Gast-Kommentar

Iran-Krieg wird zur Geduldsprobe

Iran-Krieg wird zur Geduldsprobe
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Die im Juni gemeldeten Konjunkturprognosen für die Schweiz bleiben zurückhaltend. In Europa zeigt die Wirtschaft für das erste Quartal ein Wachstum, doch die Dynamik nimmt ab. Die US-Wirtschaft nimmt an Fahrt auf. Angesichts der steigenden Preise wird ein Ende des Irankriegs aber immer dringender. Die Alternativen für die Seestrasse von Hormus auf dem Land sind wenig aussichtsreich. Der Goldpreis gab gegen Ende Juni nochmals nach. Der Boden könnte aber bald erreicht sein.

Die Expertengruppe Konjunkturprognosen des Staatssekretariates für Wirtschaft SECO hat ihre Einschätzung für die Schweizer Wirtschaft im Juni leicht nach unten angepasst. Für das Jahr 2026 wird neu ein Wachstum des realen Bruttoinlandprodukts von 0,9 Prozent erwartet, nachdem die Prognose zuvor höher ausgefallen war. Für 2027 rechnet das SECO mit einer Beschleunigung auf 1,6 Prozent.

Als Gründe für die verhaltenen Aussichten nennt der Bund unter anderem die anhaltende Unsicherheit im internationalen Handel sowie höhere Energiepreise, welche die weltwirtschaftliche Dynamik bremsen. Die Expertengruppe rechnet für das Gesamtjahr 2026 mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 3,1 Prozent, bevor diese 2027 leicht auf 3,0 Prozent sinken dürfte.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO hat die Wachstumsprognosen für 2026 auf 0,9 Prozent gesenkt.

Auch die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) beurteilt die wirtschaftlichen Aussichten zurückhaltend. In ihrer Sommerprognose geht sie für 2026 von einem Wachstum des Bruttoinlandprodukts von 0,8 Prozent aus. Für 2027 erwartet die KOF eine Erholung auf 1,5 Prozent. Belastend wirken aus Sicht der Ökonomen vor allem die schwächere Weltkonjunktur sowie die geopolitischen Unsicherheiten, welche den Export und die Investitionsbereitschaft dämpfen.

Die Konsumentenpreis in der Schweiz sind im Mai nochmals etwas gestiegen
Die Konsumentenpreis in der Schweiz sind im Mai nochmals etwas gestiegen

In der Schweiz sind die Konsumentenpreise im Mai gegenüber dem Mai 2025 um 0,6 Prozent, gegenüber April 2026 um 0,2 Prozent gestiegen. Der monatliche Anstieg ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Genannt werden unter anderem höhere Wohnungsmieten und gestiegene Preise in der Hotellerie. Ebenfalls teurer wurden Fruchtgemüse, Benzin, Automieten und Carsharing. Gesunken sind hingegen die Preise für den Luftverkehr und Heizöl sowie jene in der Parahotellerie.

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Wirtschaftswachstum verliert in Europa an Dynamik

Im Vergleich zum ersten Quartal 2025 ist das saisonbereinigte Bruttoinlandsprodukt 2026 im Euro-Raum um 0,3 Prozent und in der Gesamt-EU um 0,7 Prozent gestiegen, teilt das Statistikamt der Europäischen Kommission Eurostat mit. Das Wirtschaftswachstum in Europa hat sich im ersten Quartal 2026 gegenüber dem letzten Quartal 2025 abgeschwächt.

Im ersten Quartal sank das saisonbereinigte BIP im Euro-Raum um 0,2 Prozent und in der Gesamt-EU um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Im vierten Quartal 2025 war das BIP in beiden Regionen um 0,2 Prozent gestiegen. Damit fiel die Dynamik schwächer aus als im vorangegangenen Quartal, als das Wachstum im Euro-Raum noch bei 1,2 Prozent und in der EU bei 1,4 Prozent gelegen hatte. Die Zahl der Beschäftigten in der EU lag im ersten Quartal 2026 um 0,5 Prozent über dem ersten Quartal 2025. Gegenüber dem vierten Quartal 2025 betrug der Anstieg 0,1 Prozent.

In der Gesamt-EU ist das BIP im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 0,7 Prozent gestiegen.

Die jährliche Inflationsrate im Euro-Raum lag gemäss Eurostat im Mai 2026 bei 3,2 Prozent, nach 3,0 Prozent im April. Ein Jahr zuvor betrug sie 1,9 Prozent. Die jährliche Inflationsrate in der Gesamt-EU lag im Mai 2026 bei 3,3 Prozent, nach 3,2 Prozent im April. Ein Jahr zuvor betrug sie 2,2 Prozent.

Die Europäische Zentralbank EZB will die Inflation bekämpfen, macht aber keine konkreten Zinsprognosen
Die Europäische Zentralbank EZB will die Inflation bekämpfen, macht aber keine konkreten Zinsprognosen

Die Chefin der Europäischen Zentralbank EZB, Christine Lagarde, hat vor dem Europäischen Parlament den Willen bekräftigt, die Inflation weiter zurückzudrängen, zugleich aber den künftigen Zinskurs offengelassen. Nach der jüngsten Zinserhöhung sei die Europäische Zentralbank gut aufgestellt, um in einem Umfeld erhöhter Unsicherheit geldpolitisch handlungsfähig zu bleiben, sagte Lagarde bei einer Anhörung vor dem Ausschuss für Wirtschaft und Währung des EU-Parlaments in Brüssel.

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BIP-Wachstum in den USA höher als erwartet

Die US-Wirtschaft hat zu Jahresbeginn 2026 wieder an Fahrt aufgenommen. Das reale Bruttoinlandsprodukt stieg im ersten Quartal um 2,1 Prozent, nachdem es im vierten Quartal 2025 lediglich um 0,5 Prozent gewachsen war. Eine frühere Schätzung hatte für das erste Quartal nur ein Plus von 1,6 Prozent erwarten lassen.

Nach Angaben des Bureau of Economic Analysis trugen vor allem höhere Investitionen, gestiegene Exporte, zunehmende Staatsausgaben und stärkere Konsumausgaben zum Wachstum bei. Besonders kräftig fiel der Anstieg im öffentlichen Sektor aus, der um 7,5 Prozent zulegte. Die private Güterproduktion wuchs um 4,5 Prozent, während die privaten Dienstleistungsbranchen ein Plus von 0,8 Prozent verzeichneten.

Als wichtige Wachstumsbereiche nennt die Behörde unter anderem Informationstechnologie, Investitionen der Regierung, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen sowie die Herstellung langlebiger Güter. Rückgänge gab es dagegen im Einzel- und Grosshandel sowie im Finanz- und Versicherungswesen.

Die Arbeitslosenquote in den USA verharrte nach Angaben des Arbeitsministeriums zuletzt bei 4,3 Prozent
Die Arbeitslosenquote in den USA verharrte nach Angaben des Arbeitsministeriums zuletzt bei 4,3 Prozent

Am Arbeitsmarkt blieb die Lage stabil. Ausserhalb der Landwirtschaft wurden im Mai 172'000 zusätzliche Stellen geschaffen. Die Arbeitslosenquote verharrte nach Angaben des Arbeitsministeriums bei 4,3 Prozent. Die jährliche Inflationsrate lag im Mai 2026 bei 4,22 Prozent. Im Monatsvergleich erhöhte sich der Index um 0,5 Prozent.

Die Lage im Nahen Osten bleibt weiterhin von Instabilität und Dynamik geprägt. Die Vereinigten Staaten wollen den Iran nachhaltig daran hindern, seine atomaren Forschungseinrichtungen weiter auszubauen und den Schiffsverkehr in der Strasse von Hormus zu blockieren. Der Iran hingegen insistiert auf der Regulierung des Schiffsverkehrs in der Strasse von Hormus gegen Erhebung einer Durchfahrtgebühr und der Beendigung der israelischen Militäreinsätze gegen die Hisbollah-Milizen im Südlibanon.

Am 21. Juni kam es in der Schweiz auf dem Bürgenstock zu Gesprächen. Teilnehmer waren hochrangige Delegationen der USA und des Iran, vermittelt durch Katar und Pakistan. Ziel war die Ausarbeitung eines Fahrplans für ein endgültiges Friedens-Abkommen innerhalb von 60 Tagen.

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Die Dringlichkeit für ein endgültiges Friedens-Abkommen zwischen den USA und dem Iran nimmt zu.

In den Medien wurde zuletzt der Land-Bridge-Gedanke diskutiert: Güter, insbesondere Container, sollen auf der Arabischen Halbinsel per Bahn transportiert werden. Für Erdöl und Flüssiggas, die den Grossteil des Verkehrs durch die Strasse von Hormus ausmachen, ist eine Eisenbahn kaum wirtschaftlich. Hier setzen die Staaten stattdessen auf Pipelines.

Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate verfügen bereits über Pipelines zum Roten Meer und zum Golf von Oman und prüfen deren Ausbau. Ein vollständiger Ersatz des Seetransports durch Landtransport ist kaum realisierbar. Umso wichtiger ist, dass die USA einen Weg finden, die Strasse von Hormus offen zu halten und den Krieg im Idealfall möglichst bald zu beenden.

Der Boden der Gold-Baisse könnte erreicht sein

Unter dem Eindruck des anhaltenden Irankrieges und den damit zusammenhängenden Inflationsdaten hat der Goldpreis gegen Ende Juni nochmals nachgegeben. Eine Feinunze Gold kostete am 29. Juni 4'033.71 US-Dollar beziehungswese 3'260.00 Schweizer Franken. Das ist ein Rückgang gegenüber dem Vormonat um 10,3 Prozent in US-Dollar und 7,5 Prozent in Schweizer Franken.

Die Gold-Baisse könnte bald den Boden erreichen und für gute Einstiegschancen sorgen
Die Gold-Baisse könnte bald den Boden erreichen und für gute Einstiegschancen sorgen

Verschiedene Medien berichten, dass der Boden der Gold-Baisse erreicht sein könnte, wobei aus charttechnischer Sicht ein weiteres Absinken nicht ausgeschlossen ist. Die Prognosen sehen auf lange Sicht einen Anstieg des Goldpreises. Die Grossbank Goldman Sachs erwartet zu Jahresende 4'900 US-Dollar pro Unze (nach zuletzt 5'400 US-Dollar), J.P. Morgan bleibt bei 5'000 US-Dollar zu Jahresende.

Die monatlichen Veränderungen bei ETFs in Gold haben sich im Mai in überschaubaren Grössen gehalten. In Nordamerika sind 8,5 Tonnen abgeflossen, aus Europa sind 1,2 Tonnen dazugekommen. Das Minus in Asien beträgt 8,6 Tonnen, sodass insgesamt 16 Tonnen weniger notiert wurden als zuvor.

Die Zentralbanken haben ihre Goldreserven in letzter Zeit durchschnittlich um 1'000 Tonnen pro Jahr erhöht.

Die Goldreserven der Zentralbanken haben sich laut der Branchenorganisation World Gold Council in den vergangenen vier Jahren durchschnittlich um 1'000 Tonnen pro Jahr erhöht. 
Das ist deutlich mehr als im vorhergehenden Jahrzehnt, wo sie nur um 500 Tonnen jährlich gestiegen sind.

Interessant die Aktivitäten der ersten vier Monate: Die polnische Nationalbank hat im April 14 Tonnen Gold gekauft. Die Goldreserven liegen jetzt bei 595 Tonnen. Die Chinesische Nationalbank hat im April 8 Tonnen zugekauft und den höchsten Stand seit Dezember 2024 erreicht. Die tschechische Nationalbank hat 3 Tonnen gekauft und erhöhte damit ihre Goldreserven auf 79 Tonnen. Die Zentralbank Usbekistan hat eine Tonne verkauft, bleibt aber seit Jahresbeginn mit 24 Tonnen ein Nettokäufer und liegt damit hinter Polen an zweiter Stelle. 
Die Zentralbank Russlands hat im vierten Monat hintereinander weiter Gold verkauft, und zwar 6 Tonnen im April. Die türkische Zentralbank, die im März der grösste Goldverkäufer gewesen war, meldete für April nahezu unveränderte Goldreserven.

Apropos Reserven: Im vergangenen Jahr hat die Deutsche Bundesbank eine bemerkenswerte Zahl veröffentlicht. Das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland hat erstmals die Marke von 10 Billionen Euro überschritten. 10'000 Milliarden Euro. Eine Zahl, die kaum vorstellbar ist. Runtergebrochen entspricht das – rein rechnerisch – rund 200'000 Euro je Erwerbstätigen. Soweit die gute Nachricht.

Die weniger gute: Es schlummern rund 4 Billionen Euro dieses Vermögens auf Giro- und Tagesgeldkonten. Nicht, weil die Menschen nicht sparen würden – ganz im Gegenteil. Deutschland ist seit Generationen ein Land der Sparer. Sicherheit und Werterhalt geniessen einen aussergewöhnlich hohen Stellenwert. Doch genau hier beginnt der Unterschied zwischen Sparen und Investieren. Denn Vermögen entsteht nicht dadurch, dass Geld auf einem Konto liegt. Vermögen entsteht durch Arbeit. Aber Vermögen wächst und bleibt erhalten durch kluge Entscheidungen.

Und auch Edelmetalle gehören seit Jahrhunderten zu den beständigsten Antworten auf die Frage, wie Vermögen über Generationen hinweg geschützt werden kann.

Ich wünsche Ihnen eine Woche, in der Sie mindestens eine Entscheidung treffen, für die Ihnen Ihr zukünftiges Ich dankbar sein wird.

Mit goldenen Grüssen

Christian Brenner

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