St.Gallen

Flawa iQ gewinnt German Innovation Award in Gold

Flawa iQ gewinnt German Innovation Award in Gold
Flawa-iQ-CEO Patrick Bürkle mit Awardgeber Lutz Diebold, CEO German Design Council
Lesezeit: 3 Minuten

Die Flawa iQ AG hat den Verbandskasten neu gedacht: Sie automatisiert die Bewirtschaftung betrieblicher Erste-Hilfe-Infrastruktur und wurde dafür am German Innovation Award 2026 doppelt ausgezeichnet. In der Kategorie «Excellence in Business to Business – Medical Technologies» erhielt Flawa iQ die Höchstauszeichnung Gold; zusätzlich wurden die Flawile in der Kategorie «Transformative Solutions» als Winner prämiert.

Text: pd/stz.

In den meisten Unternehmen wird der Erste-Hilfe-Koffer bis heute manuell kontrolliert, dokumentiert und nachbestellt. Dieser Aufwand ist unsichtbar, aber erheblich: Sicherheitsverantwortliche investieren regelmässig Zeit in Kontrollen, Listen und Nachbestellungen, ohne dass dadurch ein direkter Mehrwert entsteht. Die Flawa iQ AG aus Flawil hat diesen Prozess automatisiert und damit eine Lösung entwickelt, die in der betrieblichen Erste Hilfe neue Massstäbe setzt.

Am 12. Mai 2026 wurde das Unternehmen in Berlin mit dem German Innovation Award 2026 ausgezeichnet. Aus 462 Einreichungen aus 23 Ländern erhielt Flawa iQ die Gold-Auszeichnung in der Kategorie «Excellence in Business to Business – Medical Technologies». Zusätzlich wurde das Unternehmen in der Kategorie «Excellence in Business to Business – Transformative Solutions» als Winner ausgezeichnet.

Das iQ-System basiert auf RFID-getaggten Verletzungsmodulen, einem cloudbasierten Onlineportal und automatischer Nachlieferung. Fehlende oder abgelaufene Module werden in Echtzeit erkannt. Nachlieferungen werden ohne manuelle Intervention ausgelöst, Compliance-Nachweise sind jederzeit abrufbar. Damit wird aus dem klassischen Verbandskasten ein vernetztes System, das sich weitgehend selbst verwaltet.

«Der Verbandskasten hat sich seit dem letzten Jahrhundert technisch kaum verändert. Wir wollten dieses Erbe nicht verwalten, sondern in die Zukunft bringen. Dass eine internationale Fachjury genau das erkennt, macht uns stolz», sagt Patrick Bürkle, CEO der Flawa iQ AG.

Die Fachjury des German Innovation Award würdigte insbesondere das Zusammenspiel aus Prävention, Transparenz und einfacher Handhabung. Dieses setze «einen neuen Massstab für Betriebliches Gesundheitsmanagement».

Für Patrick Bürkle liegt der entscheidende Punkt nicht beim Material selbst, sondern beim Prozess dahinter: «Die betriebliche Erste Hilfe ist seit über 100 Jahren ein von Material dominierter manueller Prozess. Nicht, weil niemand das besser wollte, sondern weil es niemand hinterfragt hat. Weder die Unternehmen noch die Industrie.» Das eigentliche Problem sei die Abhängigkeit von manueller Disziplin. Prozesse funktionierten nur dann, wenn jemand daran denke, und versagten, wenn Routinen im Alltag untergingen.

Auch interessant

Künftige Führungskräfte sollen auf Vertrauen setzen
St.Gallen

Künftige Führungskräfte sollen auf Vertrauen setzen

Rechtliche Grundlagen für Flawa iQ
WTT Young Leader Award 2025

Rechtliche Grundlagen für Flawa iQ

Wenn Recht plötzlich spannend wird
WTT Young Leader Award 2025

Wenn Recht plötzlich spannend wird

Patrick Bürkle
Patrick Bürkle

Genau hier setzt Flawa iQ an. «Wir haben nicht das Pflaster neu erfunden, sondern den Prozess dahinter», sagt Bürkle. Fehlende oder ablaufende Produkte würden elektronisch erkannt und automatisch nachgeliefert. Gleichzeitig werde alles im Onlineportal dokumentiert. «Damit sind unsere Kunden jederzeit compliant und auskunftsfähig, ohne dass sie sich aktiv darum kümmern müssen. Die Kosten der Ersten Hilfe sind nicht das Material, sondern die Prozesse darum herum. Und genau hier setzen wir an.»

Die Flawa iQ AG mit Sitz in Flawil im Kanton St.Gallen wurde 2023 gegründet und automatisiert das Management von Verbandskästen und Augenspülstationen in Unternehmen. Heute vertrauen mehr als 350 Schweizer Unternehmen mit über 2500 vernetzten Koffern auf das iQ-System. Aktuell expandiert Flawa iQ nach Deutschland.

Mit der überwachten Augenspülstation setzt das Unternehmen einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zur lückenlosen Überwachung der betrieblichen Ersten Hilfe. Damit zeigt sich einmal mehr, dass Innovation nicht zwingend im Spektakulären entstehen muss. Manchmal beginnt sie dort, wo ein alltäglicher Prozess jahrzehntelang als selbstverständlich galt.

Der German Innovation Award wird vom German Design Council, dem Rat für Formgebung, vergeben und zählt zu den bedeutenden Innovationspreisen im deutschsprachigen Raum. 2026 wurden aus 462 internationalen Einreichungen 22 Projekte mit der Höchstauszeichnung Gold prämiert.

Auch interessant

Studyond bringt Wirtschaft, Forschung und Talente zusammen
LEADER Digital Award 2025

Studyond bringt Wirtschaft, Forschung und Talente zusammen

Das sind die LEADER-Digital-Award Finalisten 2025

Das sind die LEADER-Digital-Award Finalisten 2025

Baustart auf dem Flawa-Areal
St.Gallen

Baustart auf dem Flawa-Areal