Eisgenossen: Erfolgreichste Mannschaft – trotz verpasstem WM-Titel!
Text: Christian Brenner, Geschäftsführer Philoro Schweiz AG
Die Zahlen sprechen für sich: Die Schweiz gewann ihre ersten neun WM-Spiele in Serie und erreichte den Final ohne eine einzige Niederlage. Erst im Endspiel gegen Finnland wurde der Siegeszug gestoppt – und dies erst in der Verlängerung. Kein anderes Team war über das gesamte Turnier hinweg so konstant und dominant wie die «Eisgenossen». Die Schweiz war damit die einzige Nation, die den Final ungeschlagen erreichte und bis zum Schluss als Favorit auf den Titel galt.
Bereits in der Vorrunde zeigte die Schweizer Nati eindrücklich ihre Klasse. Sie gewann die Gruppe A und setzte sich unter anderem gegen die USA sowie im abschliessenden Gruppenspiel gegen Finnland mit 4:2 durch. Ein deutliches Ausrufezeichen setzte die Mannschaft mit dem 9:0-Sieg gegen Österreich. Im Viertelfinal wartete mit Schweden ein traditioneller Eishockey-Gigant. Nach einem frühen Rückstand reagierte die Schweiz jedoch beeindruckend. Sie erreichte einen 3:1-Erfolg.
Machtdemonstration mit 6:0 im Halbfinal
Der Halbfinal gegen Norwegen wurde schliesslich zu einer eigentlichen Machtdemonstration. Die Norweger hatten mit ihrem erstmaligen Halbfinaleinzug WM-Geschichte geschrieben und galten als Überraschungsteam des Turniers. Doch die Schweizer liessen keinerlei Zweifel aufkommen, wer ins Finale gehört. Beim 6:0-Erfolg dominierte die Nati das Geschehen nach Belieben und zog zum dritten Mal in Folge in den WM-Final ein.
Vor dem Endspiel gegen Finnland war die Euphorie im ganzen Land spürbar. Das Finale entwickelte sich zu einem hochklassigen Abnützungskampf. Über 70 Minuten hielten beide Teams ihre Defensivreihen geschlossen. Die Schweizer hatten ihre Chancen, scheiterten aber mehrfach knapp. Als bereits vieles auf ein Penaltyschiessen hindeutete, erzielte Finnlands Konsta Helenius in der Verlängerung den entscheidenden Treffer zum 1:0.
Die Enttäuschung bei Spielern und Fans war riesig. Erneut fehlte nur ein Tor zum ganz grossen Triumph. Doch die Niederlage darf den Blick auf die Gesamtleistung nicht verstellen. Die Schweiz spielte eine Weltmeisterschaft, wie sie kaum eindrücklicher hätte verlaufen können. Neun Siege in Folge, Gruppensieg, Halbfinal-Gala und die beste Bilanz aller Finalisten sprechen eine deutliche Sprache.
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Mehrere Auszeichnungen an Top-Spieler vergeben
Besonders herausragend war Captain Roman Josi. Der Berner Verteidiger führte die Mannschaft nicht nur auf dem Eis an, sondern wurde nach dem Turnier zum wertvollsten Spieler (MVP) der gesamten Weltmeisterschaft gewählt. Gleichzeitig erhielt er die Auszeichnung als bester Verteidiger des Turniers und wurde ins All-Star-Team berufen. Auch Leonardo Genoni und Sven Andrighetto wurden ins All-Star-Team gewählt.
Der Weltmeistertitel ging nach Finnland. Doch die Geschichte dieser WM erzählt vor allem von einer Schweizer Mannschaft, die neun Spiele in Folge gewann, das ganze Land begeisterte und das Schweizer Eishockey endgültig in der Weltelite verankerte. Trainer Patrick Fischer hatte die Mannschaft aufgebaut. Jan Cadieux trat ein herausforderndes Erbe an. Denn Beobachter schätzen, dass viele Spieler der «Goldenen Generation» das Team verlassen könnten. Die Erwartung, dass die Eisgenossen an der nächsten WM in Deutschland den grossen Sieg erreichen, bleibt bestehen.
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