Erstmals über zehn Milliarden Franken Kundeneinlagen
15.08.2019

Erstmals über zehn Milliarden Franken Kundeneinlagen

An der Halbjahresmedienkonferenz der Thurgauer Raiffeisenbanken präsentierte Präsident Urs Schneider eine starke Zwischenbilanz. Gleichzeitig kündigte er seinen Rücktritt an. Der Zeitpunkt am Ende des 100-Jahr-Jubiläums sei optimal.

Nach 24 Jahren im Vorstand ist Schluss: Urs Schneider (Bildmitte) teilte an der Halbjahresmedienkonferenz des Verbands der Thurgauer Raiffeisenbanken mit, dass er auf die Generalversammlung im Frühling 2020 als Präsident zurücktrete. Vor 30 Jahren sei er erstmals näher mit der Raiffeisenbank in Berührung gekommen. Kaum habe er in Bissegg sein Eigenheim bezogen, sei er für den Vorstand der Raiffeisenbank Fimmelsberg angefragt worden. Ein Jahr später war er bereits deren Präsident. «Die Bilanzsumme betrug 22 Millionen Franken, und wir hatten 150 Mitglieder», erinnert sich Schneider. Heute hat er es als Präsident der 14 Thurgauer Raiffeisenbanken mit ganz anderen Dimensionen zu tun: Die Bilanzsumme sei in den letzten sechs Monaten um 2,5 Prozent auf über 14,6 Milliarden Franken gewachsen. «Das zeigt, dass die Thurgauer Raiffeisenbanken auch im Jahr ihres 100. Geburtstags gut unterwegs sind.»

Erfolgreich trotz Zinsdruck
Dominik Holderegger (rechts im Bild), im Vorstand der Thurgauer Raiffeisenbanken verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit, erläuterte die weiteren Kennzahlen: Die Kundeneinlagen hätten erstmals die Marke von 10 Milliarden Franken überschritten. Im Vergleich zum Jahresbeginn entspreche das einer Steigerung von 2,4 Prozent. Die Ausleihungen seien um 1,7 Prozent auf knapp 12,8 Milliarden gestiegen. Auch das Kerngeschäft habe sich positiv entwickelt: Die Erträge aus dem Zinsgeschäft stiegen um 0,6 Prozent auf über 70 Millionen Franken – und dies trotz der anhaltenden Tiefzinsphase und des harten Konkurrenzumfelds, das nur noch eine minimale Zinsmarge zulasse.

Der Bruttoertrag liegt mit 86,6 Millionen Franken praktisch auf dem Vorjahresniveau. Der Bruttogewinn fällt mit 42,5 Millionen Franken etwas tiefer aus als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Das liege am erwähnten Druck auf den Zinsmargen sowie den leicht geringeren Erträgen aus dem Kommissions- und Handelsgeschäft, erklärte Holderegger. Dies sei aber kein Grund zur Sorge. «Dank tiefer Kosten konnten wir erneut einen erfreulichen Geschäftserfolg erzielen und die Eigenmittel deutlich stärken, sodass diese nun mit über 1,2 Milliarden Franken zu Buche stehen.»

Bald 113'000 Mitglieder
Genauso bedeutungsvoll wie die Finanzzahlen sei für ihn die Anzahl der Mitglieder, sagte Urs Schneider. Diese ist um weitere 228 auf nun 112'892 gewachsen. Als er das Präsidium des Verbands der Thurgauer Raiffeisenbanken vor zwölf Jahren übernahm, lag sie noch bei rund 85'000. «Ich habe eine gewaltige Entwicklung miterlebt, die mich stolz macht. Dass auch die negativen Schlagzeilen rund um Raiffeisen Schweiz den hiesigen Raiffeisenbanken nicht geschadet haben, zeigt, wie stark sie im Thurgau verwurzelt sind.» Schneider sieht deshalb einen optimalen Moment gekommen, sein Amt in neue Hände zu geben. Der Vorstand sei bereits mit der Nachfolgelösung beschäftigt und werde zu gegebener Zeit über die Nomination orientieren.

Die Bank wird zum «Wohnzimmer»
Wie das Bankgeschäft der Zukunft aussehen kann, zeigte Daniel Geiser (links im Bild), Vorsitzender der Geschäftsleitung der Raiffeisenbank Regio Altnau, auf. Im Januar 2019 eröffnete seine Bank einen zentralen Bankneubau am Marktplatz in Altnau. Das Ziel sei, die Beratung zu einem Erlebnis zu machen. Neben einem kleinen Café und modernen Besprechungszimmern hat die Bank deshalb auch eine gemütliche Stube eingerichtet: «Wir möchten mit den Kunden in gelöster Atmosphäre sprechen und uns für sie Zeit nehmen.»