst kommunikations- und damit innovationsförderndes Umfeld zu schaffen. «Wir haben deshalb ein Café als zentrales Element konzipiert, das von mobilen und flexiblen Arbeitsplätzen umgeben ist», erklärte Martinez.

Digitale Lösungen tragen zum innovationsfördernden Arbeitsumfeld bei: So messen Sensoren beispielsweise die Licht- und Lautstärkenintensität und passen die Beleuchtung beziehungsweise die Schalldämmung laufend an.

Nur was nützt, ist smart
«Wann ist ein Gebäude wirklich smart?» Diese Frage stellte Patrick Fürer, Leiter Gebäudeautomation bei Bühler+Scherler, in den Raum. Digitale Lösungen seien nicht per se smart, sondern erst, wenn sie die Bedürfnisse der verschiedenen Nutzer eines Gebäudes bestmöglich abdecken.

Weil es im Cubic keine fixen Arbeitsplätze gebe, stehe den Mitarbeitenden eine App zur Verfügung, die ihnen innert Sekunden einen freien Arbeitsplatz und den Weg dahin anzeigt. Über die gleiche App liessen sich Drucker bedienen und Sitzungszimmer reservieren. «Diese Hilfsmittel erleichtern den Mitarbeitenden die Arbeit und steigern dadurch die Produktivität.»