Manor-Kunstpreis für Stadler
20.11.2018

Manor-Kunstpreis für Stadler

Der Künstler Sebastian Stadler erhält den Manor-Kunstpreis St.Gallen 2019. Der mit CHF 15'000 dotierte Preis wird alle zwei Jahre verliehen. Begleitet wird er von einer Einzelausstellung im Kunstmuseum, zu der eine eigene Publikation erscheint. Zudem erwirbt die Stifterfirma ein Werk des St.Galler Künstlers.

Wie bereits für frühere Preisträger – Peter Kamm, Alex Hanimann, Pipilotti Rist, Marcus Geiger, Patrick Rohner, Christoph Büchel, Lutz/Guggisberg, Caro Niederer, Yves Mettler, Christian Vetter, Alexandra Maurer, Francisco Sierra, Beni Bischof und Georg Gatsas – ermöglicht das Kunstmuseum St.Gallen auch Sebastian Stadler (*1988) eine umfassende Einzelausstellung.

Die Mitglieder der Jury des Manor-Kunstpreises – Pierre-André Maus und Chantal Prod’hom als Vertreter der Stifterfirma sowie die externen Fachleute Ines Goldbach, Direktorin des Kunsthaus Baselland, Bernard Tagwerker, Künstler aus St.Gallen, und Hansruedi Voser, Präsident der Stiftung Kunstmuseum St.Gallen – bestimmten Sebastian Stadler zum Preisträger 2019.

In seinem die Medien der Fotografie und des Videos umfassenden Schaffen thematisiert der Künstler die Besonderheiten seiner Umgebung: Unauffälliges gerät in den Fokus der Kamera und wird zum Bildmotiv. Scheinbar Unbedeutendes oder Nebensächliches erhält in der fotografischen Umsetzung eine konzise Wirkung.

Die Beschäftigung mit Fotografie und Video folgt gewissermassen einem dokumentarischen Aufspüren von medialen, ästhetischen, kulturellen, aber auch gesellschaftlichen Fragestellungen. Aufenthalte in europäischen Städten wie Paris, wo er dank des Atelierstipendiums der visarte.ost vier Monate in der Cité des Arts verbrachte, finden eine genauso eindringliche Resonanz wie Reisen in Gebiete des Südkaukasus.

Die kulturellen Erfahrungen übersetzt der Künstler jeweils überlegt,präzis, aber auchsubversiv in darstellerisch ausgefeilte fotografische und filmische Arbeiten, die bestechend wirken.

Sebastian Stadler studierte 2008–09 an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK), bevor er 2009–11 an der Ecole cantonale d'art de Lausanne (ECAL) den Studiengang Fotografie absolvierte.

Engagement für die junge Schweizer Kunstszene
Der Manor-Kunstpreis, einer der wichtigsten Förderpreise des zeitgenössischen Kunstschaffens in unserem Land, wurde 1982 von Philippe Nordmann ins Leben gerufen, um jungen Schweizer Kunstschaffenden eine Plattform zu bieten. Er wird jährlich von einer Fachjury verliehen.

Ein Blick auf die Liste der Preisträger zeigt, dass der Manor-Kunstpreis zum internationalen Durchbruch einer ganzen Reihe von Künstlern, wie zum Beispiel Luciano Castelli (Kunstpreis Luzern 1984), Marie José Burki (Kunstpreis Genf 1993), Pipilotti Rist (Kunstpreis St.Gallen 1994) oder Lena Maria Thüring (Kunstpreis Basel 2013) beigetragen hat.