13.02.2018

Ex-Gemeindepräsident verurteilt

Der frühere Gemeindepräsident von Untereggen hat beim Bau seines Einfamilienhauses gut 9'000 Franken Gebühren zu wenig bezahlt: Das Kreisgericht Rorschach verurteilte Roger Böni wegen Urkundenfälschung und ungetreuer Geschäftsbesorgung.

Laut Strafbescheid soll der Ex-Gemeindepräsident eine gefälschte Verfügung verwendet haben. Darin wurde der Neuwert des Einfamilienhauses mit 548'000 Franken angegeben, basierend auf einer provisorischen Schätzung. Nach der Fertigstellung des Hauses legte das Grundbuchamt den Gebäudewert aber auf 743'000 Franken fest.

Statt die Anschlussgebühren für Strom und Wasser nach dem effektiven höheren Wert zu bezahlen, verzichtete Roger Böni (CVP) auf die Anpassung der provisorischen Abrechnung. Er vermerkte dies handschriftlich auf der Verfügung. Dadurch «ersparte» er sich eine Nachzahlung von gut 9'000 Franken.

Das Kreisgericht Rorschach sprach gegen Böni – heute Stadtschreiber von Rorschach – eine bedingte Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu 210 Franken aus. Damit bestätigte es in wesentlichen Punkten einen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft vom vergangenen Jahr. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der Beschuldigte hatte gegenüber der Einzelrichterin die Vorwürfe bestritten. In den Bauakten findet sich eine Handnotiz des Beschuldigten: «Verzicht auf def. Abr. Anschl.beiträge da identisch mit prov. Beiträgen.» Der heute 50-Jährige war von 2005 bis 2014 Gemeindepräsident in Untereggen. 2011/2012 baute Böni dort gemeinsam mit seiner Frau ein Einfamilienhaus.