Ergebnis deutlich besser als befürchtet
06.03.2019

Ergebnis deutlich besser als befürchtet

Das Kantonsspital St.Gallen leistet im vergangenen Jahr den einzigen Beitrag zum besser-als-erwarteten Ergebnis der St.Galler Spitäler – dank einer höheren Schwere der Patientenfälle.

Die vier St.Galler Spitalverbunde haben das Geschäftsjahr 2018 mit einem Verlust von vier Millionen Franken abgeschlossen. Das ist eine Verschlechterung von 8,7 Millionen Franken gegenüber dem Vorjahr. Budgetiert wurde für das vergangene Jahr zwar ein Verlust von fast 26 Millionen Franken. Die Besserstellung sei ausschliesslich auf das Kantonsspital St.Gallen (Bild) zurückzuführen, schreiben die Spitäler in einer Mitteilung.

Ein Hauptgrund liege im Anstieg des Case Mix Index (CMI) um 4,7 Prozent. Seit dem Jahr 2017 sei dieser Schwankungen unterworfen. Im diesjährigen Budget wurde der CMI entlang des langjährigen Trends festgelegt.

«Das Ergebnis zeigt deutlich, wie fremdbestimmt die St.Galler Spitäler in finanzpolitischer Hinsicht unterwegs sind», sagt VR-Präsident Felix Sennhauser dem SRF-Regionaljournal. Und weiter: «Wir sind ein reaktives Unternehmen: Wir reagieren auf die Nachfrage und auf die Bedürfnisse unserer Patienten.» Diese Fremdbestimmung und die damit verbundenen Schwankungen zeigten, wie schwierig es sei, mit hochpräzisen Planzahlen zu agieren.

Insgesamt haben die St.Galler Spitäler im vergangenen Geschäftsjahr 1,28 Milliarden Franken Umsatz erwirtschaftet. Dies entspricht einer Steigerung um rund 42,6 Millionen Franken gegenüber dem Vorjahr. Behandelt wurden im Jahr 2018 67'221 stationäre Patienten, ein geringer Anstieg gegenüber dem Vorjahr von 0,3 Prozent. Ambulante Besuche wurden 712'600 verzeichnet. Das sind 31'000 oder 4,6 Prozent mehr als noch in der Vorjahresperiode. Auf Grund der Tarmed-Kürzung sind die ambulanten Erträge im vergangenen Jahr allerdings um 3,1 Millionen Franken gesunken (- 1,7 Prozent).

Die Ebitda-Marge der St.Galler Spitalgruppe ist im vergangenen Jahr zudem von 5,2 Prozent auf 4,9 Prozent gesunken. Für das laufende Geschäftsjahr rechnen die Spitalverbunde mit einem Verlust von 22,4 Millionen Franken – und damit mit einer nochmals tieferen Marge von 2,9 Prozent. Das Ergebnis 2018 untermauert Sennhauser zufolge die Notwendigkeit von Veränderungen. Um die Ergebnisse zu verbessern, benötige es Strukturanpassungen, betriebliche Verbesserungen – und Änderungen bei den Tarifen.

Im Mai 2018 hatte der Verwaltungsrat ein Grobkonzept präsentiert, das die Schliessung der stationären Abteilungen in den fünf Spitälern Altstätten, Walenstadt, Wattwil, Flawil und Rorschach vorschlug. Patienten sollten nur noch in St.Gallen, Wil, Uznach und Grabs stationär behandelt werden. Da laut Sennhauser die Nachfrage das Angebot bestimmt, müssen die St.Galler Spitäler schauen, in welcher Region welches Angebot nötig sei. «Auch müssen wir den Erwartungen der Bevölkerung gerecht werden.» Das sei ein hochaktueller Prozess. Der 65-jährige frühere ärztliche Direktor des Universitäts-Kinderspitals Zürich hofft, dass im Sommer erste Resultate vorlägen, um Weichen stellen zu können.