24.04.2018

Komposch Jr. attackiert Regierungsrat

Die Thurgauer Regierungsrätin Cornelia Komposch (SP) bedauert, dass ihr Sohn dem Zürcher Amtskollegen Mario Fehr (ebenfalls SP) ein Bier über den Kopf geschüttet hat. Offenbar war dem «Bierbengel» der Zürcher Sicherheitsdirektor nicht links genug.

Nach einem Fussballspiel des FC Winterthur gegen den FC Zürich am 13. Mai 2017 wird dem Zürcher Regierungsrat Mario Fehr (Bild) in der Libero-Bar je ein Bier über Kopf und Bauch geschüttet. Diese Attacke nahm der SP-Politiker nicht hin und reichte Strafanzeige gegen den «Bierbengel» (Blick) ein.

Die Polizei fand inzwischen den Schuldigen – es ist der 30-jährige Sohn der Thurgauer Regierungsrätin Cornelia Komposch. Ihm politisiert der Zürcher Amtskollege seiner Mutter offenbar nicht links genug. Der Angreifer habe sich mit Fehr nun bei einem informellen Treffen auf einen Deal geeinigt, sodass der Regierungsrat die Anzeige zurückzog. Die beiden sollen Stillschweigen vereinbart haben. Er habe den beruflichen Werdegang des jungen Mannes nicht durch ein Strafverfahren gefährden wollen, begründete Fehr im Kantonsrat.

Was wiederum die SVP auf die Palme trieb: Sie sei nicht der Auffassung, dass man Bierduschen einfach so hinnehmen müsse, die Strafanzeige sei deshalb «okay», sagte Fraktionschef Jürg Trachsel. Der Rückzug der Strafanzeige «gegen den verzogenen Sohn einer Couleurschwester und Gesinnungsgenossin» sei jedoch, so Trachsel, «Säuhäfeli-Säudeckeli-Verhalten in Reinkultur».

Auf Anfrage des Sonntagsblick sagte Cornelia Komposch zur Angelegenheit: «Ich bedaure, was mein Sohn getan hat. Das ist inakzeptabel.» Die SP-lerin betont gleichzeitig: «Mein Sohn ist erwachsen, er ist für sein Tun selber verantwortlich.»