Koller kündigt Rücktritt an
18.02.2019

Koller kündigt Rücktritt an

Die SGKB hat 2018 erneut erfolgreich gearbeitet: Der Konzerngewinn steigt um 1.7% auf 158.6 Mio. Franken. Das Geschäftsvolumen erreicht 69.1 Mia. Franken (+1.7%). GL-Mitglied Albert Koller, Leiter Privat- und Geschäftskunden, kündigt derweil seinen Rücktritt auf Juni 2020 an.

Sehr erfreulich entwickeln sich die Verwalteten Vermögen, die mit einem Zuwachs (Netto-Neugeld) von 2.8 Mia. Franken (+6.5%) marktbereinigt 43.0 Mia. Franken erreichen (+1.6%). Das starke Netto-Neugeld übertrifft die marktbedingte negative Performance deutlich. Die Kundenausleihungen sind solide gewachsen. Die Nettozunahme (Net New Loans) beträgt 1.8%, wobei im Kreditgeschäft ein nachhaltiges Wachstum im Vordergrund steht. Die Qualität des Kreditportfolios ist denn auch ausgezeichnet, was eine weitere Auflösung von Wertberichtigungen und Rückstellungen in der Höhe von 24.9 Mio. Franken ermöglicht.

Der Betriebsertrag steigt mit 477.6 Mio. Franken um 3.9%. Dabei nimmt der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft, u. a. aufgrund der Zunahme der Vermögensverwaltungsmandate sowie der neu lancierten Anlagepakete, um 3.5% zu. Die Auflösung der ausfallrisikobedingten Wertberichtigungen beeinflusst das Netto-Zinsergebnis positiv (+4.6%) und kompensiert die aufgrund des Tiefzinsumfeldes leicht rückläufigen Brutto-Erträge. Die negative Börsenentwicklung drückt den Erfolg aus dem Handelsgeschäft um 12.4%.

Personalaufbau in der Kundenberatung
Der Geschäftsaufwand nimmt wie geplant um 2.9% auf 266.6 Mio. Franken zu, insbesondere aufgrund des strategischen Personalaufbaus und einer einmaligen Abgrenzung für Ferien- und Überzeitguthaben von 2.7 Mio. Franken. Die SGKB investiert im Rahmen ihrer Strategie sowohl in die Digitalisierung als auch in die persönliche Beratung vor Ort. So wurden 2018 10 neue Stellen in der Kundenbetreuung geschaffen. Der Aufbau von insgesamt 30-35 Stellen wird 2019 fortgesetzt.

Der Geschäftserfolg (Betriebsergebnis) verbleibt mit 195.0 Mio. Franken auf Vorjahresniveau. Im Sinne einer generellen Risikovorsorge werden der Reserve für allgemeine Bankrisiken 10.0 Mio. Franken zugewiesen. Der Konzerngewinn 2018 nach Steuern beträgt damit 158.6 Mio. Franken (+1.7%).

Stabile Dividende von 16 Franken
Der Verwaltungsrat wird der Generalversammlung vom 24. April 2019 eine Dividende von 16 Franken pro Aktie beantragen. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von 56.2% des Konzerngewinns und einer Dividendenrendite von 3.5%, berechnet auf dem Jahresendkurs 2018. Im Vorjahr betrug die Dividende ebenfalls 16 Franken. Zusätzlich wurde eine ausserordentliche Jubiläumsdividende von 1.50 Franken ausgeschüttet.

Anstehende Kapitalerhöhung
Der Verwaltungsrat der St.Galler Kantonalbank hat im Jahr 2017 eine strategische Stärkung der Eigenmittel um 300 bis 400 Mio. Franken geprüft. Durch die Platzierung von zwei nachrangigen Anleihen konnte die SGKB bereits Ende 2017 CHF 200 Millionen Franken aufnehmen. Wie am 23. August 2018 kommuniziert, soll mit einer Aktienkapitalerhöhung nun der letzte Schritt vollzogen werden.

Durch dieses Massnahmenpaket werden die Eigenkapitalbasis der Bank weiter gestärkt und der strategische Handlungsspielraum für nachhaltiges Wachstum sichergestellt. Ebenso soll damit weiter steigenden regulatorischen Eigenmittelanforderungen frühzeitig begegnet werden. Die harte Kernkapitalquote (CET1-Quote) wird nach Abschluss dieser Massnahmen leicht über 16% steigen und somit im angestrebten Korridor von 15-17% liegen.

Vorbehältlich der Genehmigung durch die Generalversammlung vom 24. April 2019 sowie geeigneter Marktbedingungen soll die Kapitalerhöhung in den darauffolgenden Monaten durchgeführt werden. Es werden bis zu 420'240 neue Namenaktien herausgegeben, welche für das Geschäftsjahr 2019 vollumfänglich dividendenberechtigt sind. Den bisherigen Aktionären wird ein Bezugsrecht über den gesamten Umfang der neuen Aktien gewährt. Der Kanton St.Gallen wird sich, wie bereits kommuniziert, nicht an der Kapitalerhöhung beteiligen, wodurch sich der Free Float erhöhen und der Anteil des Kantons von aktuell 54.8% auf das gesetzliche Minimum von 51.0% reduzieren wird. Mit seinem Verzicht auf das Bezugsrecht ermöglicht der Kanton ein stärkeres Engagement privater und institutioneller Investoren.

Die neuen Aktien werden zu einem Bezugspreis nahe dem Marktpreis («at market») platziert. Das Bezugsverhältnis ist 6:1, d. h. sechs bestehende Aktien berechtigen zum Bezug einer neuen Aktie zum Bezugspreis. Aktien, welche nicht über das Bezugsangebot bezogen werden, können durch das Publikum und institutionelle Investoren im Rahmen einer freien Platzierung gezeichnet werden. Ein Handel der Bezugsrechte ist nicht vorgesehen.

Im Zuge der Kapitalerhöhung wird der Nennwert der bestehenden Aktien von 70 Franken auf 80 Franken erhöht. Nach Abschluss der geplanten Kapitalerhöhung beträgt das Aktienkapital der SGKB bis zu 479'493’280 Franken, eingeteilt in bis zu 5'993'666 Namenaktien zu nominal je 80 Franken.

Albert Koller kündigt Rücktritt auf Juni 2020 an
Albert Koller, Leiter Privat- und Geschäftskunden und Mitglied der Geschäftsleitung der SGKB, wird per Juni 2020 aus der Bank austreten. Er wird sich künftig strategischen Mandaten ausserhalb der Bank widmen. Verwaltungsrat und Geschäftsleitung bedauern seinen Entscheid und danken ihm bereits jetzt für sein grosses Engagement für die St.Galler Kantonalbank. CEO Roland Ledergerber: «Albert Koller hat die SGKB mit seiner Persönlichkeit und Fachkompetenz geprägt. Mit seinen Führungsqualitäten und viel Herzblut hat er massgeblich zum Erfolg des Bereichs Privat- und Geschäftskunden beigetragen.» A

lbert Koller (54) ist seit 1. Februar 2008 Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter des Bereichs Privat- und Geschäftskunden. Er ist seit 1990 in verschiedenen leitenden Funktionen für die St.Galler Kantonalbank tätig.

Ausblick 2019
Für das Jahr 2019 erwartet die SGKB ein operatives Ergebnis im Rahmen des Vorjahres. Unter Berücksichtigung der Wertberichtigungen und Rückstellungen, deren Auflösungen 2018 aussergewöhnlich hoch waren, wird ein Konzerngewinn leicht unter Vorjahresniveau erwartet.