27.09.2018

IHK analysiert Spitallandschaft

Die Spitalstrukturen in der Ostschweiz geben zu reden. In St.Gallen will der Verwaltungsrat der Spitalverbunde die Zahl der Akutspitäler reduzieren, in Appenzell Ausserrhoden wird eine Schliessung des Spitals Heiden diskutiert, Innerrhoden stimmte dem Neubau seines Spitals zu, und der Thurgau hat mit nur zwei kantonalen Spitälern die geringste Spitaldichte. Ist es Zufall, dass er von den vier Kantonen derjenige mit den tiefsten Ausgaben für Gesundheit ist?

Das neue IHK-Research Zoom «Spitalstrukturen und Ausgaben für Gesundheit in der Ostschweiz» von Frank Bodmer (Bild), Leiter von IHK-Research, dem volkswirtschaftlichen Kompetenzzentrum der IHK St.Gallen-Appenzell, zeigt auf, wie sich die Ausgaben für Gesundheit der vier Ostschweizer Kantone in den letzten zehn Jahren entwickelt haben.

Bodmers Fazit: „Die relativ tiefen Kosten für die Spitalversorgung im Kanton Thurgau sind ein klares Indiz für die positiven finanziellen Effekte einer Strategie mit wenigen, relativ grossen Spitälern. … Speziell in der Region St.Gallen ist die Spitaldichte mit den kantonalen Spitälern Appenzell, Heiden, Herisau, Flawil, St.Gallen und Rorschach und einer Reihe von Privatkliniken sehr hoch. Eine Koordination zwischen den Kantonen wäre ein nötiger erster Schritt, um Doppelspurigkeiten zu vermeiden. Eine verstärkte Spezialisierung würde helfen, Kosten zu sparen und die Qualität zu erhöhen. In letzter Konsequenz würde diese Spezialisierung über eine Umwandlung einzelner Spitäler in ambulante Kliniken erfolgen, wie dies vom Verwaltungsrat der Spitalverbunde St.Gallen vorgeschlagen wird.“

Das aktuelle IHK-Research Zoom finden Sie unter www.ihk.ch/wirtschaft-politik/publikationen/ihk-research-zoom