Griesser rüstet sich für Corona-Krise
30.03.2020

Griesser rüstet sich für Corona-Krise

Der Storenbauer Griesser AG aus Aadorf ist in verschiedenen Ländern Europas tätig. Die aktuelle Corona-Pandemie stellt das Familienunternehmen vor grosse Herausforderungen. Bisher ist die Auftragslage relativ stabil geblieben. Doch ein Werk im Elsass muss vorsorglich geschlossen werden.

«Als europäisches Unternehmen mit mehreren Ländervertretungen erleben wir die Corona-Pandemie als besonders grosse Herausforderung», sagt Urs Neuhauser (Bild), CEO von Griesser, in einer Mitteilung des Thurgauer Unternehmens. Griesser ist neben der Schweiz auch in Frankreich, Österreich, Italien und Spanien mit Niederlassungen aktiv.

Geschäftstätigkeit erhalten
Die verschiedenen Länder sind unterschiedlich stark von der Pandemie betroffen. Aktuell am stärksten und als erstes betroffen war Italien. Griesser hat dort schnell und klar reagiert und die Mitarbeiter frühzeitig nach Hause geschickt, sodass diese von zu Hause aus weiterarbeiten konnten. Es gab daher nur wenige Infektionsfälle. «Bisher ist bei Griesser insgesamt die Auftragslage immer noch gut. Es gibt zwar ein starkes Nord-Süd-Gefälle, aber insgesamt ist der Auftragseingang bis jetzt nur wenig eingebrochen. Kundenanfragen können weiterhin entgegengenommen und bearbeitet werden», so Neuhauser.

Griesser verfolgt bezüglich Corona aktuell zwei Hauptziele: Erstens den Schutz der Mitarbeiter und Kunden, zweitens die Erhaltung der Geschäftstätigkeit. «Wir verfolgen bei unseren Massnahmen die staatlichen Empfehlungen in den jeweiligen Ländern. Unsere Angestellten in der Gruppe sind präventiv mit Atemschutzmasken ausgerüstet worden, Mitarbeiter mit Kundenkontakt haben Desinfektionsmittel erhalten. Zudem arbeiten Teams in verschiedenen Schichten, damit wir die Ausfallsicherheit erhöhen können», erläutert CEO Neuhauser die Massnahmen bei Griesser.

Werk im Elsass wird geschlossen
In den europäischen Ländern der Griesser-Gruppe gestaltet sich die Situation unterschiedlich. Während die Werke in der Schweiz, Österreich, Südfrankreich und Deutschland aktiv bleiben, wird das Werk im Elsass vorsorglich geschlossen. Es handelt sich dabei jedoch um die kleinste Niederlassung von Griesser, wo nur gerade zehn Mitarbeiter beschäftigt sind.

Der Vertrieb bleibt in allen Ländern aktiv, arbeitet jedoch vom Homeoffice aus. Für die wichtigsten Produkte besteht ein ausreichender Lagerbestand und die Erreichbarkeit ist per Telefon, Videotelefonie und E-Mail sichergestellt. «Wir sind froh, dass wir bereits vor der Corona-Krise unsere Infrastruktur bezüglich Videokonferenzen, Filesharing und Cloudlösung angepasst haben. Das kommt uns nun zugute», sagt Urs Neuhauser. Zudem kann Griesser für den Vertrieb auf das Webportal «myGriesser» setzen, das mit Webshop ausgerüstet Kunden und Partnern rund um die Uhr zur Verfügung steht.

Viel Zusammenhalt spürbar
Der CEO spürt in diesen Tagen auch bei Griesser viel Solidarität – insbesondere auch für die Kollegen in Italien und Spanien. Natürlich schwingen auch Ängste mit, doch der Wille und das Engagement gemeinsam die Krise zu meistern, sind riesig. Viele sehen in der jetzigen Situation auch Chancen – so auch Urs Neuhauser: «In den letzten Tagen und Wochen hat sich bei Griesser enorm vieles entwickelt, das vor der Krise nicht so auf der Agenda stand.»

Neuhauser ist überzeugt, dass sich durch Corona die Arbeitswelt nachhaltig verändern wird. Es werde mehr Homeoffice, mehr Videokonferenzen und weniger Reisetätigkeit geben. Griesser hat während seiner fast 150-jährigen Geschichte schon viele Krisen überstanden. Dazu gehören zum Beispiel zwei Weltkriege, die Weltwirtschaftskrise, die Spanische Grippe oder die Ölkrise. «Ich bin überzeugt, dass wir als Unternehmen gestärkt aus dieser Krise gehen werden», so Neuhauser.