«Liefern statt lafern», um im Wettbewerb zu bestehen
26.10.2019

«Liefern statt lafern», um im Wettbewerb zu bestehen

Schweizer KMU sind interessiert an der Frage, wie sie im härteren und schnelleren Wettbewerb bestehen: Das Thema «KMU im Wettbewerb – liefern statt lafern» brachte jedenfalls über 1200 Teilnehmer nach St.Gallen in die grösste Olma-Halle. Erstmals wurden am Schweizer KMU-Tag am Freitag vier klassische Referate durch eine «Inspiration Session» mit vier Startups ergänzt.

Die Galerie zum Anlass finden Sie hier.

Der erste Freitag nach Ende der Olma bringt traditionell nochmals viele Leute aufs Olma-Areal: Diesmal waren es wieder über 1200 Unternehmer und Führungskräfte aus Klein- und Mittelunternehmen, die der Einladung zum Schweizer KMU-Tag folgten. Dieses Jahr lag der Fokus auf «KMU und Wettbewerb».

Wie KMU mit Wettbewerb umgehen
Gastgeber Tobi Wolf vom KMU-Institut stellte zu Beginn die Resultate der diesjährigen KMU-Tag-Studie vor, an der rund 500 Inhaber und Führungskräfte aus KMU teilgenommen hatten. Die Befragung zeigt, dass die Schweizer KMU gut positioniert sind – über 92 Prozent beurteilen ihre Wettbewerbsposition als gut bis sehr gut.  Allerdings sagen auch fast 80 Prozent, dass der Konkurrenzdruck steige und dass sich das Unternehmen weiterentwickeln müsse.

Gefragt nach den eigenen Massnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit stehen sieben Punkte im Vordergrund: Digitalisierung von Arbeitsprozessen, Lancierung und Weiterentwicklung von Produkten, die Digitalisierung von Dienstleistungen, die Investition in Weiterbildung, die Erschliessung neuer Kundengruppen und Märkte, Investition in Innovation und die Intensivierung des Marketings.

«Marketing» aus verschiedenen Perspektiven
Der Tag selbst liess sich wie eine Reise durch wesentliche Perspektiven des Marketings verstehen, als «Journey der Wettbewerbsfähigkeit»: Roger Koch erzählte sozusagen «tagesaktuell» aus seiner Pionierphase als Gründer der «Heimat»-Zigarettenmarke. HSG-Professor Marcus Schögel brachte gute wie schlechte Beispiele zur Aufgabe von Unternehmen, die Kunden ins Zentrum ihres Denkens zu setzen. Monika Walser, CEO und Mitinhaberin von deSede, schilderte authentisch, wie sie 2014 die ersten Tage in ihrer neuen Funktion erlebte und wie wichtig es sei, die Kultur und die Entstehung eines Unternehmens in die strategischen Entwicklungen einzubeziehen. Profi-Bergsteiger Stephan Siegrist schliesslich machte klar, warum «Durchhalten ist alles» Grundlage seiner Erfolge ist.

Dazwischen gab es ein neues Element für die KMU-Tag-Teilnehmenden: In der «Inspiration Session» nach der Mittagspause konnten sie von vier Startups hören, wie diese sich im Wettbewerb bewegen: Kilian Wagner von VIU, Anna Grassler von Felfel, Martin J. Fengler von Meteomatics und Susanne Dröscher von Caru präsentierten ihre Business-Ideen und Strategien und jeweils 8-minütigen Pitches. So kamen die klassischen KMU-Leute im Saal in Berührung mit der Startup-Kultur und konnten am Ende in einer Publikumsabstimmung darüber entscheiden, welches Startup die überzeugendste Strategie für den Wettbewerb hatte. Es war am Ende Felfel – ein Startup, das täglich in verschiedenen Betrieben bereits über 40‘000 Mitarbeiter verpflegt –, das auf Platz 1 landete. Anna Grassler konnte als Erstplatzierte ebenso eine wertvolle Uhr von Sponsor Frischknecht Juwelier in Empfang nehmen wie die anderen Pitch-Teilnehmenden.

«An keiner Tagung sind sich die Schweizer KMU näher»
Angeboten und durchgeführt wird der der Schweizer KMU-Tag seit 2003 vom Schweizerischen Institut für Klein- und Mittelunternehmen an der Universität St.Gallen (KMU-HSG) und von der Agentur alea iacta ag. Der Schweizer KMU-Tag steht unter dem Patronat des Schweizerischen Gewerbeverbands (SGV), von economiesuisse, der Industrie- und Handelskammer St.Gallen-Appenzell und des Kantonalen Gewerbeverbands St.Gallen. Unterstützt wird der Anlass durch langjährige Hauptsponsoren, denen KMU-Anliegen sehr wichtig sind: Helvetia, Raiffeisen, OBT, ABACUS und Swisscom. Und der Termin für den nächsten Schweizer KMU-Tag steht ebenfalls bereits fest: Er findet statt am Freitag, 23. Oktober 2020.