Ostschweiz

Einblicke in die «Werkstatt Aggloprogramm»

Einblicke in die «Werkstatt Aggloprogramm»
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Das Agglomerationsprogramm St.Gallen-Bodensee stellt sich für die 5. Generation auf. Die fünfte Ausgabe soll nahtlos an die erfolgreichen Umsetzungen von Infrastrukturprojekten anknüpfen. In der Lokremise St.Gallen fand am 6. Dezember zur Diskussion der inhaltlichen Stossrichtungen ein Forum statt.

Text: pd

Über 50 Vertreter von Kantonen, Gemeinden, Verbänden und Parteien erhielten einen Einblick in die «Werkstatt Aggloprogramm». Vorgestellt und intensiv diskutiert wurden die Schwerpunkte in den Themen Siedlung und Mobilität mit entsprechenden Teilstrategien. Die gesammelten Beiträge werden nun weiterverarbeitet und das Programm der 5. Generation im Mai 2024 in die öffentliche Vernehmlassung geschickt.

Die Trägerschaft des Agglomerationsprogramms – bestehend aus den drei Kantonen Appenzell Ausserrhoden, St.Gallen und Thurgau und der REGIO Appenzell AR-St.Gallen-Bodensee – lud gestern Mittwoch zum AGGLO-Forum in der Lokremise St.Gallen ein. Die Teilnehmer erhielten Einblick in den Stand der Erarbeitung des Agglomerationsprogramms der 5. Generation und waren eingeladen, aktiv mitzuwirken.

«Wie schon bei den letzten erfolgreichen Agglomerationsprogrammen ist es zentral, dass gemeinsam Anliegen und Bedürfnisse frühzeitig besprochen werden. Nur so erreichen wir für unsere Region erfolgreiche Agglomerationsprogramme. Ich freue mich auf einen lebendigen und produktiven Nachmittag», begrüsste Maria Pappa, Stadtpräsidentin St.Gallen und Vorsitzende des Lenkungsausschusses des Agglomerationsprogramms St.Gallen-Bodensee, die Gäste und eröffnete das Forum.

Instrument zur Attraktivitätssteigerung der Region

Agglomerationsprogramme sind Zukunftsbilder einer Region und setzen Strategien und Massnahmen in den Bereichen Landschaft, Siedlung und Verkehr um. Hauptziele sind die Förderung der Siedlungsentwicklung nach innen sowie eine darauf abgestimmte Weiterentwicklung des Verkehrssystems.

«Damit leisten Agglomerationsprogramme einen wichtigen Beitrag zur Attraktivität einer Region als Wirtschafts- und Wohnstandort. Agglomerationen sind Wirtschaftsmotoren», betont Dölf Biasotto, Regierungsrat Kanton Appenzell Ausserrhoden. Die ersten drei Generationen befinden sich in Umsetzung, die 4. Generation wurde 2023 durch den Bund geprüft und gutgeheissen. Die Umsetzung wird 2024 starten.

«Das Zukunftsbild der 5. Generation ist ambitioniert. Auch in dieser Generation möchten wir nahtlos an die bisherigen Erfolge anknüpfen, was die Umsetzung von Infrastrukturprojekten mit Unterstützung von Bundesmitteln betrifft», führt Daniel Stutz, Gesamtleiter Agglomerationsprogramme Kanton Thurgau, aus. «Die kantonsübergreifende Trägerschaft und das Denken in funktionalen Räumen über Gemeinde- und Kantonsgrenzen hinweg ist essenziell, um erfolgreich zu sein und setzt eine gute Zusammenarbeitskultur voraus», fährt Stutz fort.

  

Die 5. Generation: grösserer Perimeter, zusätzliche Stossrichtungen

Die 5. Generation des Agglomerationsprogramms St.Gallen-Bodensee wurde am Forum in einer ersten Entwurfsfassung präsentiert. Die bereits in der 3. und 4. Generation formulierten Ziele werden auch in der 5. Generation fortgeführt. Drei neue inhaltliche Schwerpunkte kommen hinzu:

  • die optimale Verknüpfung von verschiedenen Verkehrsträgern an Verkehrsdrehscheiben
  • das Ermöglichen eines effizienten Wirtschaftsverkehrs
  • sowie die Entwicklung des Areals St.Gallen West-Gossau Ost (ASGO)

Zusätzlich zu den Neuerungen auf der inhaltlichen Seite hat sich der Agglo-Perimeter um die beiden Gemeinden Degersheim und Heiden erweitert. «Degersheim und Heiden weisen lokale Zentrumsfunktionen auf und sind daher ein wichtiger Bestandteil eines funktionierenden Agglomerationsraums. Wir freuen uns sehr, die beiden Gemeinden neu mit dabei zu haben», erläutert Leila Hauri, Geschäftsleiterin REGIO Appenzell AR-St.Gallen-Bodensee, die Neuerungen in der 5. Generation.

Werkstattmoment am AGGLO-Forum

Am AGGLO-Forum wurde im Anschluss an die Inputreferate von Maria Pappa, Dölf Biasotto, Daniel Stutz und Leila Hauri der Blick in die Werkstatt eröffnet. An sechs Tischen wurden die inhaltlichen Stossrichtungen der 5. Generation gemeinsam diskutiert. Die Themen waren: «Siedlungsentwicklung im ländlichen Raum», «Öffentlicher Verkehr», «Fuss- und Veloverkehr», «Mobilität in Städten und Gemeinden», «Innenentwicklung in Zentrumsgemeinden», «Industrie- und Gewerbegebiete & Wirtschaftsverkehr und Logistik».

Die Teilnehmer setzten sich zum einen mit der Frage auseinander, ob die Hauptstossrichtungen nachvollziehbar und richtig sind. Andererseits wurde der Fokus auf die Vollständigkeit der Teilstrategien gelegt. Ebenso wurde versucht zu eruieren, welche Akteure welchen Beitrag leisten sollten, damit der im Zukunftsbild beschriebene Zustand im Jahr 2040 erreicht ist. «Wir haben viele wertvolle Inputs erhalten, diese werden nun in die Weiterbearbeitung einfliessen», erläutert Leila Hauri die nächsten Schritte.

Im Mai 2024 wird der Lenkungsausschuss des Agglomerationsprogramms St.Gallen-Bodensee die konsolidierte Version für die öffentliche Vernehmlassung verabschieden. Diese wird von Mai bis August 2024 stattfinden. Nach anschliessender Bereinigung und Beschlussfassung durch die Gemeinden und Kantone wird die 5. Generation Mitte 2025 dem Bund zur Prüfung eingereicht. Umgesetzt werden die Massnahmen dann im Zeitraum von 2028 bis 2032.

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