Landi-Dach liefert Lokalstrom
18.10.2018

Landi-Dach liefert Lokalstrom

Als Gemeinschaftswerk entsteht auf dem Dach der Landi in Schönengrund eine grosse Photovoltaikanlage. Sie wird ab 1. November lokale Grossverbraucher versorgen und der Elektrokorporation helfen, den Einkauf von teurem Spitzenstrom zu senken.

505 Photovoltaik-Module sind in den vergangenen Wochen auf dem Nord- und Süddach der Landi in Schönengrund montiert worden. Die neue Solaranlage verfügt über eine maximale Leistung von 145 Kilowatt. An ertragreichen Tagen dürfte etwa ein Fünftel der Produktion ausreichen, um die im Landi-Gebäude untergebrachten Verkaufsgeschäfte, dazu zählen auch eine Bäckerei und eine Metzgerei, zu versorgen. Der grosse Rest wird übers Netz an nahegelegene Stromverbraucher geliefert.

Mit dieser Auslegung trägt die neue Anlage dazu bei, dass lokal erzeugter Strom lokal verbraucht wird, ganz im Sinne der Energiestrategie 2050. «Vor allem aber kann damit der Einkauf von teurem Spitzenstrom gesenkt werden», erklärt Willi Josuran, technischer Berater der Elektrokorporation Wald-St.Peterzell. Sie investiert rund 200'000 Franken in die neue Solaranlage und steigert damit den Anteil lokal erzeugten Solarstroms auf gut zehn Prozent.

Die Förderung von erneuerbaren Energien ist in der Gemeindeordnung der Elektrokorporation als Ziel verankert, informiert Präsident Walter Allmendinger. Mit dem neuen Energiegesetz per 2018 waren die Rahmenbedingungen endlich klar, um das neue Projekt gemeinsam mit verschiedenen Partnern zu realisieren. Für Farmenergie, eine auf erneuerbare Energien spezialisierte Abteilung des Landverbands St. Gallen, ist es «die erste grosse Anlage, die im Fremdauftrag gebaut wurde», freut sich Abteilungsleiter Luciano Pedrazzi.

«Dank des Engagements aller Partner ist eine gute Lösung entstanden», hält Ivo Koller, Geschäftsführer der Landi Säntis AG, fest. Sie vermietet ihr Dach am Standort Schönengrund für 25 Jahre an die Elektrokorporation und kann damit ihre Betriebskosten senken. Das Landi-Gebäude war schon beim Bau im Jahre 2012 für eine Photovoltaikanlage vorbereitet worden. Abrechnungstechnisch ändert sich für die Landi nichts. Sie bezieht ihren Strom wie bisher als Grossverbraucherin direkt bei der Elektrokorporation.