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Energy Recovery Center am Hauptsitz von Bühler ist in Betrieb

Energy Recovery Center am Hauptsitz von Bühler ist in Betrieb
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Das Energy Recovery Center von Bühler ist nun voll im Betrieb und steht bereit für Kundentests. Am 20. November offiziell eröffnet, versorgt die Anlage die Büros von Bühler in Uzwil mit Wärme aus Biomasse. Zudem ist das ERC – das weltweit einzige Anwendungszentrum dieser Art und Grösse – eine Plattform, auf der Kunden sie ausloten können, wie sie Nebenströme nutzen können, um Energie zurückzugewinnen.

Text: pd

Das Energy Recovery Center kombiniert die Expertise von Bühler über die Feinvermahlung und Aufbereitung von Biomasse (was zu einem optimalen Brennstoff führt) mit dem Verbrennungswissen von Vyncke und der neuesten Technologie (was die Energieausbeute optimiert). Das Ergebnis: eine integrierte und kosteneffiziente Energielösung. Vyncke hat seinen klassischen, rotwandigen Heizkessel bei Bühler installiert.

Es ist auch das erste Mal, dass die Technologie der mehrstufigen Pyrovergasungs-Turbix Verbrennung für landwirtschaftliche Kraftstoffe eingesetzt wird. Kombiniert man das Kraftstoffeinspritzsystem mit der Einspritzung der primären und sekundären Verbrennungsluft, führt das zu einer besseren Verbrennung und damit zu geringeren Emissionen.

Die Anlage hat zwei Ziele. Das erste Ziel ist es, nachhaltige Energie zu managen und zu erzeugen. Das ERC wird durch verschiedene Nebenströme gespeist, die von den Anwendungs- und Trainingszentren in Uzwil erzeugt werden. Diese vollständig integrierte Lösung wird den Brennstoff aufbereiten, Warmwasser erzeugen und diese Energie zurückführen, um Gebäude zu beheizen.

Die zweite Funktion besteht darin, die Biomasse-Nebenströme zu testen, die in den Prozessen der Kundinnen und Kunden von Bühler weltweit anfallen. Die Nebenströme, die im Zentrum getestet werden, umfassen eine breite Palette von Materialien wie Weizenkleie, Reishülsen und Kakaoschalen. Die Nebenprodukte werden in einem Test- und Lernansatz entweder einzeln oder in einem Gemisch verbrannt. Das ERC wird von der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) wissenschaftlich unterstützt, um die Ergebnisse von Forschung und Entwicklung (F&E) und weitere Anwendungen von Kesselasche (etwa als Dünger oder Baustoff) zu bewerten.

Diese Plattform zeigt, wie Unternehmen ihre Nebenprodukte aufwerten und Wege finden können, um den CO2e-Fussabdruck in der Lebensmittelbranche zu reduzieren. Im Rahmen der nachhaltigen Transformation ist das eine einzigartige Forschungseinrichtung, in der alle Arten von Nebenströmen aus Prozessen aus der Lebensmittelbranche und der Landwirtschaft getestet werden. Im Mittelpunkt dieses technologiegetriebenen Zentrums steht die Mission, der Branche eine hocheffiziente und emissionsarme Lösung anzubieten, die zu einer nachhaltigen Zukunft beiträgt.

«Indem wir die Energierückgewinnungsprozesse von Vyncke in unser Portfolio aufnehmen, können wir unseren Kundinnen und Kunden neue Prozesse für eine nachhaltigere Produktion anbieten», sagt Johannes Wick, CEO Grains & Food bei Bühler. «Mit dem Energy Recovery Center und den Anwendungs- und Trainingszentren von Bühler haben unsere Kunden die ideale Plattform und die Expertise, um sicherzustellen, dass ihre Investitionen in die Zukunft fundiert und erprobt sind.»

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Kooperation für eine nachhaltige Zukunft

Bühler und Vyncke sind 2020 eine strategische Partnerschaft eingegangen. Während Bühler eine Vorreiterrolle bei der Weiterentwicklung durch Innovation einnimmt, trägt Vyncke ausgefeilte Handwerkskunst und Expertise in der Verbrennungstechnologie bei. Gegründet 1912, bietet Vyncke heute modernste Energielösungen für alle Branchen an, die sich von fossilen Brennstoffen verabschieden und auf dezentrale Lösungen setzen wollen.

Die Technologie basiert auf dem Prinzip, Energie aus organischen Prozessabfällen zu gewinnen, indem diese nicht auf Deponien gebracht, sondern in wertvolle Ressourcen umgewandelt werden. Mit über 4000 Einsatzerfahrungen in verschiedenen Branchen steht Vyncke an der Spitze von Innovation und technologischer Kompetenz in seinem Fachgebiet.

Peter Vyncke, Inhaber von Vyncke, sagt: «Viele Branchen verlassen sich auf unsere Lösungen, um ihren Verbrauch an fossilen Brennstoffen zu reduzieren. Mit Bühler wollen wir nun auch zum Standard werden, wenn es darum geht, den CO₂-Fussabdruck der Lebensmittelbranche zu reduzieren.»

Bühler und Vyncke wollen durch die enge Zusammenarbeit ihre jeweiligen Stärken nutzen, um die Branche in eine widerstandsfähige Zukunft zu führen.

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