St.Gallen

Mehrheit befürwortet Verdichtung – Kritik richtet sich gegen Planungsprozesse

Mehrheit befürwortet Verdichtung – Kritik richtet sich gegen Planungsprozesse
Atilla Färber, CEO der Raumpioniere AG
Lesezeit: 2 Minuten

Die von der St.Galler Raumpioniere AG erstmals durchgeführte Erhebung «Verdichtungsbarometer Schweiz 2026» zeigt: Die Schweizer Bevölkerung steht einer baulichen Verdichtung grundsätzlich offen gegenüber, stellt jedoch klare Anforderungen an Qualität, Mitsprache und Standortbezug. Während in Städten eine hohe Akzeptanz herrscht, ist sie in Agglomerationen solide und in ländlichen Regionen zurückhaltender. Kritik richtet sich weniger gegen die Verdichtung selbst als gegen deren politische und planerische Umsetzung.

Text: pd/stz.

Die Schweiz ist grundsätzlich bereit für eine sinnvolle bauliche Verdichtung. Das zeigt die erstmalige Erhebung des Verdichtungsbarometers Schweiz 2026. Die Akzeptanz ist in Städten hoch, in Agglomerationen solide und in ländlichen Regionen zurückhaltender. Kritisch beurteilt wird jedoch weniger die Verdichtung an sich als vielmehr deren Planung: Mehr als die Hälfte der Befragten ist der Meinung, Verdichtungsprojekte würden eher an den Menschen vorbei als mit ihnen geplant.

Der von der Raumpioniere AG entwickelte Verdichtungsbarometer misst jährlich mittels Online-Befragung die Haltung der Schweizer Bevölkerung zur baulichen Verdichtung. Die Ergebnisse zeichnen ein differenziertes Bild: Die Bevölkerung nimmt Verdichtung als Realität wahr und steht ihr grundsätzlich offen gegenüber. Gleichzeitig fordert sie Mitsprache und hohe Qualität.

Hohe Lebensqualität trotz Verdichtungsdruck

Über 80 Prozent der Befragten sind zufrieden bis sehr zufrieden mit der Lebensqualität in ihrem Quartier, mehr als 90 Prozent schätzen ihr Sicherheitsgefühl als hoch ein. 88 Prozent würden ihr Quartier weiterempfehlen. Rund die Hälfte hat in den letzten zwölf Monaten konkrete Verdichtungsprojekte im eigenen Umfeld wahrgenommen.

72 Prozent halten es für notwendig, in ihrer Gemeinde zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. Dieser soll vor allem durch Verdichtung im Bestand und durch Ersatzneubauten entstehen, um weiterer Zersiedelung entgegenzuwirken.

Regional zeigen sich Unterschiede: Rund 75 Prozent unterstützen eine stärkere Verdichtung in Städten, 66 Prozent stehen Verdichtung in Agglomerationen pragmatisch-positiv gegenüber. In ländlichen Regionen befürworten noch 40 Prozent zusätzliche Verdichtung.

Chancen überwiegen Risiken

Prozent sehen in der Verdichtung sowohl Chancen als auch Risiken für die Schweiz. 42,69 Prozent betonen vor allem die Chancen, während lediglich 11,3 Prozent primär Risiken erkennen.

Die eigentliche Verdichtung wird mehrheitlich neutral oder differenziert beurteilt. Nur jeweils rund 6 Prozent sehen einen äusserst positiven oder äusserst negativen Einfluss auf die Lebensqualität. Gleichzeitig trauen rund zwei Drittel ihrer Gemeinde keine qualitativ hochstehende Verdichtung zu oder sind unsicher.

Die Bevölkerung erwartet bei Verdichtungsprojekten insbesondere den Erhalt und Ausbau von Grünflächen, hohe architektonische Qualität sowie bezahlbaren Wohnraum. Die Bereitschaft, selbst verdichtet zu wohnen, hängt stark von der Lage ab: An attraktiven Standorten können sich 80 Prozent vorstellen, sicher oder möglicherweise verdichtet zu leben.

Atilla Färber, CEO der Raumpioniere AG, sagt: «Die Schweiz versteht die Notwendigkeit einer nachhaltigen Verdichtung. Entscheidend ist jedoch, dass Planung und Umsetzung die Bedürfnisse der Bevölkerung ernst nehmen. Private Eigentümer spielen dabei eine Schlüsselrolle, weil sie das Entwicklungspotenzial ihrer Liegenschaften erkennen und aktiv nutzen können.»

Den ganzen Report finden Sie hier.

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