Grob will umweltfreundliches Streumittel für die Stadt St.Gallen
28.03.2019

Grob will umweltfreundliches Streumittel für die Stadt St.Gallen

Um die rund 240 Kilometer Strassen- und Wegnetze der Stadt St.Gallen vor Schnee- und Eisglätte zu bewahren, wird am häufigsten Salz oder Splitt eingesetzt. Stadtparlamentarier Stefan Grob will dies nun durch ein Holzschnitzel-Streumittel ersetzen lassen, das in der Westschweiz bereits erfolgreich eingesetzt wird.

Dass Streusalz auf die Natur eine schädliche Wirkung habe und auch für Schäden durch Korrosion an Fahrzeugen, Geräten und Brücken verantwortlich sein kann, sei längstens bekannt, so Stefan Grob. Die Stadt St.Gallen versuche bereits getreu dem Motto «So wenig wie möglich, so viel wie nötig» einen differenzierten Winterdienst zu betreiben, um die Umweltbelastung gering zu halten. «Dennoch werden jedes Jahr grosse Mengen an Salz und Splitt gestreut.»

Streusalz gelangt mit dem Schmelzwasser in die Kanalisation und damit in die Gewässer und in das Grundwasser. Das Salzwasser, das an den Strassenrand gestreut wird, versickert und schädigt die Wurzeln der Sträucher, Blumenrabatten und Bäume, die die Strassen säumen. Besonders empfindlich sind Linden, Ahorne, und Rostkastanien.

Und: «Für die Herstellung von Streusplitt braucht es viel Energie. Am Ende des Winters muss es wieder aufgewischt und danach gereinigt werden, weil es über den Winter Schadstoffe wie Gummiabrieb und Schwermetalle vom Verkehr annimmt und danach sogar zu Sondermüll deklariert werden muss. Ausserdem werden die Pfoten von Haustieren verletzt», so Stefan Grob.

Eine umweltfreundliche Alternative bietet ein Produkt namens «Stop Gliss Bio», welches das Strassenbauamt der Stadt La Chaux-de-Fonds entwickelt hat. Es kommt vor allem für Trottoirs, Fussgängerzonen, Parks usw. in Frage. Dieses Streumittel, das aus Holzschnitzeln besteht, wird mit einer Sole (Magnesiumchlorid) imprägniert (ca. 3 % Gewichtsanteil). Es ist pH-neutral und demnach nur schwach korrosiv, die negativen Auswirkungen auf die Umwelt werden damit stark begrenzt.

In diesem Zusammenhang will Stefan Grob vom St.Galler Stadtrat wissen, ob dieses Streumittel allenfalls auch für die Gallusstadt eine Alternative sein könnte.