Grüngut wird zu Energie und Dünger
27.02.2019

Grüngut wird zu Energie und Dünger

Startschuss für den Bau der neuartigen Grüngutvergärungsanlage in Tägerwilen: Sie nutzt den bestehenden Kompostierplatz, wird Biomethan ins Kreuzlinger Gasnetz einspeisen und hochwertigen Dünger herstellen. Erstmals zur Umsetzung kommt so das Thurgauer Biomassekonzept. Für weitere Projekte in der Schweiz liegen Baubewilligungen vor, ein Pilotprojekt in Indien ist bereits lanciert.

Finanziert wird das Bauprojekt von der Bioenergie Tägerwilen AG, eine von privaten Schweizer investoren gegründete Gesellschaft. Für Planung, Bau und Betrieb verantwortlich ist die Renergon International AG aus Lengwil TG. Sie hat die Feststoffvergärungstechnologie entwickelt, die jetzt in Tägerwilen umgesetzt wird und ein jährliches Einsparpotenzial von 3'000 Tonnen CO2 verspricht.

Biogas für Kreuzlingen
«Es handelt sich hier um ein Leuchtturmprojekt für die Schweiz», erklärte Renergon-Präsident Karl-Heinz Restle beim heutigen Spatenstich in Tägerwilen. Die Bauzeit dauert ein Jahr. Das Anlagenkonzept sieht vor, dass Grüngut und biogene Reststoffe vor ihrer stofflichen Verwertung energetisch genutzt werden.

Dank des integrierten Kompostierplatzes und dank Abnahmeverträgen steht genügend Grüngut aus Landwirtschaft, Gewerbe und Haushalten zur Verfügung. Das in einem zweiphasigen Prozess gebildete Biogas wird nach der Aufbereitung zu Biomethan ins Gasnetz der Technischen Betriebe Kreuzlingen eingespeist. Die Stadt Kreuzlingen wird damit eine der ersten Gemeinden der Schweiz, die Biogas zu 100 Prozent aus eigenem Biomethan anbieten kann.

Internationale Ausstrahlung
«Die Vergärung ist stabil und geruchsarm, und die Gärreste sind schliesslich als wertvolle organische Dünger mit einer hohen Nährstoffverfügbarkeit verwendbar», unterstreicht Restle den Kreislaufgedanken. «Wir realisieren damit die erste Anlage, die dem Thurgauer Biomassekonzept entspricht». Weitere Baubewilligungen im Thurgau und in anderen Kantonen liegen vor.

Darüberhinaus dürfte die von der Renergon entwickelte Biogasanlage auch ein Anschauungsbeispiel für internationale Märkte werden. Die Feststoffvergärungstechnologie der Renergon ist bereits in Indonesien und China auf grosses Interesse gestossen. Ein zweijähriges Pilotprojekt wurde im Januar in Indien gestartet. Dort soll eine Renergon-Feststoffvergärungsanlage Rindermist und Reisstroh energetisch verwerten. Unterstützt wird das Projekt im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit sowohl von der indischen Regierung als auch von der Schweizerischen Eidgenossenschaft.

Über Renergon
Die 2010 gegründete Renergon International AG mit Sitz in Lengwil bei Kreuzlingen hat es sich zur Aufgabe gemacht, für Mensch und Natur dezentrale Stoff- und Energiekreisläufe zu schaffen. Im Sinn des «waste to value»-Ansatzes plant, baut und betreibt das Unternehmen Biogasanlagen, die auf der eigens entwickelten Variante der Feststoffvergärung basieren. Internationale Präsenz im Sektor Biogas zeigt Renergon mit der Tochterfirma Renergon GmbH in Berlin (D) und einem Lizenznehmer in Indonesien.

Auf dem Bild von links: Markus Thalmann, Gemeindepräsident Tägerwilen, Renergon-Präsident Karl-Heinz Restle, Guido Gross, Direktor Technische Betriebe Kreuzlingen, und Sabine Nowak, Verwaltungsrätin Bioenergie Tägerwilen AG.

www.renergon.com