Erfolgreich mit dem Kopf durch die Wand
25.10.2018

Erfolgreich mit dem Kopf durch die Wand

Valentin Stettler durchbricht alle Konventionen des Unternehmertums. Witz, Ehrgeiz, Kreativität und eine grosse Portion Leidenschaft des „Stedy“-Geschäftsführers sprühen am 17. Oktober im „eiszueis“ in Weinfelden auf die Zuhörer über. Im Rahmen der „eiszueis“-Lebensgeschichten wurde der Thurgauer von Christoph Lanter interviewt.

„Wo sind wir zeitmässig?“ – Eine Frage, die sich an diesem Abend mehr als einmal stellt. Mit flatternden Händen und wackelnden Füssen erzählt Valentin Stettler eine Lebensgeschichte, die ihrem Namen alle Ehre macht. Dabei ist er kaum zu stoppen.

Am 4. August 1975 geboren, wächst der heutige Geschäftsführer der Gewürzmanufaktur Stedy in eine richtige „Schafferfamilie“ hinein. Bereits im Alter von zwölf Jahren organisiert er eigene Partys, sein grösster Berufswunsch: Als DJ am Mischpult zu stehen. „Ich habe in meinem Leben so viele Turnhallenböden geputzt, wie wohl niemand hier drin“, sagt Stettler mit seinem Thurgauer Dialekt. In den Sitzreihen ist es still, während er von seiner kaum fassbaren beruflichen Laufbahn berichtet. Über den Verkauf von Elektrogeräten, der Arbeit als Callcenteragent und seiner Discokarriere nebenbei, gelangt der Sohn von Peter Stettler, Gründer der „Stedy“-Gewürzmanufaktur, dann zu seiner heutigen Position. Seit 16 Jahren leitet er nun die Firma, sein Ideenfluss scheint dabei nie einzureissen.

„Lieber stosse ich mir einmal den Kopf an, anstatt den Anspruch zu haben, alles perfekt zu machen“, sagt Stettler. „Hinstehen – Durchziehen – Machen“, lautet deshalb sein Motto, das ihn schon in zahlreiche Kuriositäten verwickelt hat. Mit glänzenden Augen erzählt er von Hunderten Gewürzpaletten, die er bei seinen „Busenfreunden“ in Kellern versteckt hat, weil der Lagerplatz für seine innovativen Ideen zu klein bemessen war. Mit Englisch- und Italienischkenntnissen, welche gerade so zum Mitsingen und Pizzabestellen gereicht hätten, arbeitet sich Stettler hinauf in die führende Computertechnologie. – Bricht die Arbeit dann aber ab, weil er Geld verdient, ohne zu wissen warum. Eine Entscheidung, welche den jungen, bodenständigen Unternehmer mehr als passend beschreibt.

Auch zukünftig hat Stettler Grosses vor: „In fünf Jahren arbeite ich weltweit, wo ich möchte, während meine Firma autonom weiterlaufen kann“, ist er überzeugt. Er sehe sich bereits in einer amerikanischen Talkshow sitzen und das „Härdöpfelgwürz“ vorstellen, sagt er, den Blick ins Weite gerichtet. Nun bleibt aber abzuwarten im anschliessenden Austausch und ein weiteres Zeugnis seines Ideenreichtums zu geniessen: die Stedy-Chips mit Härdöpfelgwürz, die ganz unkonventionell, in silbern schillernden Verpackungen, daherkommen.

Die nächste „eiszueis“-Lebensgeschichte wird am 29.10. um 19 Uhr von Autor, Speaker und Ideenweber Jyoti Guptara erzählt. http://www.eiszueis.ch/veranstaltungen.html

Text und Bild: Marielle Heeb